Stahlarchitektur punktet bei Nachhaltigkeit

Der mit einer Fassade aus wetterfestem Stahl umhüllte Firmensitz der Dach-Technik Briel GmbH aus Bad Laasphe wurde von der Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen mit dem DGNB-Zertifikat in Bronze ausgezeichnet. Entworfen wurde der nach den Kriterien nachhaltigen Bauens geplante Kubus vom Büro M. Schneider A. Hillebrandt Architektur aus Köln.

11. Februar 2015

„Mit einer Architektur von formaler Zurückhaltung und Materialauthentizität wollen wir die verantwortungsvolle werteorientierte Firmenphilosophie unseres Bauherren zum Ausdruck bringen", beschreibt Architektin Prof. Annette Hillebrandt die Aufgabenstellung. „Im ursprünglichen Sinne nachhaltig gedacht haben wir eine individuell auf den Nutzer zugeschnittene Architektur-Identität in Funktion und Erscheinungsbild erarbeitet."

Der Dachtechnikbetrieb arbeitet vorwiegend mit metallischen Materialien, was die Architekten zu der authentisch alternden Fassade aus wetterfestem Stahl inspirierte. Auch im Inneren dominieren Materialien, die eine ganzheitlich-sinnliche, vorwiegend haptische Wahrnehmung vermitteln, um ausgleichend auf die Anforderungen einer digitalen Arbeitswelt zu wirken. Nur ein kräftiger Einschnitt im Erdgeschoss markiert von außen deutlich sichtbar den Eingang zum Haus und unterstreicht den zurückhaltenden, skulpturalen Charakter des Kubus. Das Firmenziel des gemeinsamen Denkens und Werkens von Mitarbeitern und Kunden findet seinen Ausdruck in dem von der Straße einsehbaren Foyer, in welchem der große Teamtisch dominiert, der informellen Teamzone im Obergeschoss und einer zweigeschossigen Halle als 'Ideenschmiede'. Eine einfache Splittfläche umgibt den klaren Baukörper. Sie nimmt die Versickerung des gesamten Oberflächenwassers auf und verbirgt eine Erdwärmepumpe.

Bei der Planung sind von Beginn an vielfältige Kriterien des DGNB-Zertifizierungssystems eingeflossen, auch um die Wertstabilität des Baus dauerhaft zu sichern. Hierzu zählen u.a. eine hohe Flexibilität zur Gebäudeerweiterung, ein gutes Hülle/Volumen (A/V)-Verhältnis, eine hohe Behaglichkeit für die Nutzer, die Verwendung umweltfreundlicher Baustoffe, ein möglichst niedriger Anteil an Grauer Energie, Energieeffizienz nach dem KfW-40-Standard mit 3-fach Verglasung, Geothermie und Wärmepumpe auch zur Kühlung über die Fußbodenheizung, ein rollstuhlgerechtes Erdgeschoss und ein überdachter Fahrradstellplatz.

Das 'Metallwerkstück' ist ein nachhaltiger Architektenentwurf von der Ideenskizze bis zu den Einbaumöbeln, der Kunstlichtplanung und den Außenanlagen. Die Urkunde mit dem DGNB-Zertifikat in Bronze wurde auf der Consense 2014, Internationale Fachmesse und Kongress für nachhaltiges Bauen, Investieren und Betreiben, von DGNB Präsident Prof. Alexander Rudolphi und Geschäftsführerin Dr. Christine Lemaitre an Bauherrn und Architekten überreicht.