Stabilität ab Werk

Rohre und Rohrkomponenten für das Auto des Jahres

Rautaruukkis Tochterunternehmen Carl Froh in Sundern fertigt Präzisionsstahlrohre und Rohrkomponenten und ist seit Jahren ein erfolgreicher Lieferant für die europäische Automobilindustrie. Der Geschäftsbereich Automotive hat einen Anteil von über 50 Prozent am Umsatz des Unternehmens. Carl Froh liefert auch die Stabilisatorrohre für die Hinterachse des Renault Mégane, der zum Auto des Jahres 2003 gewählt wurde.

24. September 2003

Im Jahre 2001 wurde eine neue Anlage zur Herstellung von Präzisionsstahlrohren in Betrieb genommen. Auch die Kapazität zur Herstellung der sogenannten Headbag-Systeme, einer neuen Sicherheitslösung aus Rohrkomponenten für den Fahrzeugbau, wurde in letztem Jahr erhöht. Bei einem Unfall öffnet sich um die Rohrkonstruktion herum ein Schutzvorhang/Schutzkissen, der/das den Kopf und die Schultern des Insassen sichert. Rautaruukki ist Europas führender Hersteller von einbaufertigen Stahlrohrkomponenten für diese Headbag-Systeme und beliefert damit unter anderem Mercedes-Benz und Jaguar.

Rautaruukkis Auswahl von Stahlgüten für Präzisionsstahlrohre ist sehr umfangreich. Sie können je nach Verwendungszweck unter anderem aus dem Produktions- und Lieferprogramm der hochfesten oder oberflächenveredelten Stahlqualitäten ausgewählt werden. Aus extra festen Stahlrohren werden beispielsweise Seitenaufprallschutzteile, Rahmenkonstruktionen für die Sitze sowie Frontteile gefertigt.

Auf der Automobilausstellung, die in Paris im September 2002 stattfand, stellte der Automobilhersteller Renault seine letzte Neuheit, den Renault Mégane vor. „Eine der Hauptideen für das Mégane-Projekt war, den sichersten Wagen seiner Klasse zu entwerfen und zu bauen. Für den Bau dieses Autos wurden deshalb Spezialstähle eingesetzt. Rautaruukki liefert die Stabilisatorrohre der Hinterachse, die aus hochfesten Präzisionsstahlrohren gefertigt werden“, wie Kirsten Sørensen, die Exportleiterin der Carl Froh GmbH ausführt.

Entwicklungsarbeit gemeinsam mit dem Kunden

Laut Kirsten Sørensen begann Rautaruukki die Entwicklungszusammenarbeit mit Renault und A.C.I. (Auto Chassis International) für die neuen Modelle des Mégane im Jahre 2000. Bei der Planung der neuen Hinterachse entstand die Idee zu einem Stabilisator aus geschweißtem hochfestem Stahlrohr. Rautaruukki war von Anfang an in enger Kooperation mit den Ingenieuren von Renault und A.C.I. an diesem Projekt beteiligt. Heute gibt es fünf verschiedene Abmessungen für die Stabilisatoren, je nach Gewicht und Motor der einzelnen Fahrzeuge.

Geschweißte Rohre aus hochfestem Stahl

Die flachovalen Rohre für die Stabilisatoren der Hinterachsen werden bei Carl Froh auf der neuen Rohrschweißanlage RS 30 produziert. Für die Stabilisatorrohre wird eine spezielle Stahlgüte von Rautaruukki Steel verwendet. Nach der Herstellung der geschweißten Rohre werden die Teile vorgeschnitten und an den Enden aufgeweitet. Wenn die Produktion des Renault Mégane voll angelaufen ist, entstehen bei Carl Froh 4.000 Stabilisatorrohre pro Tag. Das Unternehmen ist übrigens der einzige Hersteller dieses Produktes.

Die Stabilisatoren der Hinterachsen werden im Fahrzeug hoch belastet, da sie die Unebenheiten der Straßen ausgleichen und die Bremslast auffangen. Zusätzlich zu den Stabilisatorrohren der Hinterachsen fertigt Carl Froh Rohre für die Querverstärkung zwischen A-Säulen.

Wirsbo Stålrör aus Schweden, ebenfalls eine Rautaruukki-Tochter, fertigt Spezialrohre für die Rohrhülsen der Hinterachse. Wie Gert Karlsson, der Export Manager von Wirsbo Stålrör ausführt, ist Renault schon seit langem ein wichtiger Automobilkunde. Wirsbo liefert unter anderem auch Teile für den Renault Laguna und den Renault Clio.

Der neue Renault Mégane wurde zum Auto des Jahres 2003 gewählt. „Das Auto des Jahres“ ist eine internationale Auszeichnung, die von einer renommierten Motorjournalisten-Jury vergeben wird. Aufgabe der Jury ist es, das beste Auto unter den Modellen der 12 letzten Monaten auszusuchen.

Auto des Jahres - und 5 Sterne beim Aufpralltest

Besonderes Lob von der Jury erhielten die kühne Formsprache, die dynamischen Fahreigenschaften sowie die passiven Sicherheitssysteme des Renault Mégane. Die Kompaktlimousine erhielt auch alle fünf Sterne beim Euro NCAP-Aufpralltest in der Klasse kleiner Familienwagen (sogenanntes Segment C). Der Einsatz der Spezialstähle in der Konstruktion des Fahrzeugs trägt auch dazu bei, die Aufprallkräfte effektiv abzuleiten und zu dämpfen. Die steife Karosseriekonstruktion schützt die Insassen auch gegen Karosserieteile, die bei einem Zusammenstoß womöglich in den Passagierraum hineingedrückt werden.

Der Renault Mégane wird in 75 Ländern verkauft werden, und die voraussichtliche Fertigungszahl für die nächsten sieben Jahre beträgt über 5,5 Millionen Fahrzeuge.

Erschienen in Ausgabe: 08/2003