Technik: Bandanlagen

Stabile Spulen

Bandspulen gelten eher als triviale Hilfsmittel, aber auch sie müssen perfekt auf ihren Einsatzzweck abgestimmt sein. Die Bandspulen von Häfner & Krullmann dienen dem Transport empfindlicher Güter.

02. Oktober 2018
1Häfner hat etwa 1.400 Spulenvarianten im Programm.2Die Spulendurchmesser reichen von 40 bis 1.200 Millimeter. Häfner
Häfner hat etwa 1.400 Spulenvarianten im Programm. ( Bild: Häfner)

Sie sind nicht immer schmal, aber ihre Flansche sind vergleichsweise dünn. Die Bandspulen des Leopoldshöher Herstellers Häfner & Krullmann tragen oft empfindliches Gut: beispielsweise Vorprodukte für die Fertigung elektronischer Bauteile, wie der der Loser Stanztechnik GmbH aus Pfinztal.

Bandspulen müssen besondere Anforderungen erfüllen. Bänder können wegen ihrer Eigenschaften nur in Lagen übereinander gewickelt werden. Um brauchbare Wickelmengen zu bekommen, müssen die Flansche hoch und die Kerne im Vergleich dazu schmal sein. Bei einigen Bandsorten kommt Gewicht zusammen, das nur gerippte Flansche abfangen können.

Loser verwendet vor allem Spulen mit Flansch-Durchmessern von 800 und 1.000 Millimetern. »Bei uns werden hohe Stückzahlen gefertigt«, erklärt Geschäftsführer Winfried Loser. Beispielsweise wickelt Loser Flachstecker und technische Federn auf, die mit kleinen Stegen miteinander verbunden, sind. So gehen sie zum Kunden oder Galvaniseur in die Weiterverarbeitung.

Rund 300 Häfner-Spulen hat Loser im Einsatz. »Als Alternative wären auch Pappspulen denkbar«, fährt Winfried Loser fort. Doch das sei auf Dauer eine teure Angelegenheit. Bei den Häfner-Spulen habe es allerdings so gut wie keine Ausfälle gegeben. Einige wenige Flansche seien nach rund fünf Jahren Nutzung leicht verzogen, was für den Gebrauch der Spulen in seinem Betrieb und bei seinen Kunden keinen Nachteil darstelle.

»Praktisch ist auch, dass die Spulen, die wir verwenden, zerlegt werden können. Damit können wir auf sehr kurzfristige Kundenanforderungen schnell reagieren. Wir brauchen die Spulen nur auf andere Kerne umzubauen«, sagt Loser. Das nötige Werkzeug liefert Häfner auf Wunsch dazu. Andere Kunden sehen ihren Vorteil in den geringeren Transport- und Lagerkosten: eine zerlegte Spule benötigt weniger Raum und auf den LKW wird weniger Luft transportiert. Sollte Loser dann doch bei Häfner bestellen müssen, reiche ein Anruf dort, sagt der Geschäftsführer. »Das hat uns schon oft geholfen.«

Häfner-Kunden wie Winfried Loser zeigen sich auch von Details überzeugt. Da gibt es zum Beispiel Clips, mit denen die Bänder auf Abstand zum Rand des Flansches gehalten werden können, um sie vor Beschädigungen beim Transport oder Handling zu bewahren. Flächen an den Flanschen, auf denen Begleitinformationen angebracht werden können, sind genauso vorhanden wie Füllstandsanzeigen. Die Kerne sind mit Einfädelschlitzen versehen, lagegleich finden sich Eingriffsöffnungen in den Flanschen. Die Spulen können mit Firmenlogos versehen werden.

Häfner bietet Bandspulen in verschiedenen Serien an, die sich in Flansch- und Kerndurchmessern, Kernbreiten, Tragfähigkeiten und Ausstattungen unterscheiden. Sie können bis zu etwas mehr als 80 Kilogramm Wickelgut tragen.

Zahlen & Fakten

Die 1933 gegründete Häfner & Krullmann GmbH verfügt über einen eigenen, hoch spezialisierten Werkzeugbau. Seit der Herstellung der ersten Spule 1952 prägt Häfner die Entwicklung der Kunststoffspulen maßgeblich, und 1.400 Spulenvarianten von 40 bis 1.200 Millimeter Durchmesser bietet Häfner für unterschiedlichste Anwendungen an. Für die Spulenkörper werden vor allem PS, ABS, PE, PP und PA verarbeitet. Häfner bietet unter anderem Spulen, Trommeln, Kopse, Flansche, Bandspulen, Wickelkörper, konische Spulen, bi-konische Spulen, Feindrahtspulen, Einweg- und Mehrwegspulen, teilbare Spulen, Haspelringe und Versandbehälter. Das inhabergeführte Unternehmen erzielte 2016 mit 150 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 20 Millionen Euro.

Erschienen in Ausgabe: 06/2018