Sprung mit digitalem Zwilling

Industrie 4.0 stellt hohe Anforderungen an die Messtechnik: weniger Messungen im Messraum und mehr Messungen an der Linie. Solche Lösungen müssen zunehmend in eine sich selbst organisierende Produktionsumgebung integriert werden. Welche Rolle dabei die Messtechnik spielt, erläutert Stefan Staab, Produktmanager KMG bei der Wenzel Group.

29. Januar 2018
Stefan Staab, Produktmanager KMG bei der Wenzel Group: Durch produktionsnahes Messen mit der benötigten Messprozessfähigkeit können Ergebnisse unmittelbar in den Prozess einfließen. (Bild: Wenzel)
Bild 1: Sprung mit digitalem Zwilling (Stefan Staab, Produktmanager KMG bei der Wenzel Group: Durch produktionsnahes Messen mit der benötigten Messprozessfähigkeit können Ergebnisse unmittelbar in den Prozess einfließen. (Bild: Wenzel))

Welchen Beitrag leistet die Messtechnik bei der Produktoptimierung in einer vernetzten Fertigung?

Stefan Staab: Durch produktionsnahes Messen mit der benötigten Messprozessfähigkeit können Ergebnisse unmittelbar in den Prozess einfließen. So können beispielsweise bei vorhergehenden Produktionsschritten Maßnahmen eingeleitet werden und nachfolgende Produktionsschritte den Bedingungen angepasst werden.

Wie smart ist die Mess- und Prüftechnik heute schon?

Wir entwickeln unsere Mess- und Prüftechnik kontinuierlich weiter. Auch für Industrie 4.0 bauen wir unser Angebot aus und zeigen in konkreten Anwendungen, wie produzierende Unternehmen vom digitalen Wandel profitieren können. Mit unserer smarten Softwarelösung Intelligent Machine Interface (IMI) werden die Messgeräte mit einer neuen Intelligenz ausgestattet. Diese sammelt und analysiert Informationen und ermöglicht die Fernsteuerung der Messmaschinen. So ist der aktuelle Zustand aller Messmaschinen auf einen Blick ersichtlich.

Gibt es Datenzugriff über Webportale oder per Smartphone-Apps?

Die detaillierteren Informationen können jederzeit durch einen Doppelklick abgerufen werden. Das geht sowohl vom Arbeitsplatz aus, als auch per Smartphone oder Tablet. Der Zugriff obliegt hohen Sicherheitsanforderungen, damit Unberechtigte keine Daten einsehen können. Die Softwarelösung bietet umfangreiche Möglichkeiten zur Steuerung und Analyse der Messaufgaben, der zu messenden Werkstücke und der Maschinen. Dabei entstehen Informationen, die dem Werkstück und der Messmaschine zeitlebens als digitaler Zwilling zur Verfügung stehen.

Welche Rolle spielen Simulationstechniken für die Prozessoptimierung?

Im Rahmen von Industrie 4.0 gewinnen unterschiedliche Simulationstechniken an Bedeutung. Für uns ist es wichtig, aus den technischen Entwicklungen einen reellen Nutzen für unsere Anwender zu generieren. Wir haben von Beginn an hinterfragt, was Industrie 4.0 für unsere Produkte und Prozesse bedeutet.

Was erwarten Sie in diesem Bereich von der Metav 2018 in Düsseldorf – was werden Sie dort zeigen?

Die Metav ist für uns eine feste Größe bei der Messeplanung. Wir erwarten zahlreiche Fachbesucher mit konkretem Interesse an Mess- und Prüftechnik und freuen uns auf neue Kontakte und instruktive Gespräche. Wir zeigen unsere Portalmessgeräte der LH-Baureihe als linienintegrierte Lösung mit automatisierter Teileerkennung und automatisierter Roboterbestückung. Ein weiteres Portalmessgerät der LH-Serie zeigen wir in Kombination mit dem Revo-Multisensor-Fünf-Achs-Messsystem von Renishaw. Diese Lösung bietet eine hohe Messflexibilität ohne Genauigkeitsverlust und erzielt kürzere Durchlaufzeiten als konventionelle Messsysteme.

Weitere Messehighlights sind die Softwarelösung Intelligent Machine Interface sowie die neue Generation unseres Highspeed-Scanning-Systems Core, die für die Automatisierung bestens geeignet ist. Darüber hinaus haben wir unsere Computertomographen-Baureihe Exact zur Prüfung komplexer, innerer und äußerer Strukturen um ein System erweitert.