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Technik/Werkzeuge

Die Oberflächengüte von Werkstücken hat oberste Priorität. Um hier eine optimale Qualität zu erreichen, greift MPK neben dem eigenen Know-how auf das von Partnern zurück. Und Zecha bietet Fräser für komplexe Geometrien.

13. Oktober 2014

Speziell ausgewählte Hartmetallsorten sorgen für sehr gute Qualität. Mit leistungsfähigen Beschichtungen erreichen Anwender hohe Standzeiten, Prozesssicherheit und optimale Oberflächengüten. Dies ist entscheidend für Hersteller von Stanz- und Umformwerkzeugen wie MPK Special Tools als erfahrener Partner für unterschiedliche Industriezweige. MPK stellt die Sonderwerkzeuge individuell nach Kundenwünschen her.

Anwender fertigen mit ihrer Hilfe Gesenke oder Hightech-Komponenten für die Satellitenkommunikation, Pharmaindustrie oder Medizintechnik. »Unsere Auftraggeber profitieren dabei von unserem individuell angepasstem Service sowie von Produktionssteigerungen und hoher Wirtschaftlichkeit in der eigenen Fertigung«, erklärt Holger Weller, Vertriebsleiter MPK Special Tools.

Das Feinkorn-Hartmetall für die hochpräzisen Umformwerkzeuge stammt von Ceratizit. Die korrosionsbeständigen CF-Sorten haben sich im Werkzeugbau bewährt. Neben einer 80-mal geringeren Korrosionsneigung sind sie homogen und weisen ein sehr dichtes Gefüge auf. »Das ist sehr wichtig, denn sowohl Grobkornverunreinigungen als auch Porosität können das Werkzeug massiv schädigen«, sagt Holger Weller. Weil Reproduzierbarkeit und gleichbleibend hohe Qualität bei MPK Special Tools von äußerster Wichtigkeit sind, setzt das Unternehmen bei der Wahl des Hartmetalls auf das hohe technische Niveau von Ceratizit.

Im Alltag bestehen

Damit die Werkzeuge im harten Produktionsalltag bestehen können, ist eine optimale Beschichtung unabdingbar. Für die MPK-Werkzeuge kommt diese Beschichtung von Oerlikon Balzers. Mit Balinit Alcrona Pro werden Stanz- und Umformwerkzeuge gegen Kaltaufschweißungen, Abrasionsverschleiß und thermische Belastungen geschützt. So erreichen die Werkzeuge von MPK Special Tools bis zu dreimal längere Standzeiten im Vergleich zu herkömmlichen Werkzeugen. Sie lassen sich außerdem ohne Leistungsverlust nachschleifen und neu beschichten.

Substrat, Werkzeugschliff und Beschichtung sind bei den MPK-Werkzeugen optimal aufeinander abgestimmt. So erreicht ein Ziehstempel bereits im unbeschichteten, geschliffenen Ausgangszustand einen Rauheitswert Ra von 0,249 Mikrometern. Nach dem Superfinish hat der Stempel einen Rauheitswert Ra von 0,187 und nach der Beschichtung sind es 0,208 Mikrometer. Beides zusammen ergibt einen Wert von 0,200 Mikrometern.

Dazu Holger Weller: »Direkt wenn die Ziehstempel aus unseren Schleifmaschinen kommen, ist deren Oberfläche schon extrem glatt. Beschichtung und Superfinish steigern diese außergewöhnlichen Werte noch zusätzlich.« Solche Oberflächengüten reüssieren vor allem dort, wo es auf höchste Präzision ankommt – wie in der Automobil-, Luft- und Raumfahrttechnik oder der Elektroindustrie.

Komplexe Strukturen fräsen

Mit der Bearbeitung komplexer Formen und besonders harter Werkstoffe beschäftigt sich auch Zecha Hartmetall-Werkzeugfabrikation, in einer strategischen Allianz mit MPK verbunden. Zecha hat festgestellt, dass Kugelfräser dabei an ihre Grenzen geraten. »Sie sind zwar äußerst flexibel, was die Art der zu spanenden Flächen betrifft, weil leicht auf der CNC-Maschine zu programmieren, und zum Schruppen erste Wahl«, erläutert Zecha-Vertriebsleiter Arndt Fielen. »Für Feinschlichtvorgänge sind jedoch sehr viele Schritte notwendig, was sich in sehr langen Bearbeitungszeiten niederschlägt.« Darum setzt der Anbieter auf seine neuen Parabelfräser der Serie 920. »Mit solchen hochwertigen und leistungsstarken Fräsern gelingen selbst große Herausforderungen«, ist sich Frielen sicher.

Fräswege einzusparen ist der Schlüssel zu höherer Effizienz. Die neuen Parabelfräser sind in der Lage, das bei komplexen konkaven oder konvexen Freiformflächen und Kavitäten zu leisten. Denn durch ihre spezifische Geometrie mit tangentialer Form und kugelförmiger Spitze können sie Werkzeugbahnen wirtschaftlich und technisch effizient abfahren. »Versuche mit unseren Parabelfräsern haben gezeigt, dass selbst bei einer vierfach größeren Zeilenbreite fast die gleichen Oberflächenrauheiten möglich sind wie mit einem Kugelfräser in sehr engen Steps. Unabdingbar ist ein auf diese Werkzeuggeometrie angepasstes CAM-Modul für die Fünfachs-Maschine. Nur so erreichen Anwender die optimale Wirtschaftlichkeit«, ergänzt Arndt Fielen.

Die Parabelfräser gibt es in sechs Varianten mit Durchmessern von zwei bis acht Millimetern. Dank der Rundlauftoleranzen von drei Mikrometern sowie Durchmessertoleranzen und Formgenauigkeiten von zehn Mikrometern erreichen sie laut Zecha makellose Oberflächengüten und Qualitäten der bearbeiteten Werkstücke. Verglichen mit Kugelfräsern erzielen sie größere Spanvolumina und verbessern die Oberflächenqualität um mehr als 30 Prozent. »Inklusive Zeitersparnis aus dem Zerspanvorgang können Anwender ihre Produktivität sogar um 300 Prozent steigern«, freut sich Arndt Fielen.

Erschienen in Ausgabe: 06/2014