Spezialitäten aus Italien

Stanzen, Biegen, Endenbearbeiten, das sind die herausragenden Kernkompetenzen von Bema. bbr besuchte die italienischen Maschinenbauer in ihrem Stammsitz in Luisago.

14. März 2008

Drei Kernkompetenzen kann Alain Sudermann, in Bema für den technischen Verkauf zuständig, nennen: »Stanzen (Trennen), Biegen und Endenbearbeiten.« Und genau diese Kompetenzen werden die Fachleute für Rohrbearbeitungsmaschinen auf der Tube in Halle 8a, Stand B47, dem Fachpublikum zeigen.

Das Unternehmen

»Hier am Stammsitz unserer Firmengruppe sind das Technische Büro, der Werkzeugbau und die Endmontage unserer Rohrbearbeitungsmaschinen zum Stanzen, Biegen und zur Endenbearbeitung. Wir haben noch zwei Verkaufsorganisationen in Großbritannien und Frankreich sowie einen weiteren Produktionsstandort in Sao Paulo in Brasilien«, stellt Sudermann sein Unternehmen vor. Insgesamt beschäftigt die Bema-Gruppe knapp 100 Mitarbeiter. Davon sind rund 60 Mitarbeiter im Stammwerk in Luisago, nahe bei Como, beschäftigt.

Stanzen und Trennen

Mit der Maschinenreihe ›Sharp Cut-Punch CNC‹ bedient Bema das Stanzen und Trennen von Rohren und Profilen in einer Maschine. So führt der Bediener das Rohr manuell in die Maschine ein, ein Greifer fasst das Werkstückende und zieht das Werkstück ein. Dann fährt der Greifer, durch das CNC-Programm definiert, zurück und schiebt das Werkstück durch das Stanz- und/oder das Trennwerkzeug. »Die Standardmaschinen unserer Sharp 80 Cut-Punch CNC etwa, kann Rohre und Profile mit maximal 80 x 80 mm Querschnitt und vier bis sechs Meter Länge aufnehmen. Derzeit ist im Werk eine Sonderanfertigung für über sechs Meter lange Profile in Arbeit, die Bestandteil einer automatischen Fertigungslinie wird. Die Komponenten, wie die Beladungseinheit, die automatische Zuführung et cetera, sehen Sie hier«, so Sudermann beim Betriebsrundgang. Eine der neuesten Entwicklungen von Bema ist die Challenge 120 — TermoPunch: »Diese Maschine, eine kombinierte Rohrbearbeitungsstraße, ist eine absolute Neuheit. Die CNC-Maschine mit fünf interpolierten Achsen dient zum Schneiden, Stanzen und Trennen der Rohre. Rohrförmige Werkstücke werden heute immer komplexer und in den auszuführenden Schnittvorgängen geht es nicht mehr nur um runde Löcher oder das Ausklinken, sondern um das Ausschneiden komplexer geometrischer Formen «, weiß Sudermann und fährt fort: »Dies ist oftmals nur mit überdimensionierten und sehr teuren Ausrüstungen zu erreichen, oder durch eine bedeutende Anzahl aufeinanderfolgender Arbeitsgänge. Unsere Anwender erwarten in Bezug auf das Schneiden und Trennen von Rohren eine Steigerung der Produktivität, die Verringerung von Nacharbeiten, Transport und Zwischenlagerung, die Senkung der Produktionskosten und die Begrenzung der Investitionskosten. Unsere Herausforderung bestand also darin, eine Ausrüstung zur Bearbeitung von Rohren auf der Grundlage von Sechs-Millimeter-Stäben im automatischen Betrieb mit einem hohen Grad an Autonomie und der Fähigkeit zu entwickeln, ein Maximum an Arbeitsschritten in ein und demselben Arbeitsvorgang zu erledigen.« Sudermann spricht hier von einer neuen Philosophie zur Bearbeitung rohrförmiger Bauteile: »Unsere Neuentwicklung, die Challenge 120 — TermoPunch, birgt die Kombination von drei Techniken: das Stanzen der Rohre auf drei oder vier Seiten mit oder ohne Dorn, das Trennen von quadratischen und rechteckigen Rohren sowie das werkzeugfreie Thermoschneiden. Damit sinken die Produktionskosten, denn das Stanzen wird nur für sich wiederholende Lochbilder verwandt, das mechanische Schneiden zum Ablängen und das Thermoschneiden nur für komplexe Lochkonturen.«

Ende mit Revolver

Eine weitere Spezialität sind die Rohrendenbearbeitungsmaschinen von Bema. Deren Charakteristika sind die Revolverköpfe für die Werkzeugaufnahme, die vertikal angeordnet sind. So kann etwa eine Maschine der Serie ›SERX »n« CNC Universal‹ mehr als sechs Werkzeuge, etwa zum Gewinderollen oder Aufweiten, aufnehmen. »Das ist abhängig von der jeweiligen Werkzeuggröße«, meint Alain Sudermann und präzisiert: »In der Regel werden zwischen sechs und acht Werkzeuge aufgenommen. Bei kleineren Werkzeugen ist jedoch eine größere Werkzeugzahl möglich. Absoluter Vorteil unserer CNC-gesteuerten Revolverköpfe ist die Möglichkeit, in beiden Richtungen zu schwenken sodass die Taktzeit der Teile optimiert ist.«

Doppeltes Köpfchen

Natürlich sind auch die voll elektrischen Bema-Rohrbiegemaschinen, die den Namenszusatz ›Elektra‹ tragen, ein wichtiges Thema. Ein besonders pfiffiger Vertreter der Elektra-Maschinen ist eine Doppelkopf-Rohrbiegemaschine, die ›Reverse DS‹. »Mit dieser Maschine sparen Sie sich die Zuführung der Rohre per Roboter oder Handlingsystem«, kommt Sudermann auf den Punkt, »die Maschine entnimmt sich selbsttätig ein Rohr oder Profil aus dem Stangenmagazin und fährt dann sein Biegeprogramm ab. Besonders beliebt ist die Maschine in der Möbelindustrie, denn das Freiformbiegen der Designerstücke stellt für diese Maschine kein Problem dar.« Übrigens: Die Steuersoftware für alle Maschinen basiert auf Windows und wird von Bema selbst programmiert. Die Maschinensteuerungen selbst sind Standardsteuerungen.

Erik Schäfer

Erschienen in Ausgabe: 03/2008