Solide Qualität

Oftmals stellen wir in bbr die Größen des Maschinenbaus und ihre Hightechprodukte vor. Hier ein Beispiel eines kleinen Maschinenbauers, der mit seinen soliden Maschinen die Märkte erobert.

29. März 2007

Mailand und seine Umgebung ist eine Hochburg des italienischen Maschinenbaus. Zahlreiche, oftmals kleine, innovative Unternehmen produzieren hier Ihre Produkte, die in alle Welt exportiert werden - wie auch das Unternehmen Femas, bekannt für seine Tafelscheren und Abkantpressen für die Blechbearbeitung, aus dem nördlich von Mailand gelegenen Carate Brianza. »Wissen Sie, wir sind eine kleine Firma«, stellt Femas-Firmenchef Roberto Piemonti klar. Dennoch tut dies der Bekanntheit des 16-Mann-Betriebes keinen Abbruch, denn die Tafelscheren und Abkantpressen, meist einfacher Bauart, findet man in den Fertigungsbetrieben in ganz Europa und darüber hinaus. Robust in sauberer Qualität und ohne großen Anspruch auf einen Hightech-Award, präsentiert sich die Produktpalette der Italiener, von mechanischen und hydraulischen Tafelscheren bis zu hydraulischen CNC-Abkantpressen. 100 bis 120 Maschinen produziert Femas in etwa pro Jahr und präsentierte sich auch auf der Euroblech 2006 äußerst erfolgreich: »Die Fachmesse war für uns ein voller Erfolg. Wir haben drei Maschinen direkt auf der Messe verkauft«, so Signor Piemonti begeistert.

Eine Frage der Qualität

»Wir legen besonderen Wert auf die hohe Qualität unserer Produkte«, erläutert der Firmenchef beim Rundgang durch seinen Betrieb und gewährt dazu einen Blick in den Schaltkasten einer Abkantpresse, worin die Technik des deutschen Herstellers Pilz ihren Dienst versieht. Signor Piemonti, gelernter Elektriker, hat noch ein zweites Unternehmen in der Nähe, das sich auf den Bau elektrischer Schaltschränke spezialisiert hat, »da kommt einfach nur die beste Technik hinein«, denn auf Betriebssicherheit legt Piemonti größten Wert. Der Qualitätsgedanke spiegelt sich auch in der 4.000-Quadratmeter-Halle wider. Nicht nur die Schweißkonstruktion der Maschinengestelle fertigen die Mitarbeiter selbst: »Wir setzen auf eine hohe Fertigungstiefe«, auch die notwendigen Fräs-, Bohr- und Dreharbeiten werden in der eigenen mechanischen Werkstatt ausgeführt. Selbst das Lackieren erfolgt in der eigenen Lackiererei. Gerade wird die größte, von Femas je gebaute, Tafelschere für ihren Transport zum Kunden vorbereitet: »Mit dieser hydraulischen Tafelschere kann unser Kunde 20-mm-Stahlplatten mit einer Maximalbreite von 2.000 Millimetern scheren«, so Roberto Piemonti stolz.

Weltweit präsent

Seit nunmehr drei Jahren ist Roberto Piemonti Chef des Unternehmens, in dem er zuvor für viele Jahre als Elektriker gearbeitet hat, und er will das Unternehmen weiter nach vorne bringen: »Wir exportieren in etwa 50 Prozent unserer Maschinen. Mein Ziel ist es, dies kontinuierlich auf 90 Prozent zu steigern«, und hier rechnet sich Signor Piemonti vor allem im Osten Europas noch einiges aus. Und wenn man die Referenz­liste von Femas liest, dann stößt man auf Unterlieferanten der VW-Audi-Gruppe genauso wie auf die Fiat-Automobil­werke, die italienischen Eisenbahnen, die Swissair oder die NATO-Organisation in den USA. Dass der deutsche Markt eine besondere Bedeutung für sein Unternehmen hat, unterstreicht Piemonti mit der neuen Repräsentanz in Deutschland: »Wir konnten die G. Haag, Sulzach, von unseren Produkten überzeugen und arbeiten nun zusammen.« Dass die deutschen Kunden nun in ihrer Landessprache angesprochen werden können, dürfte sich für Femas als großer Vorteil herausstellen, denn gerade in den kleinen und mittleren Betrieben werden einfache, robuste Maschinen immer gesucht.

BackgroundMASCHINENBAUER AUS LEIDENSCHAFT

NAME _ Femas SRL

GRÜNDUNG _ 1964 durch Mario Masperi

GESCHÄFTSFÜHRER _ Roberto Piemonti

MITARBEITER _ 15

PRODUKTE _ Mechanische und hydraulische Tafelscheren, hydraulische Abkantpressen und CNC-Abkantpressen, Mechanische Abkantpressen für Stanzanlagen und Ablänganlagen für Bleche sowie Spezialtafelscheren für Kunststoffe und ähnliche Materialien.

Erschienen in Ausgabe: 02/2007