So schmieren Stahlwerke richtig

Stahlwerkbetreiber fordern Fette, die zur Senkung des spezifischen Verbrauchs führen und dazu beitragen, die Lebensdauer der Lager und Walzen zu erhöhen. Doch welche Schmierfette senken die Produktionskosten? Fuchs sagt, worauf es ankommt.

01. Juni 2005
Die Lager der Stütz- und Arbeitswalzen müssen mit optimalen Fetten geschmiert sein.
Bild 1: So schmieren Stahlwerke richtig (Die Lager der Stütz- und Arbeitswalzen müssen mit optimalen Fetten geschmiert sein.)

Zu den bedeutenden Schmierstoff-Arten, die Stahlwerke zum sicheren Betrieb benötigen, zählen schwerentflammbare Hydraulikflüssigkeiten, Kaltwalzöle, Korrosionsschutzöle, Prelubes sowie Schmierfette. Spezial-Schmierfette kommen etwa in den Kernaggregaten von Warm- und Kaltwalzwerken zum Einsatz, in den Lagern der Stütz- und Arbeitswalzen sowie in den Lagern, Kupplungen und Getrieben der Antriebseinheit der Walzgerüste. Doch welche Schmierfette tragen zur Senkung der Produktionskosten bei? Keine einfache Frage; sie ist für jedes Stahlwerk und im Zweifelsfall für jede Fettschmierstelle anders zu beantworten. Die Schmierfett-Experten von Fuchs, dem größten unabhängigen Schmierstoff-Hersteller der Welt, setzen deshalb auf Beratung der Stahlwerkbetreiber und konzentrieren sich bei der Entwicklung neuer leistungsfähiger und wirtschaftlicher Fette auf drei Kernbereiche: enge prozeßorientierte Zusammenarbeit mit der anwendenden Industrie sowie Lager-, Walzen- und Dichtungsherstellern, Einsparung beim Fettverbrauch und Sortenrationalisierung sowie Einsatz des optimalen Fettes, abgestimmt auf das Anforderungsprofil der jeweiligen Fettschmierstelle und auf das jeweilige Stahlwerk.

Fuchs hat über 20 Jahre Erfahrung in der F& von Schmierfetten für Stahlwerke und daher ein großes Produktportfolio. Zu den Kunden des Mannheimer Unternehmens gehören Stahlproduzenten wie etwa Rasselstein-Hoesch, Thyssen-Krupp Stahl, Voest-Alpine, Huta Sendzimira in Polen, die phillipinische Asia Steel oder Anshan Iron & Steel (China).

Zur Philosophie von Fuchs gehört es, das optimale Schmierfett anzubieten, und das ist nicht zwangsläufig das modernste und leistungsstärkste. »Unbestritten benötigen moderne High-Tech-Stahlwerke auch innovative Hochleistungs-Schmierfette, um volle Leistungsfähigkeit zu bringen und wirtschaftlich zu arbeiten. Aber es gibt auf der Welt noch viele Stahlwerke, die auf dem technischen Stand der 50er oder 60er Jahre sind, so zum Beispiel in Osteuropa. Hier wäre es unseriös, den Betreibern zu modernen Premium-Fetten zu raten«, sagt Rolf Peter Heckler, Leiter Zentralbereich Schmierfette bei Fuchs. Dementsprechend ist das Schmierfett-Programm von Fuchs breit angelegt. Es umfaßt bewährte Standard-Produkte und deren Weiterentwicklungen sowie vollkommen neue Formulierungen. »Wir sind in der Lage, für jedes Stahlwerk - egal welchen technischen Stand oder welche Größe es hat - oder für jede Schmierstelle das optimale Fett anzubieten«, so Heckler.

Das Produktportfolio von Fuchs umfaßt unter anderem EP(Extreme Pressure)-, Calcium-Komplex-, Aluminum-Komplex- sowie Calcium-Sulfonat-Komplex- und Polyharnstoff-Fette. Klassiker im Programm sind Renolit FAP 2, Renolit CX EP 2 und Plexalene 725.

Das Gesamtsystem muß stimmen

Zu den modernen Hochleistungs-Spezialschmierfetten gehören besonders wirtschaftliche Produkte, die universell einsetzbar sind und zur deutlichen Senkung des spezifischen Verbrauchs und zur Erhöhung der Lager- und Walzenlebensdauer beitragen, so zum Beispiel Renolit CXI 2. Im Mittelpunkt des Schmierfett-Konzepts von Fuchs steht, neben Kommunikation mit dem Kunden, der Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit mit anderen Lieferanten. Denn: Ein Fett ist nur dann wirtschaftlich und kann nur dann seine Arbeit optimal verrichten, wenn es mit dem Gesamtsystem, also auch den zu befettenden Aggregaten, harmoniert. Und so spielt bei der Formulierung neuer Schmierfette neben der prozeßorientierten Zusammenarbeit mit der anwendenden Industrie, die gemeinsame Lösungsfindung mit den Herstellern von Lagern und Walzen eine immer bedeutendere Rolle. Entwicklungspartner von Fuchs sind weltweit führende Lager- und Walzenhersteller wie SKF, FAG Kugelfischer, NSK und Timken. Die Schmierstoff-Spezialisten von Fuchs stehen während der F& -Phase für neue Produkte und auch nach deren Markteinführung stets in engem Kontakt mit den Expertenteams der ›Hardware‹-Produzenten. Gemeinsam werden neue Systemlösungen erarbeitet, die die steigenden Anforderungen der Stahlwerkbetreiber berücksichtigen: Senkung der Kosten für die komplexe Wartung und Instandhaltung der Kernaggregate, Steigerung der Lebensdauer, Senkung der Gesamtbetriebskosten. Ein Bereich, in dem Fuchs intensiv und mit Partnern aus der Wälzlagerindustrie und Herstellern von Industrie-Dichtungssystemen forscht, ist die Optimierung des Stranggieß-Prozesses. Ziel ist es, Lösungen zu finden, die es ermöglichen, auf Zentralschmieranlagen zu verzichten. Voraussetzung: die Weiterentwicklung des Gesamtsystems dahin, daß auf eine Nachbefettung völlig verzichtet werden kann. Grundlage hierfür sind besser abgedichtete Lager in Kombination mit innovativen Fetten. Zukunftsvision ist ein Gesamtpaket aus einer fertig befetteten Walze, die nur in Intervallen von mehreren Jahren ausgetauscht werden muß. Ein Verfahren, das in vielerlei Hinsicht kostenoptimierend wirken wird: Reduzierung der Wartungs- und Instandsetzungskosten, Verbesserung des Ausstoßes durch weniger Maschinenstillstand sowie Reduzierung von Pflege- und Entsorgungskosten.

Alexander Vogler

Vier Schmierfette für Stahlwerke

Renolit FAP 2, ein preiswertes EP-Fett, wird vor allem in Kaltwalzwerken eingesetzt und überzeugt durch gute Druckbelastbarkeit. Renolit CX EP 2: Calcium-Komplex-Fett für das Warmwalzen und Stranggießen, ist sehr druckbelastbar, wasser- sowie hitzebeständig. Plexalene 725, ein Al-Komplex-Fett für den Stranggieß-Einsatz, zeichnet sich durch gute Wasser- und Hitzebeständigkeit aus. Renolit CXI 2: Calcium-Sulfonat-Komplex-Fett für Warm- und Kaltwalzwerke, ist ein High-Tech-Schmierfett neuster Generation mit hervorragender Wasser- und Hitzebeständigkeit, extrem guter Druckbelastbarkeit sowie überzeugender Walkbeständigkeit.

Erschienen in Ausgabe: 03/2005