Für die rund 60 Gäste gab es zahlreiche interessante Vorträge. Den Auftakt gab AP&T-Vertriebsingenieur Achim Krauß mit einem Vortrag über das Automationsportfolio von AP&T. Das Unternehmen ist seit den 70er-Jahren in diesem Sektor tätig und bedient die ganze Bandbreite der Linearautomation. Für AP&T spielt es dabei keine Rolle, ob es sich um eine kleine Anlage mit einer Presse oder um eine Pressenlinie mit mehreren Pressen handelt.

Durch kundenorientierte Anwendungsprogrammierung sind die Anlagen imstande, sämtliche Anforderungen an Flexibilität, Verfügbarkeit und Ausbringung zu erfüllen. Auch der komplette Handlingprozess wird abgebildet, so gehören Platinenstapelung und Pressenzuführung zum modularen Standard.

Neue servo-hydraulische Presse

Anschließend referierte Stefan Hildebrandt, ebenfalls Vertriebsingenieur bei AP&T, über die neue servo-hydraulische Presse. Er zeigte erstmals Details der wegweisenden Technologie. Die Maschine hat ein integriertes, hochgenaues Parallelhaltesystem. Darüber hinaus lässt sich die Maschine mit einer AP&T-Automation besser synchronisieren.

Genau aus diesem Grund sieht Michael Hunger, Geschäftsführer von AP&T Deutschland, ein großes Potenzial für Transferanwendungen: »Wir können nicht nur die Automation exakt synchronisieren, sondern die neue Servo-Hydraulik-Presse bietet auch ein weitaus größeres Spektrum bei der Kombination von Presskraft und verfügbaren Tischgrößen.« Aufgrund des modularen AP&T-Konzeptes profitieren die Kunden von einer hohen Flexibilität. Dazu kämen laut Michael Hunger Energieeinsparungen von rund 50 Prozent.

Voll automatisierte Produktionslinien

Ergänzt wurde dieser Vortrag durch einen Exkurs in die neuesten Entwicklungen der Antriebstechnik von ABB – ein strategischer und wichtiger Partner bei der Entwicklung der AP&T-Servo-Presse. Die Kombination von Pressen und Automation führt zu voll automatisierten Produktionslinien. Darüber berichtete Kent Eriksson, Technical Sales Manager AP&T Schweden. Seit mehr als 30 Jahren vereint das schwedische Unternehmen sämtliche Module des bewährten Produktspektrums zu voll automatisierten Produktionslinien für Kunden aus den Bereichen Wärmetauscherplatten, Haushaltsgeräte, Ventilationstechnik oder Gebäudeheiztechnik.

Digitalisierung wird die Industrie verändern

Ein weiteres Highlight boten die Vorträge in der Themenreihe Digitalisierung. AP&T-Vice-CTO Christer Bäckdahl und Dr. Thomas Päßler vom Fraunhofer IWU berichteten über aktuelle Entwicklungen und Anwendungen der Industrie 4.0. Dem Publikum wurde deutlich, dass Entwicklungen in diesem Bereich die Industrie verändern werden. Virtuelle Inbetriebnahme, Echtzeit-Erfassung und Auswertung von Messwerten sowie wichtige Ableitungen für die Instandhaltung bringen einen Kundennutzen und sorgen für eine bessere Planbarkeit.

Im Bereich der Aluminium-Warmumformung lud Dr. Christian Koroschetz, CTO von AP&T, zu einem spannenden Vortrag. Gezeigt wurde ein Kooperationsprojekt zur Ermittlung der Wirtschaftlichkeit von Aluminium-Bauteilen in der Fahrzeug-Karosserie. Dabei wurde klar, dass ein ganzheitlicher Ansatz nicht nur zu geringeren Kosten in der Montage und Logistik führt, sondern auch ein erheblicher Vorteil in der Crash-Performance eines Fahrzeugs erzielt werden kann.

Passend zum Thema zeigte Johan Melander, AP&T-Produkt-Manager Werkzeugtechnik, die Kompetenz im Bereich Werkzeugbau, insbesondere für den Bereich Presshärten. Hier überzeugten das modulare Werkzeugkonzept sowie clevere Details in der Montage und in der Kühlsystem-Ausführung auf ganzer Linie.

Betriebskosten im Blick haben

Einen weiteren Akzent legte Roger Frölander, Technical Sales Manager AP&T, auf das Thema Vollkostenrechnung. Hier hat AP&T in den vergangenen Jahren ein umfängliches Berechnungs-Tool für den betriebswirtschaftlichen Vergleich von verschiedenen Produktionsanlagen entwickelt. Dabei fließen relevante Daten des Kunden und des Anlagenlieferanten wie die Investitionssumme, die Anlagenauslastung oder der Energieverbrauch in die Betrachtung ein.

Zusammenfassend vermittelte Frölander mit seinen Ausführungen die Erkenntnis, dass der Kaufpreis nicht unbedingt das ausschlaggebende Kriterium für eine wirtschaftliche Produktion ist. Viel wichtiger sind niedrige Betriebskosten und eine hohe Verfügbarkeit der Anlage, um die Bauteile zuverlässig und effizient zu produzieren.

Einblicke in die Beölung und Handhabung

Das Technologie-Seminar erhielt auch tatkräftige Unterstützung durch die Partner-Unternehmen Raziol und Springer Greifersysteme. Torsten Simski, Vertriebsleiter bei dem Beölungsexperten Raziol, präsentierte den aktuellen Stand der Schmierungstechnik anhand eindrucksvoller Beispiele aus der Praxis. Mario Kaufmann und Dennis Seel zeigten mit diversen Demonstrator-Greifern, wie sich die Greiftechnik permanent weiter entwickelt. Auch hier spielt das Gewicht eine zunehmend wichtigere Rolle, sodass Greiferrahmen-Komponenten heutzutage auch schon aus Kohlefaser-Verbund-Werkstoffen hergestellt werden.

Eine ganz andere Perspektive präsentierte Jean Lamontanara von Magnetto Automotive auf den dort bestrittenen Weg in das Presshärten. Hier hat man sich vor drei Jahren für eine Partnerschaft mit AP&T entschieden, um den Warmformprozess als neue Fertigungstechnologie zu etablieren. Dabei hat AP&T den Automobilzulieferer auf ganzer Linie unterstützt – angefangen von der Werkzeug-Entwicklung über die Implementierung der gesamten Prozesskette bis hin zu Schulungen. Aufgrund der erfolgreichen Zusammenarbeit möchte Magnetto auch zukünftig mit AP&T kooperieren. Insbesondere auch deswegen, weil AP&T das Verfahren ständig weiterentwickelt.

Positives Feedback

Am Ende des Tages zogen die Teilnehmer und die Veranstalter ein positives Resümee. Judith Brecht von der AP&T-Event-Organisation freute sich über das positive Feedback: »Gelobt wurde dieses Jahr die angenehme Atmosphäre, zu der die interessanten Vorträge, die attraktive Location, das tolle Essen und die gute Organisation beigetragen haben.« Die Teilnehmer konnten aus den Gesprächen mit anderen Experten aus der Umformtechnik neue Erkenntnisse mit nach Hause nehmen.