Smart Tooling

Technik/Biegen und Abkanten

Industriebranchen verändern sich. Kleinere Chargen komplexerer Produkte erfordern mehr Flexibilität in der Fertigung, mehr Prozesskontrolle (Fehlerfreiheit im ersten Durchgang) und eine höhere Auslastung.

02. Oktober 2018
© Wila
Bild 1: Smart Tooling (© Wila)

In der Branche für Abkantpressen haben die Erstausrüster bereits damit begonnen, ihre Abkantpressen interoperabler zu machen, indem sie sie mit innovativen Geräten für den automatischen Werkzeugwechsel (ATC) oder sogar für den automatisierten Betrieb (Roboter) ausgestattet haben. 

Bei der Werkzeugbestückung für Abkantpressen hingegen bleibt die Innovationsstrategie eher konservativ. Das Hauptaugenmerk der meisten Werkzeughersteller liegt auf der Entwicklung neuer Werkzeugmodelle und -typen. Das Potenzial der Datenerhebung aus der Werkzeugbestückung liegt meist außerhalb ihres Betätigungsfeldes. Es überrascht nicht, dass die meisten Werkzeuge von Abkantpressen nicht automatisch erkannt, geschweige denn für Optimierungszwecke automatisch analysiert werden können.

Datenerfassung und Konnektivität

Wila ist bereits heute im Bereich Datenerfassung und Konnektivität innovativ. Vor einigen Jahren hat Wila mit TIPS (Tooling Information and Positioning System) ein Werkzeuginformations- und Positioniersystem eingeführt, das einzelne Werkzeuge in der Abkantpresse automatisch erkennt, positioniert und ausrichtet. Eine spezielle Serie von Wila-Werkzeugen (TIPS-Werkzeuge) ist mit einem ID-Tag zur Kommunikation mit dem TIPS-Werkzeughalter der Abkantpresse ausgestattet.

Um die Vorteile der gemeinsamen Datennutzung für alle Abkantpressen – ob mit oder ohne TIPS – nutzbar zu machen, hat Wila jetzt das Konzept ›Smart Tooling‹ entwickelt. Dieses Konzept wurde entworfen, um alle Abkantwerkzeuge schrittweise in das Datenanalysemodell von Industry 4.0 einzubinden. Auf der Euroblech 2018 will Wila den ersten Schritt in diesem Programm machen und den Weg zu Industrie 4.0 ebnen.

Intelligente Werkzeugbestückung

Der erste Schritt in dem Programm besteht aus zwei Teilen:

• Ausstattung jedes einzelnen Wila-Werkzeugs mit einem

  eindeutigen DM-Code für die Kommunikation

• Ausstattung des Bedieners mit einer

  ›Smart Tooling-App‹ zur Verarbeitung von

  Werkzeugdaten im Produktionsnetzwerk

  Werkzeuge können jetzt einfach in das Produktionsnetz

  eingebunden werden: Bediener können einzelne

  Werkzeuge oder Werkzeugsätze scannen und alle

  Werkzeugdaten direkt mit der Steuerung der

  Abkantpresse austauschen und synchronisieren.

  Von diesem Zeitpunkt an sind alle Werkzeugdaten

  jederzeit und überall verfügbar. Die einfache und

  schnelle Dateneingabe führt zu einer erheblichen

  Zeitersparnis und einer vereinfachten Bestandsführung.   

Euroblech Halle 11, Stand A101

Erschienen in Ausgabe: 06/2018

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