Sieben auf einen Streich

Auf der Euroblech (Halle 13, Stand F98) stellt Fanuc den neuen, siebenachsigen Roboter R-1000iA/120F-7B vor. Dieser Roboter wurde auf Basis des Serienmodells R-1000iA entwickelt. Aufgrund seiner Kinematik mit zusätzlicher Knickachse in Schwinge 2 ist der siebenachsige Roboter prädestiniert für Einsätze in sehr engen Arbeitsräumen.

24. Oktober 2016

Der neue R-1000iA/120F-7B hat eine Traglast von 120 kg und eine maximale Reichweite von 2.230 mm. Die herausragenden Merkmale der Baureihe sind schlanke Bauform und hohe Dynamik. Die zusätzliche Achse in der Schwinge 2 erlaubt es dem Roboter, die Schwinge 2 praktisch zusammenzufalten und damit zu verkürzen. So kann der Roboter in einem engen Arbeitsraum operieren, behält aber – im Vergleich zur Kurzarm-Version eines Roboters – seinen kompletten Aktionsradius bei.

Vorgestellt wird der Roboter in einer Punktschweißapplikation mit Leichtbauzange. Anlagenbauer und Systemintegrator Lewa Attendorn hat zur Vorstellung des neuen Roboters eine Leichtbauzange „SpeedGun 10K“, eine extrem leichte und schnelle Servozange, zum Aufbau der Zelle bereitgestellt. Außerdem ist der Roboter mit einem Becker-Dresspack ausgestattet. Das Gelenk in der J2-Schwinge erlaubt es, den Roboter beispielsweise bei einer Schweißapplikation im Rohbau näher an den Arbeitspunkt zu plazieren – ohne an Reichweite zu verlieren. Da der Roboter auch über Kopf nach hinten arbeiten kann, ergibt sich trotz der kompakten Bauweise ein beachtlich großer Arbeitsraum. „Fahrversuche“ mit einem sechs- und einem siebenachsigen R-1000iA haben bei selber Traglast die gleichen Zykluszeiten an beiden Robotermodellen ergeben. Auch bei der Wiederholgenauigkeit liegen die unterschiedlichen Modelle mit ± 0,2 mm gleich auf.

Die Fähigkeiten des R-1000iA/120F-7B gehen jedoch weit über Spot-Welding-Anwendungen hinaus. Gut vorstellbar ist der Einsatz in einer kompakten Palettierzelle oder beim räumlich beengten Be- und Entladen einer Bearbeitungsmaschine. Die Programmierung ist denkbar einfach – wie bei jedem anderen Fanuc-Roboter auch. Aufgrund seiner sieben Achsen und der Möglichkeit, die Länge der Schwinge 2 durch „Einklappen“ um 400 mm zu verringern, eröffnet der Roboter jedoch zusätzliche Möglichkeiten, etwa den Abstand zwischen Roboter und Bauteil zu verringern, um eine noch kompaktere Zelle zu bauen, oder Roboter einzusetzen, wo bisher der notwendige Arbeitsraum nicht vorhanden war. In den Steuerschrank wird für den siebten benötigten Antriebsstrang ein zusätzlicher Achsverstärker eingebaut.