Sicherheitsventile

Dem Überdruck keine Chance

16. Juni 2008

Für Betreiber druckbeaufschlagter Anlagen sind sie die letzte Instanz, bevor Überdruck zum Unglück wird: Sicherheitsventile blasen überschüssige Dämpfe und Gase selbsttätig ab. Dies geschieht, sobald der eingestellte Öffnungsdruck erreicht ist: Einfeder- oder gewichtsbelastetes Element im Ventil gibt nach und öffnet es zum Abblasen. Beispielsweise, wenn der zulässige Betriebsdruck in der Anlage erreicht ist. Nach dem Druckausgleich schließt das Ventil automatisch und würde bei erneutem Druckanstieg sogleich wieder ansprechen. Es gibt zwei Bauarten: Gesteuerte Sicherheitsventile bieten im Gegensatz zur direkt wirkenden Variante ein genaueres Ansprechverhalten, sind aber komplexer und meist teurer. In der Praxis haben sich federbelastete, direkt wirkende Sicherheitsventile durchgesetzt. Bei der Auswahl hat der Anwender insbesondere die Gasart sowie den Öffnungsdruck, Temperaturbereich und Eingangsanschluss zu beachten. Gegebenenfalls ist eine optionale Kondensatbohrung zur Abscheidung von Feuchtigkeit relevant. In korrosiver Einsatzumgebung sollte das Ventil nicht aus Messing, sondern Edelstahl gefertigt sein. Sicherheitsventile müssen einer Bauvorschrift entsprechend zugelassen sein. Zu den wichtigsten Normen zählen die deutsche Druckgeräterichtlinie 97/23/EG und die europäische Norm EN ISO 4126-1. Weil es sich um Ausrüstungsteile mit Sicherheitsfunktion handelt, kommt der funktionalen Güte eine besondere Bedeutung zu. Auf Nummer sicher geht, wer Markenfabrikate wählt, beispielsweise vom deutschen Hersteller Witt. Dessen Sicherheitsventile sind nicht nur für alle technischen Gase geeignet und lageunabhängig einbaubar. Sie werden sogar einzeln vom TÜV geprüft und entsprechend zertifiziert. Das macht den Betrieb sicherer und erleichtert die Zulassung der Gesamtanlage. Tipp: Wer die Variante mit Anlüftoption wählt, hat es auch bei der Funktionsprüfung im Rahmen der Betriebssicherheitsverordnung leichter.