Sicherer Entgraten

Fokus

Eine neue Steuerung und proportionale Gasregelung von Bosch Rexroth machen thermisches Entgraten schneller und sicherer.

27. August 2010

Die neue Rexroth-Steuerung in Kombination mit einer proportionalen Gasregelung machen das thermische Entgratprinzip jetzt noch schneller, sicherer und reproduzierbarer.

Kern der neuen Steuerung für die Thermischen Entgratanlagen P80 und P350 von Rexroth ist ein leistungsfähiger Industrie-PC mit integrierter Soft-SPS, der die Steuerungsfunktion der Anlage übernimmt. Die Produktionsdaten der Maschine können angezeigt und ausgewertet werden.

Die graphische Prozessvisualisierung erlaubt es dem Anwender, den aktuellen Prozessfortschritt an einem 15-Farbdisplay zu verfolgen. Wichtige Informationen und Schaltzustände von Gasventilen werden graphisch angezeigt und unterstützen den Techniker im Servicefall. Die Verwaltung der Prozessparameter für die Bearbeitung unterschiedlicher Werkstücke erfolgt in einer Datenbank. Beim Umrüstvorgang lassen sich diese Daten in der Steuerung aufrufen – ein manuelles Umstellen von Mechanikkomponenten entfällt. Der Umrüstvorgang ist wesentlich kürzer und führt zu hoher Prozesssicherheit und Reproduzierbarkeit der Entgratergebnisse.

Die proportionale Gasregelung der Anlage reduziert die Taktzeit für einen Bearbeitungszyklus um bis zu 25 Prozent und stellt sicher, dass in jedem Bearbeitungszyklus die gleiche Menge des Gasgemisches in die Entgratkammer gefüllt wird. Dies führt beim Entgratvorgang zu einem gleichmäßigen Entgratergebnis und verbessert den Prozess deutlich.

Die neue Maschinensteuerung basiert auf der jahrzehntelangen Erfahrung von Rexroth mit diesem Verfahren, das sich zum Entgraten von Werkstücken aus oxidierenden Werkstoffen wie Stahl, Guss oder Aluminium eignet. Vor allem an komplex zerspanten Werkstücken entfernen thermische Entgratanlagen innen und außen liegende Grate in einem Bearbeitungsschritt. Dies geschieht durch Zünden eines Gasgemisches und der dabei kurzzeitig entstehenden hohen Temperatur von rund 3.000 °C.

Erschienen in Ausgabe: 04/2010