Sicher und effizient

Spanntechnik

Ein neues Vakuum-Spannsystem hat das Unternehmen Andreas Maier Fellbach entwickelt. Die Spannplatte kann ohne zusätzliche externe Venturidüse sowohl mit Druckluft als auch mit externer Pumpe betrieben werden.

19. August 2009

Neun Ansaugstellen ermöglichen flexible Feldeinteilungen sowie das Spannen mehrerer Teile. Mit hohen Haltekräften, auch an unbearbeiteten Flächen, ermöglicht die Vakuum-Spanntechnik eine verzugs- und schwingungsfreie Fünfseitenbearbeitung überwiegend dünnwandiger, nichtmagnetischer Teile in nur einer Aufspannung.

»Unser neues Vakuum-Spannsystem kann sowohl mit Druckluft und das ohne externe Venturidüse als auch mit Vakuumpumpe betrieben werden«, versichert Wilfried Braun von AMF. »Die integrierte Venturidüse ermöglicht das sichere, kostengünstige Spannen mit Druckluft aus dem Netz. Wenn die nicht verfügbar ist, kann man ohne Umrüstung eine externe Vakuumpumpe verwenden«, so der Produktmanager weiter. Auf der nur 40 mm hohen Vakuum-Spannplatte aus hochfestem Aluminium sorgen bis zu neun miteinander verbundene und einzeln zu verschließende Ansaugstellen für hohe Haltekräfte an den Werkstücken. Auf diese Art gespannte Teile können anschließend mit nur einer einzigen Aufspannung an fünf Seiten bearbeitet werden.

Die Werkstücke lassen sich mit Hilfe der integrierten Bohrungen für Anschlagstifte oder der seitlichen, höhenverstellbaren Exzenteranschläge einfach positionieren.

Das Problem ist hinlänglich bekannt und allgegenwärtig: Vor allem dünnwandige, nichtmagnetische Werkstücke lassen sich für Bearbeitungsprozesse wie Fräsen, Schleifen, Polieren, Gravieren, Beschichten oder auch zum Prüfen oft nur schwer spannen. Die neue Vakuum-Spanntechnik von AMF bietet eine Lösung unabhängig von der Luftversorgung im Unternehmen. Eine Feldereinteilung auf der Spannplatte im 25-mm-Raster und Nutenzüge, die per mitgelieferter Dichtschnur abgedichtet werden, ermöglichen die flexible Positionierung von Werkstücken. Die können aus Metall, NE-Metallen oder auch Kunststoff sein. Immer findet sich eine Abdichtmöglichkeit, indem auf der Platte die entsprechend benötigten Felder umschlossen werden. Anschließend lassen sich die Werkstücke verzugs- und schwingungsfrei von fünf Seiten bei nur einer Aufspannung bearbeiten. »Das erhöht die Maschinenlaufzeiten bei der Bearbeitung von Umfang und Planfläche der Werkstücke, weil sich die Rüstzeiten um bis zu 80 Prozent reduzieren lassen. Außerdem verhindert es Maßabweichungen durch sich addierende Fehler bei mehrfachen Spannvorgängen«, erklärt Braun.

Die neue Vakuum-Spannplatte liefert der Hersteller, der ausschließlich in Deutschland produziert, in vier Größen mit 300 x 200 mm, 300 x 400 mm, 400 x 400 mm sowie 400 x 600 mm. Seitliche Nuten ermöglichen das Befestigen auf dem Maschinentisch mit Spanneisen oder Spannpratzen. Zum Umfang des neuen Vakuum-Spannsystems gehören neben der Grundplatte, einem Vakuummeter und zehn Meter Dichtschnur alle zum sofortigen Einsatz notwendigen Zusatzteile wie beispielsweise ein Absperrventil, Schalldämpfer, sechs Exzenteranschläge oder ein Pneumatikschlauch. Das System ist erweiterbar, weil sich mehrere Platten verbinden lassen. Darüber hinaus lässt es sich auch zusammen mit dem Nullpunkt-Spannsystem Zero-Point von AMF für noch rationelleres Wechseln der Platte kombinieren.

Hintergrund

Marktführer, der auch in der Krise wächst

Das 1890 als Schlossfabrik Andreas Maier Fellbach (AMF) gegründete Unternehmen gehört heute weltweit zu den Marktführern rund ums Spannen, Schrauben und Schließen. Mit mehr als 5.000 Produkten sowie zahlreichen Patenten gehören die rührigen Schwaben zu den innovativsten Unternehmen ihrer Branche. Auch 2008 ist die Andreas Maier GmbH & Co. KG gewachsen und hat mit rund 200 Mitarbeitern 38 Millionen Euro Umsatz erzielt. Mit Schnelligkeit, Flexibilität und gut qualifizierten Mitarbeitern will die Andreas Maier GmbH & Co. KG auch in diesen schwierigen Zeiten erfolgreich sein.

Erschienen in Ausgabe: 8-9/2009