Sicher produzieren

Ford, im belgischen Genk, hat mit Brankamp, Erkrath, gute Erfahrungen gemacht. Nun setzen die Automobilbauer in ihrem Presswerk auch deren Prozess-Monitoring-Systeme erfolgreich ein.

28. März 2007

Effizienz, Sicherheit und Mobilität stehen bei den Automobilbauern an erster Stelle. So auch im Fordwerk in Genk (Belgien), wo 250.000 Autos jedes Jahr vom Band laufen. Rund 5.000 Mitarbeiter produzieren in dem belgischen Werk die Automobilmodelle Mondeo, S-Max und Galaxy.

Sicherheit im Presswerk

Eine der wichtigsten Abteilungen in Genk ist dabei das Presswerk mit wahren Maschinen-Riesen von 2.000 Tonnen Presskraft. »Unser Spektrum reicht von kompletten Seitenwänden über Kotflügel bis hin zu Verstärkungsteilen«, sagt Hans Josef Richner, Electrical Engineer bei Ford in Köln. Eine Presse in Genk ist allein so hoch wie ein kleines Einfamilienhaus. Die Presswerkzeuge messen oft über 4,5 mal 2,5 Meter. »Der kritische Moment in unserem Fertigungsprozess ist die Einrichtphase eines neuen Werkzeugs«, so Hans Josef Richner.

Sicherer WerkzeugWechsel

Oft werden die Werkzeuge einer Pressenlinie einmal am Tag gewechselt und neu eingerichtet. »Das dauert im Schnitt rund 30 Minuten«, berichtet Richner. Dabei hatten die Autobauer bislang mit einem Problem zu kämpfen, das auch bei normal dimensionierten Pressen auftaucht. Die Kraftanforderung kann zum Beispiel durch Gasdruckfedern nicht im unteren Umkehrpunkt der Presse anfallen, dieser Umstand wird dann eventuell nicht erkannt. Die Folge: Die Maschinen wurden insbesondere beim Anfahren mit neuen Werkzeugen überlastet, mitunter sogar beschädigt. »Wir brauchten eine Einrichthilfe für unsere Maschinen«, so Fertigungs-Profi Richner.

Aus Erfahrung gut

Seit August 2006 setzt Ford in Genk deshalb auch im Presswerk auf Prozess-Monitoring-Systeme von Brankamp. »Wir haben in der Räderfertigung schon gute Erfahrungen mit dem Brankamp-4000-System gemacht«, so Werner Vaesen, Mechanical Engineer im Presswerk Genk. »So sind wir auf das Unternehmen aufmerksam geworden.« Im Fokus des Interesses der Automobilbauer stand dabei zunächst: das »EasyVision«-System, eine speziell für Pressen entwickelte Einrichthilfe. Dieses innovative Brankamp-System erkennt, wenn ein Werkzeug falsch justiert wurde und es dadurch nach dem Schneidevorgang unbemerkt auf dem Stoppblock aufsetzt.

Einrichthilfe mit Zusatzfunktionen

»Das belastet die Maschine unnötig. EasyVision zeigt mittels Kraftkurve auf dem Monitor an, ob das Werkzeug optimal eingerichtet ist. Außerdem kann der Werker mit EasyVision das Resonanzverhalten während der Produktion beobachten«, sagt Brankamp-Experte Andreas Steinhauer. Gemeinsam haben die beiden Unternehmen die besonderen Anforderungen des Genker Werks lokalisiert: »Genauso wichtig wie die Einrichthilfe selbst ist für uns das Abspeichern der Werte und Kurven des Einrichtprozesses«, sagt Richner. »Deshalb haben wir uns für die Brankamp PK 6000 als Einrichthilfe entschieden«.

Effizienz als Mass der Dinge

Der Vorteil für die Presswerker liegt klar auf der Hand: Kommt ein identisches Werkzeug zum Einsatz, sind die optimalen Werte bereits in einer abgespeicherten Kurve hinterlegt. »Das verkürzt die Einrichtphase und erhöht die Produktivität«, so Andreas Steinhauer von Brankamp. Auch bei der Ausstattung der Pressen mit Prozess-Monitoring war Effizienz das Maß aller Dinge.

Flexibler Einsatz

Mit Unterstützung des Ford-Kompetenzteams haben die Servicemitarbeiter von Brankamp insgesamt drei Kopfpressen mit Sensoren und Anschlüssen - so genannten Maschinenvorbereitungssätzen - ausgestattet. Der besondere Clou dieser gemeinsam erarbeiteten Lösung: Eine PK 6000 kann die Einrichtung aller drei Pressen überwachen. »Das Brankamp-System ist nicht fest an einer Presse installiert, sondern wurde auf einem Rollwagen montiert«, sagt Andreas Steinhauer, »so kann die PK 6000 flexibel eingesetzt werden - genau an der Presse, wo gerade ein Werkzeug gewechselt werden muss.« Das PK-6000-Prozess-Monitoring-System wird dabei ganz einfach über eine Steckvorrichtung an die jeweilige Presse angeschlossen. »Eine besonders effiziente Lösung«, äußert sich Richner zufrieden. Kein Wunder also, dass der Automobilhersteller auch in Zukunft auf Prozess-Monitoring-Systeme des Erkrather Weltmarktführers setzen will.

Erschienen in Ausgabe: 02/2007