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Servoelektrisch oder hydraulisch?

Servoelektrisch oder hydraulisch?

Technik/Rohrbiegen

Ist der richtige Antrieb für Rohrbiegemaschinen eine Grundsatzfrage oder kommt es ›darauf‹ an? Gibt es eine Patentlösung für alle Anwendungen oder muss man jeden Fall individuell betrachten?

27. November 2012

Sind vollelektrische oder hybride Antriebe mit pneumatischen oder hydraulischen Nebenachsen besser für Rohrbiege- und Umformmaschinen geeignet? Eine pauschale Antwort auf die Frage gibt es nicht. Die Transfluid Maschinenbau GmbH sieht kompakte und leistungsstarke hydraulische Antriebe für Rohrdurchmesser über 120 mm ganz klar im Vorteil für das Biegen und Umformen. Hier spielt die Hydraulik ihre Vorzüge aus. Dies gilt jedoch nicht für Aufgaben, die bei geringeren Durchmessern zu erfüllen sind. »Je komplexer die Anforderungen, umso interessanter ist es, Biegemaschinen mit elektrisch betriebenen Achsen auszustatten«, erklärt Gerd Nöker, Geschäftsführer bei Transfluid.

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Deshalb entwickelt das Unternehmen seine CNC-Biegemaschinen bis 120 mm Durchmesser mit elektrischen Biegeantrieben und pneumatischen oder hydraulischen Nebenachsen oder entsprechend individueller Anforderungen auch vollelektrisch. »Bei Biegemaschinen für kleine Durchmesser ist vor allem die Geschwindigkeit entscheidend. Aber auch die Präzision, da diese Antriebe absolut reproduzierbare Ergebnisse sichern«, führt Nöker weiter aus.

Technisch überzeugend

Das Beispiel einer Transfluid-Biegemaschine für Rohre bis 30 mm Durchmesser belegt die Leistungsfähigkeit vollelektrischer Biegemaschinen deutlich: Die Biegeleistung beträgt 30 x 1,5 mm bei Stahl mit 1500 MPa Festigkeit. Die Maschine bietet einen sehr schnellen Vorschub von 1800 mm/s und kann das Rohr mit 400°/s drehen und mit 300°/s biegen. Die Genauigkeit liegt bei 0,05 mm respektive 0,05° und unterstreicht, wie effektiv ein servoelektrischer Antrieb ist, wenn eine schnelle und präzise Produktion gewünscht ist.

Leistungsstarke Variante für Rechts-links-Biegen

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Als rechts-links-biegende Maschine ist der Wechsel der Biegerichtung in 2,5 s ausgeführt, inklusive der Positionierung in der jeweiligen Biegeebene. Diese Biegeanlagen stattet das Unternehmen bereits in der Standardausführung mit bis zu drei Ebenen pro Biegekopf aus. Abhängig von der Geometrie ist ein Wechsel der Biegeebene ebenfalls unter 1,5 s möglich. Die rechts-links-biegenden Maschinen sind sehr schmal gestaltet. Damit eignen sie sich für die Ausstattung mit automatischen Be- und Entladesystemen.

Vorteile elektrischer Antriebe

Eines der wichtigsten Argumente für die Verwendung von elektrischen Antrieben in Rohrbiegemaschinen bis 120 mm Rohrdurchmesser ist die Möglichkeit, dass sich die Achsen sehr einfach zueinander synchronisieren lassen. Diese Funktion ist besonders hilfreich, wenn die Maschine über eine Nachdrückvorrichtung verfügt. So wird das Ergebnis beim werkzeuggebundenen Biegen und auch beim Freiformen positiv beeinflusst. Eine Reduzierung der Spannlängen und eine Verbesserung der Wandstärkenverschwächung im Bogen ist so möglich. Freiformgeometrien mit minimaler gerader Länge zwischen werkzeuggebundenem Bogen und der Rollgeometrie können ebenfalls hergestellt werden.

Auch in Hinblick auf die Arbeitsplatzqualität ist der extrem leise Betrieb der Anlagen ein wichtiges Argument für den elektrischen Antrieb. Und schließlich nicht zu unterschätzen: der sparsame Energieverbrauch, der für eine besonders wirtschaftliche Leistung sorgt.

Hintergrund

Transfluid ist ein weltweit gefragter Hersteller von Rohrbiege- und Rohrbearbeitungsmaschinen. Seit 1988 entwickelt Transfluid seine Technologien zur Rohrbearbeitung für den Anlagen- und Maschinenbau, die Automobil- und Möbelindustrie, den Schiffsbau bis hin zum Geländerbau und zur Fördertechnik. Das Unternehmen aus Südwestfalen ist mit Servicebüros in Europa und Asien präsent.

Erschienen in Ausgabe: 07/2012