Sensitiver Lieferheld

Roboter müssen in Zukunft mobil einsetzbar sein. Auf mobilen Plattformen bewegen sie sich dann selbstständig durch Werkshallen, transportieren Waren oder Werkstücke und modernisieren so die logistischen Abläufe in der Produktion von morgen. Davon profitiert jetzt auch Kuka. Die eigene Roboterproduktion wurde jetzt von einem Mehrliniensystem auf eine Linienfertigung nach modernen Lean-Produktionsmethoden umgestaltet. Der mobile Roboter KMR Iiwa, eine autonom verfahrende Plattform in Verbindung mit dem Kuka-Leichtbauroboter LBR Iiwa, beliefert automatisch den Robotermontage-Arbeitsplatz in der KR-Quantec-Zentralhandmontage mit Produktionsmaterial.

13. Januar 2016

„Wir wollen unsere Fertigung für die Zukunft aufstellen und die Effizienz deutlich steigern. Ziel ist eine Kapazität von mehr als 20.000 Robotern pro Jahr bei uns in Augsburg. Das können wir nur schaffen, wenn wir die Prozesse in der Robotermontage nach modernen Lean-Methoden umgestalten“, erläutert Andreas Ostermann von Roth, Executive Vice President Operations bei Kuka Roboter, warum die 140 Meter lange Produktionslinie gebaut und dabei verstärkt auf Automatisierung gesetzt wurde.

Die Anlieferung des Montagematerials Just-in-Sequenz (JIS) war hier ein wesentlicher Baustein. Kuka hat dafür ein ganzes Spektrum an Lösungen entwickelt – von manuell verfahrbaren Leichtbaurobotern bis zu völlig autonom agierenden Systemen. Gerade in der Logistik und in der Lagerhaltung ergeben sich neue Einsatzmöglichkeiten. So können sowohl Material als auch Roboter immer genau an dem Ort sein, wo sie am meisten gebraucht werden.

KMR Iiwa liefert Schrauben, Muttern & Co.

Kuka setzt den KMR Iiwa in der eigenen Produktion ein. In der Montage des Kuka KR Quantec ist eine Kanban-Lösung implementiert. Hier übernimmt der KMR Iiwa die Verteilung von Schrauben, Dichtungsringen, Muttern und weiteren Kleinteilen. In regelmäßigen Abständen prüft der Roboter die einzelnen Regale ab und entnimmt die angelieferten, mit den Kleinteilen bestückten Boxen.

Er hält die Box an einen auf der Plattform montierten QR-Code-Scanner, scannt ihn ab und erkennt so die individuelle Zielposition jeder Box. Anschließend transportiert die autonom fahrende Plattform die Behälter durch die Produktionshalle und liefert sie automatisch an den Arbeitsplatz. „Diese Just-in-Sequenz-Belieferung gehört zu unserem neuen Logistik-Konzept in der Produktion unserer Roboter“, erklärt Sebastian Bodenmüller, Leiter der Robotermontage bei Kuka Roboter. Zwei wesentliche Punkte werden berücksichtigt, damit ein hohes Maß an Wirtschaftlichkeit garantiert ist: Der KMR Iiwa fährt keine unnötigen Wege und benötigt keine Pause.

Mobiler Roboter schnell akzeptiert

Mit der integrierten Kuka.Navigationsolution in Verbindung mit Sicherheits-Laserscannern ist der KMR Iiwa in der Lage, frühzeitig Hindernisse zu erkennen und sicher durch die Produktion zu navigieren. So kann er sich den Weg mit Personen und Logistikzügen teilen. Eine spezielle Absicherung oder eine weitere Bearbeitung der Fahrtwege ist nicht nötig.

„Kuka steht für Innovation. Das zeigt sich jetzt auch in unserer eigenen Produktion. Unsere Mitarbeiter haben den KMR Iiwa schnell als vollwertigen Kollegen akzeptiert. Sie wissen die Vorteile des intelligenten Assistenten zu schätzen“, resümiert Sebastian Bodenmüller.

In erster Linie übernimmt er monotone und für den Menschen unergonomische Aufgaben. Er arbeitet unabhängig von Pausenzeiten und ist immer einsatzbereit, wenn er gebraucht wird. Unterschiedliche Industriemaschinen zu bestücken ist ebenso denkbar, wie die direkte Zusammenarbeit mit einem oder mehreren Mitarbeitern in einem geteilten oder gemeinsamen Arbeitsraum.

Ortsunabhängiger Produktionsassistent

Mit dem KMR Iiwa kombiniert Kuka die Stärken des sensitiven Leichtbauroboters LBR Iiwa mit einer mobilen und autonomen Plattform. So wird der Roboter zum ortsunabhängigen, hochflexiblen Produktionsassistenten mit uneingeschränktem Arbeitsraum.