Selbstreinigende Schrottbänder

Wesentliche Reduzierung von Reinigung und Wartung

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten kommen alle Prozesse auf den Prüfstand. Dabei geht es nicht in erster Linie um Investitionen, sondern vor allem um die Folgekosten. Bei der Schrottentsorgung, die insbesondere in der Automobilbranche einen bedeutenden Bereich darstellt, verhilft die Bürener Maschinenfabrik (bmf), Büren, ihren Kunden mit mehreren technologischen Neuerungen zum Sparen. Diese jüngsten Innovationen hat das Unternehmen bereits durch entsprechende Gebrauchsmuster geschützt.

15. Juli 2003

Schrottförderbänder werden für den Transport von losem Schrott aus Preßwerken eingesetzt, der beim Zuschnitt und bei der Umformung von Karosserieblechen anfällt. Die vergleichsweise geringen Dicken und Größen mancher Schrottabfälle führen dazu, daß sich Blechteile in den Scharnieren der Fördermatte verklemmen oder durch Adhäsionskräfte an der Bandmatte anhaften und in den Bereich des Untertrums verschleppt werden. Um die Funktionsfähigkeit der Bänder zu gewährleisten, müssen diese Verunreinigungen bislang durch Bedienpersonal regelmäßig beseitigt werden. Attraktive Einsparpotentiale bei der Schrottentsorgung ergeben sich demnach in den Bereichen Reinigung und Wartung. Getreu dieser Maxime hat die Bürener Maschinenfabrik selbstreinigende Schrottbänder entwickelt, die Kostenersparnisse durch eine wesentliche Reduzierung von Routinearbeiten bringen.

Beachtliche Einsparungen

Die beachtlichen Einsparungen im Betrieb der Anlagen resultieren aus der Integration von zwei Neuerungen. Dabei handelt es sich zum einen um doppelte Wannen zur Optimierung der Betriebssicherheit und zum anderen um eine zusätzliche Bürstenstation zur Verbesserung der Reinigungsergebnisse. Ein bemerkenswerter Reinigungseffekt läßt sich durch die Kombination von Doppelwanne und Bürstenstation erzielen. Gegenüber konventionellen Lösungen mit der üblichen Ölwanne verfügen die Anlagen mit Doppelwanne über eine zusätzliche Reinigungswanne mit einem Sondermitnehmer. Die zweite Neuerung ist eine Bürstenstation, die im Untertrum der Schrottförderbänder angebracht wird und für die Reinigung der Bandmatte sorgt.

Kernstück der Bürstenstation ist eine Bürstenleiste, die über eine drehbar gelagerte Achse mit zwei Schlitten verbunden ist und horizontal und vertikal geführt ist. Im Betrieb treffen die Mitnehmer der Bandmatte auf die Bürstenleiste, die dadurch rotierend ausgelenkt wird. Durch Gegengewichte wird die Bürste wieder in Eingriff gebracht und kann ihrer Funktion weiter nachkommen. Abgereinigte Blechabfälle und Verunreinigungen fallen unterhalb der Bürstenstation in einen Sammelcontainer und werden zentral entsorgt.

Erfolgreiche Pilotanlagen

Für Audi Neckarsulm konzipierte die Bürener Maschinenfabrik eine Lösung, bei der die Reinigung der Bandmatten zusätzlich durch automatische Bürstenstationen erfolgt. Dadurch sind die Bänder in der Lage, zeitversetzt Aluminium- und Stahlschrott zu fördern. Ein Vermischen der unterschiedlichen Materialien durch anhaftende Schrotteile außerhalb der zulässigen Toleranz wird vermieden, so daß der Aluminium- oder Stahl-Schrott sortenrein verwertbar bleibt.

Bei Audi Ingolstadt realisierte die Bürener Maschinenfabrik ein Projekt mit elf Schrottförderbändern, bei dem Doppelwannen eingesetzt wurden. „In diesen ersten Projekten haben unsere Neuerungen ihre Praxistauglichkeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt“, kann Bmf-Geschäftsführer Dr. Dieter Krause von erfolgreichen Pilotanlagen berichten. Der vergleichsweise geringe Investitionsaufwand, die wartungsfreundliche Konstruktion und der geringe Platzbedarf sind bedeutende Aspekte, die für die Neuentwicklungen der Bürener Maschinenfabrik sprechen.

Erschienen in Ausgabe: 04/2003