Seit 30 Jahren Stahl am laufenden Band

Jubiläum/Stahlo

Im Jahr 1983 fiel der Startschuss für Stahlo. 30 Jahre später zählt das Unternehmen aus dem hessischen Dillenburg zu den größten und modernsten werksunabhängigen Stahl-Service-Centern in Deutschland.

15. Oktober 2013

Als Spezialist im Feinblechmarkt hat Stahlo alle wichtigen Materialien im Lieferprogramm. An den Standorten Dillenburg und Gera produziert das Unternehmen individuell nach Kundenwunsch Spaltband, Zuschnitte, Standardformate, Formzuschnitte und Konturen in allen gängigen Güten – bis hin zu hoch- bis ultrahochfesten Güten mit 1450 MPa Zugfestigkeit nach ISO/TS 16949. Aus diesem auf Wunsch angearbeiteten Rohmaterial stellen die Kunden dann ihre Produkte her.

»Ein großer Vorteil von Stahlo ist, dass wir nicht konzerngebunden sind, sondern unabhängig«, sagt Guido Spenrath, Geschäftsführer von Stahlo. »Dadurch sind wir am Stahlmarkt viel flexibler als die meisten unserer Wettbewerber.« Stahlo gehört zur inhabergeführten Friedhelm Loh Group mit Sitz im hessischen Haiger. Die Gruppe beschäftigt weltweit über 11000 Mitarbeiter und hat im Jahr 2012 einen Umsatz von 2,2 Mrd. € erwirtschaftet. Damit gehört die Unternehmensgruppe zu den großen deutschen Mittelständlern. Inhaber Friedhelm Loh ist auch gleichzeitig Vorstandsvorsitzender der Friedhelm Loh Group. Das Unternehmen Stahlo selbst beschäftigt rund 220 Mitarbeiter, deren größter Teil in Dillenburg tätig ist. Ausländische Tochtergesellschaften und Verkaufsbüros gibt es in Prag, Warschau und Winkel (Niederlande).

Die Verbindung zum Schwesterunternehmen Rittal war ein wesentliches Motiv für die Gründung von Stahlo im Jahr 1983. Zwar ist der System- und Schaltschrankhersteller auch heute noch ein wichtiger Kunde für das Stahlo-Service-Center. Aber längst hat sich Stahlo einen weiten Kundenkreis in der Automobil-, Bau-, Elektro- und Beschlagindustrie ebenso wie in den Branchen Haushaltsgeräte, Maschinenbau, Sanitärinstallationen sowie bei Profilherstellern erschlossen.

Anfänglich im hessischen Haiger angesiedelt, zog das schnell gewachsene Unternehmen nach nur zwei Jahren ins benachbarte Dillenburg um. Schon nach fünf Jahren zählte Stahlo mehr als 100 Mitarbeiter. Nicht zuletzt dank zahlreicher Investitionen konnte sich Stahlo im westeuropäischen Markt rasch einen Platz als kompetentes Stahl-Service-Center sichern: Eine Weltneuheit war beispielsweise im Jahr 1993 die automatische Vermessung der Zuschnitte bei laufender Produktion.

Im Jahre 2000 durchbrach Stahlo die Marke von 200000 t. Einen weiteren hochmodernen Standort gibt es seit 2004 in Gera, der unter anderem über eine der modernsten Platinenschneidanlagen Europas verfügt: Damit lassen sich hoch- bis ultrafeste Güten mit einer Zugfestigkeit bis 1450 MPa in automobiler Außenhautqualität verarbeiten. Die Produktionsstätte in Dillenburg hat rund 20000 m3 Produktionsfläche, die in Gera rund 13000 m3. Durch die Erweiterung um den thüringischen Standort hat sich die Produktionskapazität im Vergleich zum Jahr 2000 mehr als verdoppelt. Verkehrstechnisch günstig gelegen, kann Stahlo von Dillenburg und Gera aus den gesamten deutschen Raum und das benachbarte Ausland beliefern – und zwar just in time.

»Wir sind gut aufgestellt«, ist sich Guido Spenrath sicher. »Denn dank unserer soliden finanziellen Grundlage können wir antizyklisch einkaufen – das ist ein massiver Vorteil, nicht zuletzt für unsere Kunden. Außerdem sind wir werksunabhängig und müssen daher nicht die Produkte eines bestimmten Herstellers kaufen.« Dadurch könne Stahlo auf die Bedürfnisse seiner Kunden sehr flexibel eingehen. »Ein weiterer Vorteil unserer Zugehörigkeit zur Friedhelm Loh Group: Wir können auch größere Investitionen alleine stemmen.«

So setzt das Unternehmen seit 2012 auf SAP ECC 6.0 inklusive dem SAP Automotive Modul. »Damit können wir unsere Geschäftsprozesse mit der modernsten Software abbilden, die derzeit auf dem Markt zu haben ist, und unsere Liefergeschwindigkeit noch weiter verbessern«, freut sich Spenrath. Für dieses Jahr ist zudem der Rollout von SAP CRM geplant, um Stahlo noch stärker auf Kundenvorteile auszurichten. Laufend investiert wird aber auch in den Maschinenpark. Erst im April dieses Jahres wurde in Gera eine Dickenmessanlage installiert, um so den insbesondere von Automobilherstellern geforderten ›Dickenschrieb‹ zu erstellen – und zwar nicht nur als Querprofil, sondern über die gesamte Länge des Spaltbandes.

Dank seiner technischen Anwendungsberatung verfügt Stahlo über langjährige Markterfahrungen und das notwendige Verfahrenswissen in Bezug auf Stahl. »Stahl ist ein vergleichbares Gut. Hier muss man sich gegenüber den Mitbewerbern abheben. Deshalb setzen wir konsequent auf unsere Stärken: den Service und die Beratung«, erklärt Guido Spenrath. »Unser umfangreiches Wissen rund um den Werkstoff Stahl geben wir als Service-Leistung an unsere Kunden weiter, sodass diese ihre Produkte noch effizienter und schneller auf den Markt bringen können – unter anderem auch durch Inhouse-Schulungen direkt beim Kunden. Dank unserer technischen Anwendungsberatung im Vorfeld sind unsere Kunden in der Lage, den passenden Werkstoff auszuwählen und sparen so auch bares Geld.«

Nachhaltigkeit verleihen diesem Ansatz die sogenannten Q-Meetings, zu denen Stahlo seine Kunden einlädt. Dort werden – im Gegensatz zu Zertifizierungen oder Audits – in informellem Rahmen mit den Kunden Perspektiven, aber auch Probleme offen diskutiert. »Unsere Kunden honorieren diese Offenheit«, berichtet Spenrath. »Denn so wandeln wir gemeinsam die Lieferant-Kunden-Beziehung in eine langfristige strategische Partnerschaft, von der beide Seiten profitieren.«

»30 Jahre Stahlo – das heißt auch 30 Jahre ausgezeichnete Beziehungen zu unseren Kunden«, freut sich Guido Spenrath. »Deshalb laden wir unsere Kunden auch herzlich ein, gemeinsam unser Jubiläum mit einer Standparty auf der Blechexpo zu feiern.«

Zahlen & Fakten

Neben Stahlo und Rittal gehören noch deren Schwesternunternehmen Eplan, LKH und Kiesling zur Friedhelm Loh Group mit ihren rund 11000 Mitarbeitern und 2,2 Mrd. € Umsatz.

Stahlo selbst beschäftigt etwa 220 Menschen, die direkt oder indirekt mit der Lieferung von Spaltband, Zuschnitten, Standardformaten, Formzuschnitten und Konturen zu tun haben. Am Standort Dillenburg setzt Stahlo zwei Spaltanlagen und zwei Längs- und Querteilanlagen sowie vier Scherenzentren ein. In Gera stehen eine Spaltanlage und eine Konturenschneidanlage für die Konfektionierung der Kundenbestellungen zur Verfügung.

Erschienen in Ausgabe: 06/2013