Seit 2009 per Norm geregelt

DIN 55633 zum Pulverbeschichten auf feuerverzinktem Stahl

09. Juli 2010

Duplex-Systeme kombinieren eine Feuerverzinkung mit einer Beschichtung und werden zumeist zur Erhöhung der Schutzdauer oder aus Gründen der farblichen Gestaltung eingesetzt. Neben dem Nassbeschichten hat hierbei das Pulverbeschichten an Bedeutung gewonnen. Es ist nun auch in einer Norm geregelt.

Seit April 2009 gilt die Norm DIN 55633 „Beschichtungsstoffe - Korrosionsschutz von Stahlbauten durch Pulver-Beschichtungssysteme - Bewertung der Pulver-Beschichtungssysteme und Ausführung der Beschichtung“.

DIN 55633 bezieht sich auf Stahlbauten für die ein Tragsicherheitsnachweis erforderlich ist mit unbeschichteten oder nach DIN EN ISO 1461 feuerverzinkten Bauteilen aus unlegiertem oder niedrig legiertem Stahl von mindestens 3 mm Dicke. In der DIN 55633 werden Beschichtungssysteme zum Zwecke des Korrosionsschutzes genormt. Sie ergänzt die Normenreihe DIN EN ISO 12944, die sich ausschließlich mit flüssigen Beschichtungsstoffen befasst.

DIN 55633 berücksichtigt alle für einen angemessenen Korrosionsschutz bedeutenden Gesichtspunkte wie die Art des Substrates, die Art der Oberflächenvorbereitung und -behandlung, die Auswahl von Beschichtungssystemen sowie Prüfungen.

Die Wirkung von Duplex-Systemen beruht auf einem gegenseitigen Schutz von Feuerverzinkung und Beschichtung. Der Zinküberzug wird durch die Beschichtung vor atmosphärischen und chemischen Einflüssen geschützt. Ein Abtrag des metallischen Zinks wird vermieden, der Zinküberzug bleibt dauerhaft unter der Beschichtung erhalten.

Umgekehrt verursachen Beschädigungen an der Beschichtung keine negativen Auswirkungen, da die Robustheit des darunter liegenden Zinküberzuges hohen Belastungen standhält. Die für Beschichtungen typischen Unterrostungen entstehen erst gar nicht. Ein Duplex-System erreicht eine extrem lange Schutzdauer, die deutlich länger ist als die Summe der jeweiligen Einzelschutzdauer aus Verzinkung und Beschichtung.