Schwere Lasten leicht bewegt

Das Kettensystem „Innovative Chain Evolution“ (ICE) bietet eine bisher nicht erreichte Tragfähigkeit in einem Temperaturbereich, der den Einsatz bei arktischen Temperaturen und in großer Hitze zulässt. Eine speziell auf die Anwendung abgestimmte Stahlsorte spielt hierbei eine besondere Rolle.

17. November 2011

Zum Heben schwerer Lasten sind Ketten aus geschweißtem Rundstahl immer noch das Mittel der Wahl. Sie sind scheinbar unverändert seit vielen Jahren im Markt bewährt und werden dennoch stetig weiterentwickelt. Die aktuelle Generation der Kettensysteme des Unternehmens RUD zeigt, welch eine bedeutende Rolle der Werkstoff Stahl dabei spielt.

Güteklassen

Zur Bestimmung der Tragfähigkeit werden Ketten in so genannte Güteklassen eingeordnet. Verbreitet ist die Güteklasse 8 nach DIN EN 818. Das bedeutet z. B., dass an eine Kette mit der Nenndicke von 13 Millimeter eine Last von 5,3 Tonnen angehängt werden darf. Für das Kettensystem „Innovative Chain Evolution“ wurde zusammen mit einem Stahlproduzenten eine Stahlsorte entwickelt, deren mechanische Eigenschaften bei Ketten bisher unerreicht waren. Ketten aus diesem Stahl entsprechen der Güteklasse 12. Damit erhöht sich die zulässige Tragkraft einer 13 Millimeter dicken Kette um rund 50 Prozent auf 8 Tonnen, ein Wert, für den eine herkömmliche Kette der Güteklasse 8 mit 16 Millimeter Dicke benötigt wurde. Dieser hochfeste Stahl ermöglicht es, dass für die gleiche Traglast jeweils die nächst geringere Kettennenndicke eingesetzt werden kann. Die Gewichtseinsparung beträgt etwa 30 Prozent, was die Handhabung erheblich erleichtert.

Das Kettensystem ist für einen Temperaturbereich von -60 °C bis +300 °C zugelassen. ICE ist also sowohl für den Einsatz in Arktis und Antarktis geeignet, als auch bei extremer Hitze, wie sie z. B. in der Nähe von Wärmebehandlungsanlagen herrscht.

Die auffällige rosarote Farbgebung in ist ein sicherer Indikator für den Einsatz bei unzulässig hohen Temperaturen: Bei über 300 °C wird sie braunschwarz. Wurde die Kette einmal überhitzt, so darf sie nicht weiter verwendet werden, da ihre mechanischen Eigenschaften nicht mehr gewährleistet sind.

Stahl-Innovationspreis

2009 wurde ICE mit dem Stahl-Innovationspreis ausgezeichnet. RUD verzeichnete daraufhin im Jahr 2010 ein Umsatzwachstum von 10 Prozent. Zahlreiche Kunden und Anwendergruppen konnten neu gewonnen, Stammkunden stärker an das Unternehmen gebunden werden.

Jetzt ist es wieder so weit: Das Stahl-Informations-Zentrum ist auf der Suche nach neuen Ideen und Produkten aus Stahl. Vom Handwerker, Techniker und Konstrukteur über den Architekten und Designer bis hin zum Forscher und Erfinder kann beim Stahl-Innovationspreis 2012 jeder mitmachen, der eine neue Idee rund um den Werkstoff hat.

Den Siegern winken Preisgelder in Höhe von insgesamt 70.000 Euro und die Bekanntmachung ihrer Innovationen. Sven Cravotta von der Firma RUD Ketten Rieger & Dietz GmbH & Co. KG betont: „Noch heute macht sich der Stahl-Innovationspreis bemerkbar: RUD als international agile und dynamische Ideenschmiede gilt in der Branche fortan als marktführendes Benchmark-Unternehmen und nimmt die Pionierrolle im Bereich moderne Anschlag-, Zurr-, Hebe- und Fördermittel ein.“.

Einsendeschluss ist der 16. Januar 2012. Die Teilnahme ist kostenfrei. Weitere Informationen unter www.stahl-innovationspreis.de.