Schwenk zum geraden Schnitt

Seit der Einführung des OMAX-Schwenkkopfes konnte sich das präzise, abrasive Wasserstrahlschneiden (PAS) europaweit zunehmend im Maschinen-, Werkzeug- und Vorrichtungsbau sowie in anderen industriellen Fertigungsbereichen etablieren - ein Überblick.

06. Dezember 2006

Beim Wasserstrahlschneiden werden durch eine Hochdruckpumpe Drücke bis circa 4.000 bar erzeugt, das Druckwasser wird dann zum Schneidkopf geführt. Dort wird in einer Zentrierdüse ein Wasserstrahl mit einem Durchmesser ≥ 0,5 mm erzeugt, welcher zum Schneiden mit etwa Schallgeschwindigkeit auf das Material schlägt und dieses ohne Startlochbohrungen in Sekunden durchbricht. Zum Schneiden hochfester Materialien, wie etwa Stahl, wird dem Wasserstrahl ein feinkörniger, scharfkantiger Granatsand hinzugefügt. Das eigentliche Schneiden muss man sich dann wie ein Schmirgeln mit extrem hoher Geschwindigkeit vorstellen. Beliebige, auch eckige Konturen können problemlos ausgeschnitten werden - und das alles ohne erwähnenswerte mechanische und thermische Belastung, dadurch auch keine Gefügeveränderung und keine Verformung, es entstehen weder giftige Gase oder Dämpfe.

Unter Wasser wird’s leise

Die Unterwasserschneidtechnologie von Omax ist dazu sehr sauber, da störender Wassernebel und Abrasivstaub gar nicht erst entstehen, gleichzeitig werden die sonst lauten Schneidgeräusche unter Wasser verbannt. Materialien, welche keine Wasserüberdeckung erlauben, können auch in Omax-Anlagen bearbeitet werden, dazu kann der Wasserspiegel binnen Sekunden (bei allen Beckengrößen) entsprechend verändert werden. Ein weiterer nicht unerheblicher Vorteil der Wasserstrahlschneidtechnologie ist der all-in-one-Effekt, denn beim Wasserstrahlschneiden kann ohne jegliches Umrüsten jedes Material (hart, weich, bröckelig, zäh, elektrisch leitend und nichtleitend, beschichtet, unbeschichtet, homogen oder Verbundmaterial, ..., Holz, Glas, Gummi, Stahl, Titan, ...) effizient mit hoher Genauigkeit geschnitten werden.

Definierte Schnittpräzision

Der natürliche Wasserstrahlkonus an der Schneidkante kann über den Schwenkkopf »Tilt-A-Jet« automatisch eliminiert werden, der Bediener kann über die Eingaben Materialart, -stärke und -winkel auch definiert konisch schneiden (zum Beispiel -1 Grad öffnend in Matrizenkonturen). Natürlich sollten Werkstücke durch geeignete Vorrichtungen fixiert, gespannt und ausgerichtet sein, eine Spezialität der Omax/Innomax Kooperation. Durch spezielle Funktionalitäten im Bereich der Hardware und Software wird zum Beispiel über so genannte Anbindungsstrategie die Genauigkeit des Omax-Verfahrens maximiert. Die Omax-»Jet-Machining-Center« haben je nach Modell Verfahrwege von 600 x 600 x 200 mm bis zu 4.000 x 2.000 x 200 mm. Durch Nutzung des Schwenkkopfes Tilt-A-Jet und der Düsengeneration »MaxJet 5« werden Genauigkeiten bis zu +/- 0,02 erreicht, Innenecken mit Rundungen von bis zu 0,25 mm sind möglich.

Aus einer Hand

Ein besonders wichtiger Erfolgsgarant der Omax Corp. ist, dass diese Firma alle Systemkomponenten selber herstellt: Tisch, Pumpe, Software und Peripherie. Software-Updates sind dabei lebenslang ohne zusätzliche Kosten erhältlich, und das bei multipler Anwendung (beliebige Kopien für Arbeitsvorbereitung/Produktion und Nachkalkulation). Die Hochdruck-Direktpumpen zeichnen sich durch extreme Laufruhe und einen hohen Wirkungsgrad von 95 Prozent aus, dadurch werden die Betriebskosten niedrig gehalten. Der konstante Druck im Hochdrucksystem sorgt außerdem für gleichmäßige Oberflächen an den Schneidkanten. Die Bedienung der Anlagen wird dem Anwender von einer eigens entwickelten Steuerung mit umfangreicher Technologiedatenbank, welche die Erfahrung und das Wissen der letzten 30 Jahre abrasiven Wasserstrahlschneidens beherbergt, erleichtert. In der Regel reichen eine simple CAD-Zeichnung und drei weitere Parametereingaben (Material, Dicke und Schnittqualität) um den Arbeitsprozess zu starten. Die resultierenden Schneidzeiten der Omax-Systeme sind durchweg kleiner als bei anderen Anlagen, demzufolge ist auch an dieser Stelle die Wirtschaftlichkeit der Omax-Anlagen höher.

Erschienen in Ausgabe: 12/2006