Schweissvorsprung

Technik

Neue technische Maßstäbe zum WIG-Orbitalschweißen setzt Polysoude mit modernen Inverter-Stromquellen und neuen produktiveren und ergonomischeren Hightech-Schweißköpfen.

08. Juni 2011
Die Domäne des Rohr-in-Boden-Schweißkopfs TS 8/75 ist das Fügen an Wärmetauschern. Dort ist nur der automatisierte Schweißprozess wirtschaftlich. Bildquelle: Polysoude
Bild 1: Schweissvorsprung (Die Domäne des Rohr-in-Boden-Schweißkopfs TS 8/75 ist das Fügen an Wärmetauschern. Dort ist nur der automatisierte Schweißprozess wirtschaftlich. Bildquelle: Polysoude)

Mit den modernen Inverter-Stromquellen P4 und der größeren P6 erschließt Polysoude dem Anlagenbau neue Dimensionen in punkto Qualität und Wirtschaftlichkeit im Bereich automatisiertes WIG-Orbitalschweißen. In einem zweiten Schritt hat das Unternehmen die weiteren entscheidenden Komponenten seiner Hightech-Orbital-Schweißsysteme dem neuen Fügekonzept technisch wie optisch angeglichen. Herausgekommen sind brandneue Schweißköpfe und -zangen, besonders leicht zu bedienen, ergonomisch und futuristisch zugleich im Design.

Gefordertes Verfahren

Das automatisierte WIG-Orbitalschweißen von Edelstahlrohren ist in Industrien mit höchsten hygienischen Ansprüchen vielfach das vorgeschriebene Verfahren, andere Anwendungen erfordern schlechthin dessen hohe Produktivität. Dafür deckt die Stromquelle P4 das Fügen an Rohren mit geringen Wandstärken ab. Die größere und stärkere P6, mit ihrem Schweißstrom von 300 A und bis zu sechs steuerbaren Achsen, fügt Rohre mit mittleren und großen Wandstärken. Beiden Anlagen gemein ist die intuitive Bedienerführung über die einzigartige Mensch-Maschinen-Schnittstelle (MMS) mit großformatigem Touchscreen.

Besonders einfach machen es dem Bediener auch die neuen Orbitalschweißköpfe und -zangen für das Rohr-in-Boden- sowie Rohr-Rohr-Schweißen. Bei der Entwicklung des Rohr-in-Boden-Schweißkopfs TS 8/75 war die Vorgabe relativ simpel. Er sollte deutlich kompakter, ergonomischer, produktiver, einfacher, vollautomatischer und zugleich präziser werden. Das Polysoude-Team hat diese Forderungen mehr als erfüllt – der TS 8/75 kann durchaus überzeugende Daten vorweisen:

- kompakter Bauform am Werkstück und geringem Gewicht

- ergonomischer Doppelgriff mit integrierten Steuertasten zum Spannen und Schweißen

- integriertes, pneumatisch zu betätigendes Spann-/Zentriersystem ermöglicht das Arbeiten mit mehreren Schweißköpfen gleichzeitig

- Drahtzufuhr und Distanzbeine sind besonders einfach einzustellen

- die serienmäßige Lichtbogen-Höhenverstellung (AVC) unterstützt den vollautomatischen Fügeprozess

- der integrierte mitdrehende Drahtvorschub gewährleistet die konstante Fördergeschwindigkeit und Einlaufposition des Zusatzdrahtes.

Mit dem geschlossenen Kühlwasserkreislauf absolviert der neue Schweißkopf hohe Stand- und Einschaltzeiten. Ein Kollektor versorgt dabei den endlos drehenden Brenner mit Strom, Schutzgas und Kühlwasser – das Kabel- und Schlauchgewirr herkömmlicher Brenner gehört damit der Vergangenheit an.

Die Domäne des Rohr-in-Boden-Schweißkopfs ist das Fügen an Wärmetauschern – eine der vielseitigsten und in seinen Bauformen variabelsten Prozesskomponente: zur Dampferzeugung in Kraftwerken, Kühlung in Klimaanlagen und Heizungssystemen und Sterilisierung in der Lebensmittelindustrie.

Bei diesen Anwendungen sind oft mehrere tausend identische Verbindungen vorzunehmen. Daher ist dort nur der automatisierte Schweißprozess wirtschaftlich. Mit den neuen Polysoude-Fügesystemen ist die Fehlerrate nach eigenen Angaben nahezu auf null gesunken. Dies gilt für alle Grundwerkstoffe, gleich ob Kohlenstoff- oder Edelstahl, Titan, Zirkonium, Duplex.

Erschienen in Ausgabe: 03/2011