Schweißtrainer für Roboterprogrammierer

Technik/Schweißsimulation

Für das Training von Roboterprogrammierern steht Ausbildern jetzt ›Virtual-Welding-Robotics‹ von Fronius zur Verfügung. Mit dieser Simulationsplattform können sich Trainees dem Thema Roboterschweißen ohne Einschränkungen durch Sicherheitseinrichtungen oder fehlende Schweißausrüstung zielgerichtet nähern.

16. April 2015

Virtual-Welding-Robotics von Fronius zeigt dem Anwender, ob er den Roboter richtig programmiert hat und der Schweißbrenner korrekt geführt wird. Ein virtueller Ausbilder gibt konkrete Anweisungen, welche Korrekturbewegungen auszuführen sind, wenn das System Abweichungen von der optimalen Brennerführung feststellt.

In einem anschließenden Simulationsschritt lässt sich die Naht visualisieren und so das Schweißergebnis optisch bewerten. Die in der Trainingssitzung anfallenden Daten können zur Dokumentation und für weitere Analysen abgespeichert werden. Roboterprogrammierer entwickeln so schnell ein tiefergreifendes Gespür für die Auswirkungen ihrer Programmieraktionen und der Roboterbewegungen auf das Schweißergebnis.

Virtual-Welding-Robotics bietet Aus- und Weiterbildungseinrichtungen eine effiziente Möglichkeit, angehenden Roboterprogrammierern bequem und losgelöst von Produktionseinrichtungen ein grundlegendes Verständnis für die Anforderungen des robotergestützten Schweißens zu vermitteln. Mit dem System ist es möglich, Schulungen in gewohnter Seminarumgebung durchzuführen. Einzige Voraussetzung: Ein funktionsfähiger Roboter. Die weiteren Bestandteile des Systems sind ein computerbasiertes Trainingsgerät mit integriertem Touchscreen, ein realitätsnaher Schweißbrenner und Dummy-Werkstücke für die unterschiedlichsten Nahtarten und Schweißpositionen.

Darstellung der Abweichungen nach dem Ampel-Prinzip

In der Trainingssequenz ermittelt der Schweißsimulator laufend die Position des Brenners am Roboterarm, während der Roboter die geteachte Bewegung ausführt. Der virtuelle Trainer ›Ghost‹ gibt ständig optische und akustische Hinweise zur Schweißgeschwindigkeit, dem Abstand zum Werkstück (Dummy) und dem einzuhaltenden Anstellwinkel des Schweißbrenners.

Abweichungen von den Idealwerten werden nach dem Ampelsystem in Gelb oder Rot dargestellt. Die komplette Schweißsequenz inklusive Korrekturhinweisen wird aufgezeichnet und als abspielbares Playback zur Verfügung gestellt, so dass Trainees den Schweißvorgang gemeinsam mit dem Ausbilder analysieren und Wege zur Optimierung der Roboterprogrammierung erarbeiten können. Eine automatische Datensicherung und -archivierung aller Ergebnisse schützt vor Datenverlusten. Gleichzeitig sind die gespeicherten Daten jederzeit für die Dokumentation und für Nachweise abrufbar.

In einem zweiten Schritt kann die Schweißnaht inklusive Spritzer nach Abschluss der programmierten Anstellung des Roboterbrenners mithilfe des Simulators visualisiert werden. Dabei werden Füllvolumen und die Position der Schweißnaht am Bauteil dargestellt. So lässt sich zum Beispiel vor der Übertragung auf ein reales Werkstück fundiert entscheiden, ob eine zusätzliche Decknaht erforderlich ist.

Nachbildung von Schweißprozessen bringt viele Vorteile

Virtual-Welding-Robotics ist damit die gute Ergänzung des schon länger verfügbaren Schweißsimulators Virtual-Welding für das Erlernen des manuellen Schweißens mit Metallschutzgas und/oder Elektrode. Das System hilft durch die Nachbildung des realen Schweißprozesses, beträchtliche Mengen an Material, Energie und Ausbildungszeit einzusparen.

Zahlen & Fakten

Das österreichische Unternehmen Fronius hat seinen Firmensitz in Pettenbach und weiteren Standorten in Wels, Thalheim, Steinhaus und Sattledt. Das Unternehmen mit global 3344 Mitarbeitern ist in den Bereichen Schweißtechnik, Photovoltaik und Batterieladetechnik tätig. Der Exportanteil mit rund 92 Prozent wird mit 20 internationalen Fronius-Gesellschaften und Vertriebspartnern in mehr als 60 Ländern erreicht.

Erschienen in Ausgabe: 03/2015