Schweißtechnik verschafft Vorsprung

Als Pierre Mack 2012 zum ersten Mal den Kontakt zu EWM knüpfte, ahnte er noch nicht, in welchem Ausmaß ihm der Anbieter von Lichtbogen-Schweißtechnik mit der Technologieberatung Maxsolution helfen würde. Der Geschäftsführer von Mesa Metall-Stahlbau war auf der Suche nach einem Partner, der nicht nur überzeugende Schweißtechnik, sondern auch wirkungsvolle Lösungen bietet.

03. August 2016

Für den mittelständischen Handwerksbetrieb Mesa gehört das Schweißen zu den zentralen Aufgaben. Das ist seit der Gründung 1962 nicht anders geworden. Nach der Wende spezialisierte sich das Unternehmen als Zulieferer für die maritime Industrie. 55 Mitarbeiter erwirtschaften heute unter anderem mit der Herstellung von Schiffsausrüstung und Konstruktionen für den Anlagenbau rund vier Millionen Euro im Jahr.

Zum Produktspektrum gehören an Werften gelieferte Mannlochverschlüsse sowie Treppen, Luken und Lüfterklappen. Metall- und Stahlkonstruktionen liefert Mesa außerdem für den Kran- und Lüftungsbau sowie für Abfülltechnik in der Lebensmittel- und Mineralölindustrie.

Der maritime Bereich hat zwar noch einen Anteil von 75 Prozent, doch setzt das Unternehmen seit einiger Zeit ganz bewusst auf die Ausweitung neuer Geschäftsfelder. „Da sich der Schiffbau immer mehr verändert, bauen wir gezielt unser Engagement in anderen Branchen auf“, erklärt Mack.

Ein neuer Fokus liegt auf dem Schienenfahrzeugbau. Dort sind die Qualitätsanforderungen besonders hoch: Jeder Zuliefererbetrieb muss nach der DIN 15082-2 zertifiziert sein und eine entsprechend hohe Schweißgüte garantieren können. „Genau das richtige Terrain, auf dem wir uns von unseren Wettbewerbern differenzieren“, erläutert Mack.

Wassertanks für Deutsche Bahn

Ein wichtiger Schritt dafür war die Anfrage von Dräger. Das Lübecker Unternehmen suchte einen Lieferanten für Stahl-Wassertanks, die in den bundesweit sieben Lösch- und Rettungszügen der Deutschen Bahn eingesetzt werden. Auf jedem Zug ist jeweils ein Wagen mit zwei 10.000 Liter fassenden Wasserbehältern ausgestattet. Diese fertigt Mesa seit 2014.

Bei der Stahlkonstruktion aus drei Segmenten und einer Schwallwand steht das Schweißen im Vordergrund. Mack kalkulierte das Projekt, musste aber bei der Produktion der ersten Tanks feststellen, dass der Fertigungsaufwand höher ist als angenommen.

Er rief bei EWM an, von denen er schon einige Schweißgeräte hatte, und bat um Rat. Der Niederlassungsleiter Toralf Pekrul war sofort zur Stelle. Für die Lösung des Problems ging er Schritt für Schritt nach dem Konzept der EWM-Innovations- und Technologieberatung Maxsolution vor. Er analysierte den Fertigungsablauf und ermittelte gemeinsam mit Mesa Verbesserungspotenziale sowie deren konkrete Planung und Umsetzung.

Hilfreiche Beratung

„Sicher war es eine Herausforderung, für diese komplexe Anwendung eine prozesssichere Produktion zu entwickeln, aber genau das ist unsere Stärke“, berichtet Pekrul. Das strukturierte Vorgehen nach Maxsolution sei dabei ausgesprochen hilfreich.

Der Niederlassungsleiter aus Rathenow empfahl Mesa ein völlig neues Fertigungsverfahren. So sollten EWM-Stromquellen mit dem richtungsstabilen und druckvollen Lichtbogen Forcearc puls eingesetzt werden, um Arbeitszeit, Materialverbrauch und Stromkosten einzusparen.

 

Künftig sollten die Bauteile nicht mehr in Zwangslage, sondern in den Positionen PA und PB geschweißt werden. Zudem war eine teilweise Mechanisierung mit einem pistengeführten Schweißtraktor für das Fügen der langen Bauteile Kern der neuen Lösung. Darüber hinaus sollten die exakt auf die Schweißgeräte abgestimmten Brenner und Schweißzusatzwerkstoffe für Effizienzsteigerung sorgen.

„Neben der technischen Lösung ging es zunächst darum, die erforderlichen Verfahrensprüfungen zu absolvieren“, erinnert sich Pekrul. EWM führte diese für den Kunden durch, übernahm anschließend die Einweisung der Mitarbeiter und begleitete die komplette Inbetriebnahme. Auch das ist Teil von Maxsolution und dem zugrundeliegenden Ansatz, dem Kunden beratend über die gesamte Prozesskette hinweg zur Seite zu stehen.

 

57 Prozent Zeiteinsparung

So konnte Mesa im Vergleich zur konventionellen Schweißtechnik mit der neuen EWM-Lösung 57 Prozent der Arbeitszeit für das Schweißen und Schleifen einsparen. Waren zuvor noch 781 Stunden Arbeitszeit für ein Tankset nötig, so dauert es jetzt nur noch 339 Stunden. Das Mechanisieren des Fügeverfahrens trägt dazu bei und führt dank der hohen Konstanz zugleich zu einer Verbesserung der Qualität um 30 Prozent.

Die kürzere Schweißzeit ist aber vor allem Ergebnis des Lichtbogens. Durch die wegfallende Nahtvorbereitung wird das Schweißen um 30 Prozent schneller. „Während wir früher für die Vorbereitung sowie das Ausschleifen von Lagen und Nachschleifen der Ansatzstellen mehr als die Hälfte der Zeit aufbringen mussten, ist das nun so gut wie nicht mehr erforderlich“, sagt Tino Volkmer, verantwortliche Schweißaufsichtsperson bei Mesa.

Zudem reduziert das wärmeminimierte Verfahren den Verzug und die Spritzerbildung um jeweils zehn Prozent. Ein weiterer Effekt ist die Verringerung des Strombedarfs um die Hälfte sowie des Verbrauchs von Schutzgas und Schweißzusatzwerkstoffen um 40 Prozent.

„Unsere Investition hat sich schon mit dem ersten Los nach der Einführung amortisiert“, feut sich Mesa-Geschäftsführer Mack. Das ermögliche kürzere Lieferzeiten, neue Kalkulationen und sorge für eine Freisetzung von Kapazitäten, die jetzt an anderer Stelle produktiv eingesetzt werden können.

Enger Partner bei strategischer Ausrichtung

Für Mack steht fest, dass das Unternehmen eine entscheidende Rolle bei seiner künftigen strategischen Ausrichtung spielt. EWM sei bei Mesa fest etabliert und ein enger Partner bei der Ausrichtung des mittelständischen Handwerksbetriebs hin zu einem kleineren Industriefertiger. Sein Ziel ist es, als Zulieferer im Metall- und Stahlbau zu den Top 5 in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen zu gehören.

Gerade bei den immer komplexeren Fertigungsaufgaben sieht er Potenzial. Dabei sei es entscheidend, einen Partner zur Seite zu haben, der diese mit seinen Produkten und Serviceangeboten effizient gestaltet. Für Mack ist Maxsolution und die Beratung während der gesamten Prozesskette die ideale Grundlage: „EWM hebt sich mit diesem Angebot klar von anderen Anbietern ab und hat neben den schweißtechnischen Produkten auch insofern ein Alleinstellungsmerkmal.“