Schweißstromquellen mit schnellerem Chip

OTC stellt auf der Schweissen & Schneiden zahlreiche Neuheiten vor, darunter Schweißstromquellen mit einem sehr schnellen Chip und ein "Cold Weld"-Tandemverfahren.

30. August 2013

Der Chip, dem sie ihren Namen verdanken, ist dafür verantwortlich, dass sie 2- bis 3-mal so schnell regeln wie andere Schweißstromquellen: Die Rede ist von fünf neuen OTC Schweißmaschinen mit der Serienbezeichnung Welbee, zu denen drei reine Invertermaschinen (mit dem Zusatz „M“) und weitere zwei Inverter-Pulsmaschinen (Zusatz „P“) gehören.

Alle fünf werden auf der Messe „Schweißen und Schneiden“ vorgestellt. „Tatsächlich ist die neue Chiptechnologie aus eigenem Hause für die enorme Reaktions-geschwindigkeit bzw. das besondere Regelverhalten der Maschinen verantwortlich – was in erster Linie der Lichtbogenstabilität zugutekommt“, so Dr. Herrmann, technischer Leiter von OTC Daihen Europe GmbH in Mönchengladbach.

Sämtliche neuen Welbees sind sowohl als Schweißautomaten wie auch als Handschweißmaschinen für den Einsatz vorgesehen. Sie sind alle in der Lage, über die sog. LSI-Kontrolle große Spalte zu überbrücken, was vorher lediglich komplexen Pulsmaschinen (wie der Stromquelle DW+ aus der von OTC bekannten D-Serie) vorbehalten war.

Durch die hohe Regeldynamik der neuen Welbee-Serie sind besonders flache Nähte zu erzielen, die gegenüber den verbreiteten gewölbten Schweißnähten in der Industrie bevorzugt werden (s. Abbildung). Zusätzlich verhindern beim Ende jeder Schweißung optimal modellierte Drahtenden beim nächsten Schweißstart ungewollte Schweißspritzer und sorgen für einen ungehinderten Stromfluss.

Die Welbee-Baureihe ist mit einem Kühlkanal ausgestattet, der eine direktere Kühlung der elektronischen Bauteile ermöglicht, ohne andere Komponenten der Maschinen mit eventuell verunreinigter Umgebungsluft zu beeinträchtigen. Im Standby-Modus sparen die neuen Geräte zusätzlich 10 % Energie.

Jede Welbee lässt sich dank standardmäßig integrierter Schnittstelle durch einfaches Freischalten am Bedienfeld in eine busfähige Automatenmaschine verwandeln.

Prozess-Zugriff auf dem Silbertablett

Ein einfacher Tablet-PC genügt und das Aufsichtspersonal hat die Möglichkeit, im WLAN-Modus die gesamte Maschine mit allen Funktionen zu überwachen und ggf. zu übernehmen. Mit Hilfe eines IPads oder vergleichbarer Geräte lassen sich sämtliche Frontpanel-Operationen durchführen, grafische Monitoreinstellungen anzeigen, Wartungsfunktionen nutzen, Schweißparameter-Datenbankbearbeitungen vornehmen und Schweißergebnisse kontrollieren.

Bei der Analyse von Schweißproblemen bekommt eine externe Überwachungsinstanz auch aus der Entfernung sofortigen Zugriff auf den laufenden Prozess. Diese Möglichkeit ist gerade für Handschweißmaschinen noch völlig neu.

Zwanzigfache Brennerleistung dank TCC

Konstruktionsspezifisch handelt es sich um eine Kombination aus einem WIG- und einem MAG-Brenner: OTC stellt auf der „Schweißen und Schneiden“ unter der Bezeichnung TCC (steht für „True Constant Contact“) einen neuen Brenner vor, der in der Lage ist, eine Zwangskontaktierung des Schweißdrahtes über eine Schlitzung der Elektrode (ähnlich wie beim WIG-Elektrodenhalter) vorzunehmen.

In der Regel sind Drahtvorschübe aus Fässern oder von Spulen formspezifisch konditioniert, was zur Folge hat, dass sie den Innenbereich eines Brenners einseitig verschleißen, beschädigen und diesen in kürzerer Zeit funktionsuntüchtig werden lassen.

Durch die Feststellung des Drahtendes an vier Seiten im Inneren des TCC Brenners hingegen wird eine Zwangskontaktierung des Drahtes vorgenommen, die deren Lebensdauer deutlich erhöht: Während eine marktübliche Elektrode nach ca. 50 Metern Drahtdurchlauf ausgedient hat, schafft der TCC-Brenner rund 1.000 Meter – selbst unter Berücksichtigung der Tatsache, dass auf einer Strecke von 50 cm etwa 7 x gezündet wird und alle 180 Meter eine Reinigung erfolgt.

Cold Welding im Tandem

Die Zusammenführung zweier separater Schweißdrähte in einem Schmelzbad ist nach wie vor eine Herausforderung für die Schweißtechnik. Dabei bringen Schweißmaschinen für gewöhnlich hohe Temperaturen auf, um unterschiedlich dicke und unterschiedlich lange Bauteile zu verschweißen. Gerade bei dünneren oder langen Bauteilen kommen Schweißtechnologien jedoch an ihre Grenzen, was sich an den Qualitätsabstrichen der Schweißnähte unmittelbar ablesen lässt.

OTC zeigt auf der „Schweißen und Schneiden“, wie sich über einen parallel geschalteten Drahtvorschub und eine Kaltdrahtzuführung eine optimale Nahtqualität erzielen lässt. Dazu ist lediglich eine Welbee Stromquelle nötig. Der Hauptdraht wird bei diesem Verfahren unter mäßig hoher Temperatur aufgeschmolzen, der zweite Draht übernimmt die Funktion als „Materialfüller“. Über das Cold Tandem Welding lässt sich bei gleicher Energie mehr Material in den Prozess einleiten als beim konventionellen Schweißverfahren.

Während es im Hochtemperatur-Tandemschweißbetrieb zu Heißrissen oder auf langen Strecken zu Einschnürungen kommen kann, zeigt das Cold-Tandem-Schweißverfahren von OTC, dass vor allem anspruchsvolle Bauteile wie Felgen oder LKW-Rahmen von der Schweißqualität einer durchgehend festen Naht profitieren.

Im Bereich Robotertechnik präsentiert OTC neben einer 24-Achs-Roboteranlage auch eine kabellose Teachbox, mit der 7 Roboter miteinander synchronisiert werden können.

Das Mönchengladbacher Unternehmen präsentiert seine Neuheiten in Halle 3, Stand C115.

Hier geht es zum Originalartikel: