Schweißrobotern neues Leben einhauchen

An dem Punkt, an dem junge Erwachsene ihre Volljährigkeit feiern, wird so mancher Roboter in den Ruhestand geschickt. Nicht so bei Medzes Components, einem Hersteller von Metallkomponenten aus Lettland. Ein 18 Jahre alter, ausgedienter Fanuc-Roboter wurde nach vielen Jahren Stillstand wieder zum Leben erweckt und auf den neuesten Stand der Technik gebracht.

08. November 2019
Schweißrobotern neues Leben einhauchen
Der Fanuc-Roboter mit Schweißequipment von Dinse – bestehend aus MIG/MAG-Stromquelle, Drahtvorschub, Sicherheitsabschaltung, Schweißgarnitur und flüssiggekühltem Schweißbrenner. (Bild: Dinse)

Der lettische Hersteller Medzes Components hatte den Fanuc-Roboter ›M-6i‹ mit der Steuerung ›R-J3‹ aus dem Jahr 2001 früher für das Plasma-Schweißen eingesetzt. Seit einigen Jahren stand der Industrieroboter jedoch ungenutzt in der Fertigung, obwohl die Mechanik des Roboters noch vollkommen intakt war. Dinse, Systemlieferant für Lichtbogen-Schweißtechnik, gab den Anstoß, die Anlage aufzurüsten, damit der Schweißroboter wieder in der Produktion genutzt werden kann.

Mithilfe von Dinse wurde das in die Jahre gekommene Roboter-System in kürzester Zeit und mit wenigen Schritten modernisiert und mit einem Komplettsystem für das MIG/MAG-Schweißen versehen. Die Idee dahinter: Alte Steuerung und moderne Stromquellen werden an den richtigen Schnittstellen verknüpft, und kommunizieren danach einwandfrei.

Als Herausforderung erwies sich, dass es keine Zeichnungen und Schaltpläne von der Anlage gab. Die Systemtechniker von Dinse kannten die Roboteranlage nur von Bildern. Erschwerend kam dazu, dass die ehemals angebundene Stromquelle nicht mehr vor Ort war.

Schritt für Schritt modernisiert

Im ersten Schritt wurde das alte Equipment abgebaut. An dessen Stelle wurden ein Flansch, eine Sicherheitsabschaltung, eine Garnitur mit festem Halter und ein flüssiggekühlter Schweißbrenner montiert. Im Anschluss bauten die Servicetechniker eine Kofferhalterung und fixierten darauf einen Drahtvorschubkoffer. Schlussendlich wurden die Bestandteile an die MIG/MAG-Stromquelle ›DIX PI 400‹ angeschlossen.

Im nächsten Schritt war die Expertise der Dinse-Systemtechniker ganz besonders gefragt, denn es ging darum, an die relevanten Schnittstellen der Steuerung des Fanuc-Roboters anzudocken. Die Kommunikation zwischen Stromquelle und Steuerung spielt sich an einer internen Schnittstellen-Platine innerhalb des Steuerungsgehäuses ab. Dort sind die Ein- und Ausgänge für den Roboter platziert.

Damit zwischen der alten Robotersteuerung und der modernen Stromquelle Signale ausgetauscht werden können, kappten die Techniker sämtliche Schnittstellen, die zur alten Stromquelle eingerichtet worden waren. Das alte Interface wurde damit deaktiviert. An dieser Stelle wurden jetzt neue Verknüpfungen erstellt.

»Wir mussten einiges im Schaltschrank des Roboters umbauen, damit der Roboter mit unserer Stromquelle kommunizieren kann. Außerdem war die Stromversorgung des Roboters defekt«, erklärt Stefan Soennichsen, Sales Manager Nordic bei Dinse.

Hervorragende Schweißergebnisse

Trotz aller schwierigen Bedingungen im Vorfeld hat die gesamte Umrüstung vor Ort nur wenige Stunden in Anspruch genommen. Bereits nach kürzester Zeit konnte die Anlage eingeschaltet und mit dem Schweißen begonnen werden – und zwar mit völlig neuen Optionen: »Mit den integrierten Sonderprozessen RMT (Rapid MAG Technology), Power Puls, HC MAG (Heat Controlled MAG) und CMA (Cold MIG/MAG Arc) ermöglicht die neue Stromquelle uns, den für die jeweilige Schweißaufgabe perfekten Lichtbogen zu modellieren. Wir erzielen dadurch hervorragende Schweißergebnisse«, erzählt Aldis Adamanis, technischer Leiter bei Medzes Components begeistert.

Ein externes Bedienpanel macht die Stromquelle anwenderfreundlich. »Die Bedienung ist intuitiv. Da hat Dinse eine tolle Plug-and-Play-Lösung geschaffen. Das gibt dem Anwender deutlich mehr Sicherheit und Flexibilität«, so Adamanis. »Wir haben uns für das Schweiß-Equipment von Dinse entschieden, weil wir uns da auf exakte Drahtförderung und langlebige Verschleißteile verlassen können. Die Schweißsysteme von Dinse haben uns in Hinblick auf Effizienz und Genauigkeit absolut überzeugt«, betont der technische Leiter.

Schnelle und versierte Techniker

Das Retrofit-Konzept von Dinse umfasst neben professioneller Beratung, dem auf den individuellen Kundenbedarf abgestimmten Schweißsystem und dessen Installation und Inbetriebnahme auch Schulung, Service und Wartung. »Es hat uns sehr beeindruckt, wie schnell und versiert die Anwendungstechniker von Dinse den Fanuc-Roboter aus seinem Dornröschen-Schlaf erweckt haben, und wie zügig unsere Mitarbeiter fit gemacht wurden, das ganze Spektrum des neuen Schweiß-Equipments zu nutzen«, erläutert Werksleiter Thomas Rasmussen.

„Die Qualität der Produkte lässt sich schon an den Schweißnähten ablesen. Dabei unterstützt uns Dinse maßgeblich. Unser Roboter schweißt zuverlässig und mit hoher Präzision. In Rente werden wir den noch lange nicht schicken«, resümiert Rasmussen.