Schweißen neu definiert

Auf der Blechexpo in Stuttgart war sie der Besuchermagnet am Merkle-Messestand: die ›High-Pulse-touch‹-Serie. Die neuen Anlagen sind stufenlos regelbar. Sechs Varianten von 280 bis 450 Ampere Schweißstrom stehen sowohl als Kompaktgerät mit integriertem Drahtvorschub als auch mit separatem Drahtvorschubgerät zur Verfügung.

06. Dezember 2019
Schweißen neu definiert
Neue Bauserie ›Highpulse touch‹ von Merkle. (Bild: Merkle)

Merkle hat die Schweißgeräte seiner Hightech-Inverter-Serie ›High Pulse‹ weiterentwickelt. Alle Leistungsklassen dieser neuen Gerätegeneration sind Multi-Prozess-Schweißanlagen – ob kompakt und tragbar als Allrounder (›High-Pulse touch 280/350 K‹), als fahrbares Industriegerät in kompakter Bauform (›High-Pulse touch 400/450 KW‹) oder als Highend-Version mit separatem Drahtvorschubgerät (›High Pulse touch 400/450 DW‹).

Intuitives Bedienkonzept

Die Anlagen zeichnen sich durch ein intuitives Bedienkonzept aus: Augenfällig ist dabei das große Touch-Display, über das die Bedienung erfolgt. Einstellungen können per Klick über Symbole im Display einfach vorgenommen werden. Das Bedienkonzept ist selbsterklärend und sprachneutral, eine Bedienungsanleitung ist somit praktisch nicht erforderlich. Die Einstellungen können auch mit Handschuhen erfolgen. Alternativ ist die Bedienung über einen Drehgeber möglich.

Nicht nur der Abruf der Schweißprozesse, die Kennlinienauswahl und die Einstellung der Betriebsarten sind übersichtlich und schnell wählbar, auch die zusätzlichen Parameter wie die Gasvor- und Gasnachströmzeiten, Drosselwirkung, Einschleichen oder Drahtrückbrand können über das Display vorgenommen werden.

Neben den Standard-Fügeprozessen MIG/MAG-, Pulse-ARC- und Elektroden-Hand-Schweißen hat Merkle serienmäßig drei weitere Prozesse in diese Stromquellen integriert:

Schneller Schweißen mit tiefem Einbrand

30 Prozent tieferer Einbrand, bis zu 100 Prozent höhere Schweißgeschwindigkeit und nahezu keine Spritzeranhaftung kennzeichnen den Deep-Arc-Prozess. Eine dynamische Spannungsregelung ermöglicht einen kurzen, druckvollen und damit richtungsstabilen Sprühlichtbogen. Anwendungen finden sich bei niedrig- und hochlegierten Stählen und Aluminiumlegierungen. Die Nähte sind frei von störenden Einbrandkerben, Wurzel- und Flanken werden perfekt erfasst. Der Prozess ist selbst bei einem freien Drahtende von 40 Millimeter noch stabil.

Mit kaltem Prozess Spalte überbrücken

Der Coldmig-Kurzlichtbogen-Prozess von Merkle zeichnet sich durch die geringere Wärmeeinbringung für das Verbinden von Dünnblechen zwischen 0,6 und 3 Millimetern aus. Eine hohe Spaltüberbrückbarkeit sowie die niedrige Wärmeeinbringung beim MIG-Löten sind weitere Merkmale des Coldmig-Prozesses.

Tannenbaum-Pendeln war gestern

Der Fügeprozess ›High-up‹ kombiniert heiße Hochstrom-Phasen mit Phasen reduzierter Wärmeeinbringung, und sorgt so für verblüffend leichtes Steignahtschweißen. Gegenüber dem klassischen Tannenbaum-Schweißen ist der Schweißer laut Merkle um bis zu 100 Prozent schneller mit seiner Naht fertig. Herkömmliche Lösungen haben Schwächen in puncto Einbrandtiefe – nicht so High-up, es gewährleistet einen sicheren, tiefen Einbrand sowie ausgezeichnete Wurzel- und Flankenerfassung. Der High-up-Prozess ist zudem leicht zu beherrschen: Die einfache Handhabung lässt auch weniger geübtes Personal Steignähte in Profiqualität fertigen.

Bedienung leicht gemacht

Die Anlagen werden serienmäßig mit dem ›Tedac‹-Schweißbrenner ausgeliefert, der eine Fernregelung direkt am Brenner bietet. Sowohl die Energie, als auch die Lichtbogenlänge lassen sich am Brenner einstellen und ablesen. Im Job-Betrieb können bis zu 2.000 Schweißjobs programmiert und einfach aufgerufen werden. Eine problemlose Bedienung ist natürlich auch mit Handschuhen möglich. Die Brenner mit Tedac-System werden über den Euro-Zentralanschluss ohne zusätzliche Steuerleitung mit der Schweißanlage verbunden.