Schweißen auf engstem Raum

Technik

Mit einer neuen Mini-Roboterzelle des Schweißtechnikherstellers Paul von der Bank hat Brüninghaus & Driessner seine Fertigung automatisiert, die Produktivität gesteigert und die Qualität der Schweißnähte verbessert. Zu diesen Vorteilen hat auch ein Roboter von Kuka beigetragen.

21. März 2017
Bei Brüninghaus & Drissner verrichtet die ›WTG 1200‹ zuverlässig ihre Arbeit im Dreischichtbetrieb. Bildquelle: Kuka
Bild 1: Schweißen auf engstem Raum (Bei Brüninghaus & Drissner verrichtet die ›WTG 1200‹ zuverlässig ihre Arbeit im Dreischichtbetrieb. Bildquelle: Kuka)

Ob Umformtechnik, Schweißverfahren oder Werkzeugentwicklung – seit 120 Jahren ist Brüninghaus & Drissner ein zuverlässiger Partner der Automobilindustrie. Im Stammwerk in Hilden werden in der Serienfertigung Widerstandsschweißpressen und MAG-Schweißanlagen sowie Punkt- und Buckelschweißanlagen eingesetzt.

Seit Oktober 2015 befindet sich auch eine Miniroboterzelle im Werk, die von dem Familienunternehmen Paul von der Bank entwickelt wurde. Auf engstem Raum schweißt in dieser ›Welding-To-Go‹ (WTG)-1200-Zelle ein ›Kuka KR 6 R 700 Sixx‹-Roboter aus der KR-Agilus-Serie.

Paul von der Bank ist seit fast 60 Jahren ein zuverlässiger Partner von Automobilzulieferern, Unternehmen im Behälterbau und der Heiztechnik oder im Nutzfahrzeug- und Schienenfahrzeugbau in der Schweißtechnik.

Das Unternehmen hat sich im Laufe der Zeit auch in der Automatisierung der Füge- und Schneidtechnik überregional einen Namen gemacht. Die langjährige Erfahrung in der Schweißtechnik kommt den Kunden zugute.

So auch die neueste Innovation aus dem Hause Paul von der Bank: die unter anderem bei Brüninghaus & Drissner eingesetzte Schweißanlage ›WTG 1200‹. »Die kompakte Bauweise mit integrierter SPS, voll ausprogrammierter Schnittstelle für Stromquellen, Spannfolgen und Sicherheitstechnik machen unsere Mini-Roboterzelle flexibel und leistungsfähig«, erklärt Cornelia Hornemann, verantwortlich für Produkteinführung, Projektabwicklung und Fertigungsplanung bei Paul von der Bank.

Mit den Maßen einer Euro-Palette von 1.200 mal 800 mm ist sie die kleinste Roboterzelle für Schutzgasschweißen auf dem Markt. Zudem kann – je nach Anforderungen der Kunden – der jeweils optimale Kleinroboter aus der KR-Agilus-Serie flexibel in der Zelle eingesetzt werden. »Wir möchten gerade dem Mittelstand die Vorteile der Automation demonstrieren und die Ängste davor nehmen«, betont die Ingenieurin.

Denn in der Automobil- und deren Zulieferindustrie werde ein gewisser Grad an Automatisierung vorausgesetzt und auch Lieferantenauditierungen durchgeführt. »Unsere WTG 1200 hilft den kleinen Unternehmen dabei, diese Hürde zu nehmen«, erläutert Hornemann. Daher verleiht Paul von der Bank die neue Roboterzelle auch zu Lehrzwecken an Ausbildungszentren. Da Kuka und Paul von der Bank seit 20 Jahren Systempartner sind, kam nur eine Kuka-Lösung in Frage. »Das offene Betriebssystem, die flexibel erweiterbare Programmierumgebung und das große Portfolio an Traglasten sprechen für Kuka«, betont Hornemann.

Die Roboter der KR-Agilus-Serie sind zudem konsequent auf hohe Arbeitsgeschwindigkeiten ausgelegt. Der in der Mini-Roboterzelle bei Brüninghaus & Drissner integrierte KR 6 R700 Sixx hat beispielsweise eine Traglast von sechs Kilogramm und eine Reichweite von rund 706 Millimeter. Die Schiebetüren der WTG 1200 können wahlweise automatisch oder manuell geöffnet werden, bevor ein Werker die Bauteile in die Schweißvorrichtung legt. Erst nach dem Schließen der Türe startet der Roboter die Schweißarbeiten.

»Die WTG 1200 verrichtet bei uns zuverlässig ihre Arbeit im Dreischichtbetrieb«, erklärt Markus Nickolai, Fertigungsleiter bei Brüninghaus & Drissner. Mit großem Erfolg: Die Mini-Roboterzelle hat zu Produktivitätssteigerungen bis 50 Prozent geführt, da der bedienende Mitarbeiter in die Lage versetzt wird, während der automatischen Fertigung die nächsten Bauteile vorzubereiten.

Schweißnahtqualität verbessert

Auch die Qualität der Schweißnähte konnte dank der Wiederholgenauigkeit des Kleinroboters spürbar verbessert werden. »Da die WTG 1200 inklusive Stromquelle ›TPSi‹ ab 50.000 Euro zu haben ist, haben sich die niedrigen Investitionskosten bei einer Laufzeit von 60 Monaten bei 5,42 Euro pro Stunde im Einschichtbetrieb komplett amortisiert«, rechnet Hornemann vor. Auch in dieser Hinsicht sei die Lösung sehr überzeugend.

So verwundert es nicht, dass Paul von der Bank bereits an der nächsten Minizellen-Generation mit Kuka-Roboter für seine Kunden tüftelt. Die ›WTG 1500‹ soll dann über eine externe Achse zum Drehen der Schweißvorrichtung haben.

Erschienen in Ausgabe: 02/2017