Schuler und Müller Weingarten gehen zusammen

Das neue Unternehmen wird weltweit führender Anbieter in der Umformtechnik

28. März 2007

Die Schuler AG wird die Müller Weingarten AG übernehmen und beide Firmen zusammenführen. Vorstand und Aufsichtsrat von Schuler haben dies heute beschlossen. Die Führung von Müller Weingarten wird diesen Prozess konstruktiv begleiten. Im ersten Schritt hat Schuler dazu mit Vertrag vom 27. März 2007 64,49 Prozent der Aktien der Müller Weingarten AG von der Metzler Beteiligungsgesellschaft mbH in Frankfurt erworben. Die vollständige Übernahme ist bis Jahresende vorgesehen. Dazu wird die Schuler gemäß § 35 Abs. 2 WpÜG den Aktionären der Müller Weingarten AG ein Pflichtangebot zum Erwerb der von ihnen gehaltenen Aktien zum gesetzlich vorgeschriebenen Mindestpreis unterbreiten.

Das neue Unternehmen soll unter dem Namen Schuler Weingarten AG firmieren und seinen Sitz in Göppingen haben. Mit dem neuen Unternehmen Schuler Weingarten AG entsteht der weltweit führende Anbieter in der Umformtechnik für die Metallverarbeitung mit einem Weltmarktanteil von rund 35 %. Die neue Schuler Weingarten AG ist als Technologie- und Weltmarktführer in über 20 Ländern vertreten, generiert einen Umsatz von über 900 Mio. Euro und verfügt über eine globale Marktabdeckung in Vertrieb, Produktion und Service.

Die fusionskontrollrechtliche Zulässigkeit der Transaktion ist positiv geklärt.

Mit der Zusammenführung kann die Schuler Weingarten AG jetzt neue Wachstumsmöglichkeiten nutzen. Wachstumstreiber sind dabei innovative Produkte, die aus dem deutlich vergrößerten Engineering-Potenzial resultieren, die verbesserte Präsenz in den Wachstumsmärkten - insbesondere Asien und Osteuropa - sowie der Ausbau des erfolgreichen Service-Geschäfts. Jürgen Tonn, Vorstandsvorsitzender der Schuler AG: „Die Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens sichert langfristig Arbeitsplätze in Deutschland. Wir gehen heute davon aus, dass wir in den nächsten drei Jahren die Milliarden-Schwelle im Umsatz überschreiten und unsere Ertragslage deutlich verbessern werden.“

Rolf Zimmermann, Vorstandsvorsitzender der Müller Weingarten AG: „Wir hatten ursprünglich eine Stand-alone-Lösung geplant und dazu ein Restrukturierungsprogramm aufgelegt, dessen Umsetzung erfolgreich läuft. Trotzdem macht das Zusammengehen aus strategischer und wirtschaftlicher Sicht Sinn, weil die positiven Argumente überwiegen. Wir werden deswegen das Vorhaben konstruktiv begleiten, um die Stärken der Müller Weingarten AG optimal in der Schuler Weingarten AG zu positionieren. “

Die Stärken, Strukturen und weltweiten Standorte von Schuler und Müller Weingarten ergänzen sich ideal. Mit der Zusammenführung der beiden Unternehmen entsteht ein Weltkonzern mit Sitz in Deutschland, der die Chance erhält,

• sich für den künftigen Wettbewerb weiterzuentwickeln,

• seine Marktposition weiter auszubauen und damit die kommenden

Herausforderungen an den Weltmärkten noch besser zu meistern,

• den Kunden ein Plus an Service und Innovation zu bieten und

gleichzeitig

• langfristig sicherere Arbeitsplätze zu schaffen.

Gemeinsam können jetzt Produktionsabläufe verbessert, Produkte standardisiert, Durchlaufzeiten verkürzt und damit die Produktivität gesteigert werden. Zusammen mit der gesteigerten Innovationskraft verbessert sich unsere Wettbewerbsfähigkeit signifikant. Synergieeffekte auf der Kostenseite entstehen vor allem durch die effizientere Ausnutzung der Produktionsstätten, durch die Bündelung der Einkaufsaktivitäten sowie den Abbau von Doppelungen in den Konzernfunktionen.

Nach heutiger Schätzung wird durch den Zusammenschluss ein Abbau von insgesamt 400 bis 450 Stellen im Laufe der kommenden drei Jahre erfolgen. Jürgen Tonn: „Wir werden hier die natürliche Fluktuation so weit wie möglich ausnutzen und alles tun, um betriebsbedingte Kündigungen möglichst zu vermeiden.“

Mittelfristig ergeben sich durch den Zusammenschluss Kosteneinsparungen von über 40 Mio. Euro jährlich. Dem steht ein Restrukturierungsaufwand von bis zu 45 Mio. Euro gegenüber, der voraussichtlich im laufenden Jahr zu einem negativen EBIT bei Schuler führen wird.

Bis zum Zusammenschluss zur Schuler Weingarten AG werden die Vorstände beider Unternehmen die notwendigen rechtlichen und strukturellen Voraussetzungen schaffen. So haben sie einen Integrationsplan verabschiedet, in dessen Zentrum folgende Punkte stehen:

• Entwicklung eines Masterplans für die Integration

• Festlegung der Führungsstruktur

• Definition der Aufbau- und Ablauforganisation

• Start eines Entwicklungsprogramms zur Optimierung der

konzerninternen Zusammenarbeit und Entwicklung einer gemeinsamen

Unternehmenskultur

• Entwicklung eines neuen Marktprofils

Der Integrationsplan soll bis Jahresende 2007 umgesetzt werden.

Jürgen Tonn: „Wir streben bewusst einen partnerschaftlichen Zusammenschluss an und formen einen gemeinsamen Konzern, der gezielt nach dem Best-in-Class-Prinzip auf die Stärken der beiden Unternehmen und seiner Mitarbeiter setzt. Mit einer intelligenten Verzahnung werden wir diese Stärken ausbauen und zusätzliche Potenziale erschließen.“

Rolf Zimmermann: „Das Zusammengehen mit einem starken Partner bietet gegenüber der Stand-alone-Lösung deutlich bessere Möglichkeiten, sich im Weltmarkt zu behaupten.“

Pressekonferenz zu diesem Thema mit den Vorstandsvorsitzenden von Schuler und Müller Weingarten, Jürgen Tonn und Rolf Zimmermann: 28. März 2007, 10:00 Uhr in der BW-Bank in Stuttgart, Kleiner Schlossplatz 11.