Schnittiges Konzept

Neue Lasersysteme zum Schneiden von Rohre und Stangen

Die Euroblech bot alles was das Herz begehrt. So stellte eine italienische Unternehmensgruppe für Rohrbiege- und Rohrschneidanlagen eine Fülle interessanter Konzepte in der Praxis vor, die den Programmieraufwand ebenso vermindern, wie die Rüstzeiten.

06. Januar 2003

Adige Sala S.P.A., Levico Therme, ein Unternehmen der BLM-Gruppe, stellte auf der Euroblech gleich zwei Neuheiten aus der „Lasertube“-Familie vor, die Grundversion des Modells „LT702D“ zum traditionellen Laserschneiden senkrecht der Rohrachse und die „LT803D“ zur 3D-Rohrlaserbearbeitung. Diese Entwicklungen versetzen die BLM-Gruppe in der Lage, ihren Kunden eine optimierte Auswahl an Laserschneidverfahren anbieten zu können. So kann der Kunde zwischen 2D- oder 3D-Laserschneiden wählen.

Beide Ausführungen bieten neben der hohen Flexibilität, die schon ein Bestandteil des Modells LT652 war, auch eine erhebliche Erhöhung (bis zu 30 Prozent) der Produktionskapazität - im Vergleich zu den bisher auf dem Markt verfügbaren Lösungen.

So war dies Entwicklung auch dank einiger Grundänderungen der Software in der numerischen Steuerung Sinumerik 840D möglich. Neu aktivierte Schnellfunktionen ermöglichen das automatische Anpassen der Laserquellenparameter an die zu schneidenden Werkstückgeometrie.

Noch bessere Schneidergebnisse

Der Vorteil dieser Lösung ergibt sich auch deutlich sichtbar in der Qualität des Schneidergebnisses, besonders bei vielen komplizierten Bearbeitungen (wie etwa bei Winkeln), wobei die Modulationsmöglichkeit der Laserstrahlkraft beim Eingang und Ausgang eine beträchtliche Rolle spielt.

Weiterhin ist die Verwaltung der Koordinaten zur Optimierung des Arbeitsablaufes durch die Interpolation des Spannfutters mit den verschiedenen Achsen der Maschine in beiden Modellen verbessert worden. Die an der LT652-Anlage bereits geringen Wartezeiten konnten durch diese Weiterentwicklung weiter reduziert werden.

An der Lasertube LT702D können Rohre mit einem Durchmesser von 12 bis 140 mm (erweiterbar bis auf 152,4 mm durch austauschbare Zahnkränze) direkt vom Bündellader im vollautomatischen Zyklus bearbeitet beziehungsweise geschnitten werden. Runde, viereckige, rechteckige, ovale und flachovale Rohre (mit Querschnitten entsprechend diesen Kategorien) werden durch die CAD-CAM-Programmierung mit einer von Adige entwickelten interaktiven Software einfach und einwandfrei bearbeitet.

Rohrstangen in einer Länge zwischen 3.200 und 6.500 mm und einem maximalen Gewicht von 115 Kg pro Stange sind ladbar. Die automatischen Einstellungen der Standardausführung ermöglichen unter anderem eine starke Reduzierung der „Set-up“-Zeiten (Lademagazin, Arbeitslinie, Spannfutter, Lünette und Entladung) sowie ein hohes Flexibilitätsniveau mit dem Ergebnis, Prototypen ohne Festkosten herstellen zu können.

Biegen mit der graphischen 3D-Programmierung

Mit der Realisierung der graphisch dreidimensionalen Programmiersoftware „VGP 3D“, verbesserten die Ingenieure von BLM, Cantù, das Verfahren und die Leistungsfähigkeit der Maschinenprogrammierung. Die Produktivitätssteigerung bei gleichzeitiger Verringerung von Zeiten und Fehlern beim Programmieren, die Verbesserung und Vereinfachung des Produktionsprozesses, durch den Einsatz von nur einem Werkzeug zur Erstellung des Kostenvoranschlages, der Programmierung sowie der Produktion sind das Ergebnis dieser Modifikationen.

Die Programmierung auf dem „Touch-Screen“-Bildschirm vereinfacht dem Anwender seine Arbeit erheblich. Die „Drop and Drag“-Funktion, die Erstellung des Maschinenprogramms durch Einfügen von nur zwei Daten, die Darstellung des Teils auf dem Monitor, mit Überprüfung der Machbarkeit und jeglicher Kollisionsrisiken des Rohres an der Maschine, sind wertvolle Hilfsmittel für den Anwender. Auch die automatische Sortierung von alternativen Biegemöglichkeiten mit Bevorzugung des schnellsten Biegezyklus, die automatische Simulation des Werkstückes mit allen alternativen Arbeitszyklen zur Selbstoptimierung des Biegeablaufes und entsprechenden Verringerung der Zeiten beziehungsweise der Kosten, inklusive Be- und Entladung des Stückes, sind hier zu nennen. Die Vereinfachung der Machbarkeitsüberprüfung auch bei komplexen Geometrien und die Verringerung der Maschinenausfälle dank einer vollständigen Überwachung der Maschinenkomponenten durch die Steuerung erleichtern die Arbeit des Anwenders erheblich.

Des weiteren bietet die Software zusätzliche Programmierungsvorteile sowie die Möglichkeit der Bearbeitung von Produktionsaufträgen auf mehrere „Off-line“-Maschinen an, um Zeitverluste und ein unsicheres Fertigungsergebnis auszuschließen. Die Büro-Software überträgt der Maschinensteuerung anschließend übers Ethernet das Programm zur Fertigung des Werkstückes.

Erschienen in Ausgabe: 11/2002