Schnittig automatisiert

Wie kommt man möglichst vollautomatisch zu geschnittenen Blechplatinen? Wie kommen die geschnittenen Blechplatinen Verpackungsgerecht zur Abbindestation? Eine pfiffige Lösung stellen wir Ihnen hier vor.

10. August 2007

Die Automation von Prozessabläufen in der Umformtechnik ist zur Grundvoraussetzung geworden, um die hohen Anforderungen an Qualität und Produktivität zu erfüllen. Die Automatic-Systeme Dreher GmbH, die sich auf die Automation von Prozessabläufen in der Umformtechnik spezialisiert hat, bietet unter anderem auch Platinenzuschnittanlagen an. Solche Anlagen dienen dazu, das Bandmaterial abzuwickeln, zu richten und über einen Walzenvorschub an einer Schere rechteckförmige oder trapezförmige Platinen zu schneiden und diese über Abstapeleinrichtungen zu stapeln. Platinenzuschnittanlagen werden aus Flexibilitätsgründen sowie aus Lagerplatz- und Kostengründen neben Haushaltsgeräteherstellern auch bei Automobilzulieferern verstärkt eingesetzt.

Bessere Nutzung

Platinenzuschnittanlagen ermöglichen eine optimale Ausnutzung großer Pressenstraßen als auch einzelner Transferpressen. In einer engen partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit dem Kunden und der jahrzehntelangen Erfahrung der Dreher GmbH werden alle benötigten Daten bestimmt. Die individuellen Kundenanforderungen stellen dabei für Dreher die wichtigste Größe dar. In diesem konkreten Bedarfsfall lieferte Dreher eine Platinenzuschnittanlage an einen Automobilzulieferer. Die Anlage verarbeitet Bandmaterial mit den max. Bandabmessungen 200 bis 1.300 mm und Banddicken von 0,4 bis 3,0 mm zu rechteckförmigen Platinen. Die kleinsten Platinen sind 200 x 125 mm, die größten 1.300 x 1.300 mm groß. Die Platinenzuschnittanlage ist mit einem 15-t-Abwickelhaspel, einer Präzisionsrichtmaschine mit abgestützten Walzen und einer Korrekturwalze sowie einem hydraulisch schwenkbaren Übergabetisch zur Überbrückung der Bandschlaufe bei Neueinfädelung konstruiert. Ein elektronischer Walzenvorschub mit hoher Vorschubgenauigkeit schiebt das Bandmaterial zu einer hydraulischen Schere an der die Platinen geschnitten werden.

Automatisch zur Verpackung

Ein unterer Magnetbandförderer transportiert die Platinen von der Schere zu einem Überkopfmagnetbandförderer. Der Überkopfmagnetbandförderer ist mit einer steuerbaren Abwurfstation ausgerüstet, an der die Platinen kantgenau in einem Zentrierrahmen mit Restklinken mit einer Genauigkeit von ± 1 mm abgestapelt werden. Durch die Restklinkeneinheit wird eine unterbrechungsfreie Produktion während des Stapelwechsels gewährleistet. Die Schrott- und Abfallplatinen werden auto­matisch über eine Rutsche in einen Behälter entsorgt. Eine hydraulische Hubstation setzt den Platinenstapel mit einer maximalen Höhe von 500 mm auf einem Kettenförderer ab. Der Platinenstapel wird zu einer Teleskop-Umsetzstation transportiert und schließlich auf kundenseitigen Paletten ablegt. Die Teleskop-Umsetzstation ist frei programmierbar, sodass auch mehrere Platinenstapel auf einer Palette abgesetzt werden können. Ein weiterer Kettenförderer transportiert die vollen Paletten zu einer Abbindestation.

Seref Varli

Erschienen in Ausgabe: 05/2007