Schneiden und Stapeln

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Elektroblechfertigung - Wie können längs- oder quergeteilte Blechplatinen möglichst effizient gestapelt und verpackt werden? Hier tritt der Automatisierungsspezialist Dreher auf den Plan — bbr berichtet.

05. Mai 2009

Elektrobänder und -bleche finden breite Anwendung in elektrischen Systemen zur Energieerzeugung, -übertragung, -verteilung sowie zur Energienutzung. Vorteile sind unter anderem die magnetischen Eigenschaften sowie die wirtschaftliche Herstellung. Die kontinuierliche Optimierung der Materialeigenschaften und der funktionsgerechte Einsatz von Elektroband und -blech ermöglichen die Verbesserung des Wirkungsgrades und damit nachhaltige Nutzung von Energieressourcen.

Die Automatic-Systeme Dreher, die sich auf die Automation von Prozessabläufen in der Umformtechnik spezialisiert hat, deckt mit ihrem Produktprogramm nahezu alle Bereiche der Pressenautomatisierung ab. Bandanlagen in Kurz- und Normalbauweise gehören ebenso zum Lieferprogramm wie Transferanlagen sowohl für die Blech- als auch für die Massivumformung. Daneben zählen Platinenlader und Feeder zum Kerngeschäft von Dreher. Ergänzt und komplettiert wird das Produktprogramm mit hydraulischen Haspeln, pneumatischen Vorschüben und Fettgeräten. Kundenspezifische Komponenten, wie Roboter, Schweißanlagen, Markierstationen, et cetera können dazu in die Anlagen integriert werden. In einem konkreten Bedarfsfall automatisierte Dreher eine neue Anlage zur Herstellung von Elektroblechen mit einer Bandanlage sowie einer Abstapeleinrichtung.

Vom Coil zum fertigen Stapel

Die Bandanlage in Normalbauweise ist mit einem Doppelabwickelhaspel mit 2 x 12,5 kN Tragkraft und einer Bandbreite bis 305 Millimetern ausgerüstet. Die Beladung des Coils erfolgt auf Wunsch des Kunden mittels eines Krans. Zusätzlich bestünde die Möglichkeit, die Beladung mit einem hydraulischen Ladewagen vorzunehmen, um die Rüstzeiten beim Coilwechsel zu minimieren.

Aufgrund der einfachen Handhabbarkeit des Bandmaterials wurde auf eine schwenkbare Bandeinführhilfe verzichtet. Die 11-Walzen-Richtmaschine wurde den technischen Anforderungen entsprechend ausgesucht und ausgestattet. Dazu zählt, um eine lange Verfügbarkeit zu gewährleisten, die Hartverchromung und Sandbestrahlung der Richt- und Zugwalzen sowie die Zentralschmierung, einschließlich elektrischer Überwachung. Über einen Walzenvorschub wird das Bandmaterial der Schnittpresse exakt zugeführt.

Die Platinen werden in der Schnittpresse vom Bandmaterial abgeschnitten. Dabei sind bei dieser Anlage Platinenlängen in Bandtransportrichtung von mindestens 120 bis maximal 600 Millimetern möglich. Die Platinenbreiten bewegen sich zwischen 30 bis 200 mm. Die abgeschnittenen Platinen werden über ein frequenzgeregeltes Förderband von der Presse zu der Abstapeleinrichtung transportiert. Die Zentrierung der Platinen wird auf dem Förderband vorgenommen und ist auf die gewünschte Platinenlänge und -breite einstellbar.

Mit einer hohen Dynamik

Die Platinendicke und -länge bestimmen die maximale Höhe der Platinenstapel beziehungsweise Anzahl der Platinen. So bestehen die an dieser Anlage gefertigten Stapel aus 150 bis 370 einzelnen Elektroblechen. Die Ausbringung hängt von der Länge der Platinen ab. Bei den kürzesten Platinen werden 350 Teile, bei den längsten Platinen 120 Teile pro Minute abgestapelt. Dies bedeutet, dass pro Minute ein fertiger Stapel die Anlage verlässt.

Aufgrund der hohen Geschwindigkeit der Platinen auf dem Förderband und folglich um eine genaue und störungsfreie Stapelung zu erreichen, werden die Platinen im Fallschacht abgebremst.

Die in die Platinenzentrierung eingebaute Restklinkeneinheit erlaubt den unterbrechungsfreien Dauerlaufbetrieb der Anlage bei Platinenstapelwechsel. Dabei kann das Stapelgewicht bis zu 120 kg betragen und die maximale Stapelhöhe 150 mm.

Anschließend werden die Platinen in der automatischen Umreifungsmaschine je nach Bedarf und Größe der Platinen ein- oder mehrfach gebunden.

Dadurch entfällt die Schichtung zum Stapel, und die genaue Anzahl der Platinen pro Stapel wird auch nach einer Zwischenlagerung beibehalten und somit die Weiterverarbeitung schneller und wirtschaftlicher vollzogen. Anschließend werden die Stapel 90 Grad gedreht über ein Förderband ausgeschleust.

Seref Varli

Erschienen in Ausgabe: 3-4/2009