Schlankmacher 4.0

Technik

Alle reden von Standardisierung, von Zeitgewinnen und von Methoden zur Fehlerreduzierung entlang der Prozesskette, von kontinuierlicher Verbesserung bestehender Verfahren und Systeme. Doch da geht noch mehr.

17. Oktober 2017
Beschleunigte Online-Kalkulation auf Basis hinterlegter Parameter. Bild: SPI
Bild 1: Schlankmacher 4.0 (Beschleunigte Online-Kalkulation auf Basis hinterlegter Parameter. Bild: SPI)

Schlanke Produktion ist nichts Neues, aber Optimierungsbedarf gibt es immer. Ein IT-Haus aus Ahrensburg sieht noch Potenziale für Blechfertiger, die ihre Prozesse verschlanken und die Zufriedenheit ihrer Kunden steigern wollen. Unter den Unternehmen, die sich auf die Bearbeitung von Blech spezialisiert haben, finden sich viele, die mit einem gewachsenen, heterogenen Maschinenpark fertigen. Und für so manchen Blechverarbeiter kann die Auftragskalkulation hohen Zeitaufwand mit sich bringen. Für beide Aspekte gibt es interessante Lösungen.

Blechfertiger trimmen Prozesse auf Durchgängigkeit

Anlagen haben Lebenszeiten von vielen Jahrzehnten. Für kaum einen Betrieb ist es daher wirtschaftlich, sich mit der eingesetzten Blechsoftware auf ein definiertes maschinenspezifisches Ausgabeformat zu konzentrieren. SPI aus Ahrensburg in Schleswig-Holstein bietet darum eine CAD-Lösung für Blechverarbeiter auf Basis von Autodesk Inventor und für Solidworks, die die Durchgängigkeit von Prozessen – auch unter Einsatz von heterogenen Systemumgebungen – unterstützt.

Der SPI-Ansatz begleitet die Konstruktion und Abwicklung von Blechteilen und Baugruppen vor allem unter dem Aspekt der fertigungsgerechten Aufbereitung des Outputs. Die von SPI erzeugte Abwicklung, die mit allen fertigungsrelevanten Informationen unmittelbar an CAM-Applikationen zum Stanzen/Nibbeln, Laserschneiden und Biegen übergeben werden kann, liefert verschiedene Exportformate zum Beispiel für Bystronic, Cybelec, Delem, Cadman B, Trutops Classic, Trutops Boost, PN4000 und PNBend.

Über ein von SPI angebotenes Interface können Material- und Biegeprozessinformation von Trutops Bend eingelesen und während der Konstruktion unter Berücksichtigung der sich ergebenden Fertigungsradien und Abkantfaktoren genutzt werden. Optional wird ein GEO-File zur direkten Verwendung in Trutops Classic und Trutops Boost erzeugt, das die benötigten Biege-, Stanz- und Fertigungsinformationen enthält. Komplettiert wird die Schnittstelle durch eine Auswahl an Stanz- und Umformwerkzeugen aus Trutops Punch. Alternativ kann Abwicklungsgeometrie direkt in eine XML-Datei exportiert werden, die dann von PN4000 (Wicam) interpretiert wird. Die XML-Datei enthält außer den im Modell enthaltenen Umformungen die Abwicklungsgeometrie, Informationen über Biegungen und Biegelinien (Biegewinkel, Biegeradius, Verkürzung und Position), Gravuren, Werkzeuginformationen (Identnummer, Position, Ausrichtung und Seite), Maßeinheiten – insbesondere für Längen und Winkel – und benutzerdefinierte Attribute.

 SPI unterstützt darüber hinaus PNBend. Der Abwicklung können auch spezifische Daten für Bysoft 7 mitgegeben werden. Das erzeugte DXF-Format liefert unter anderem Informationen zu Biegewerkzeugen, Biegewinkeln, Fertigungsradien und Verkürzungswerten.

Die SPI-Lösung definiert sich so als Schnittstelle zwischen der jeweiligen Konstruktionsumgebung und der Fertigung.

Kundenanfragen schneller beantwortet

Die Auftragskalkulation von Blechdienstleistern stützt sich in vielen Fällen auf Regeln und Tabellen, die eine aufwendige Prozedur erforderlich machen. Im Sinne einer Verschlankung der Prozesse ist der webbasierende Kalkulator von SPI eine Alternative, die eine automatisierte Bearbeitung von Kundenanfragen ermöglicht und unter diesem Aspekt die Annahme auch kleinerer Aufträge wirtschaftlich werden lässt.

Die auf der Blechexpo gezeigte Lösung ›Sellycon‹ von SPI ermöglich eine Kalkulation individueller Blechteile und verknüpft darüber hinaus die Dienstleistungen von Blechverarbeitern über Internet mit den Anfragen von Shop-Kunden. Sellycon ermöglicht es in der aktuellen Version, auch Step-Dateien zu laden, diese auf Herstellbarkeit zu prüfen und anschließend individuell zu kalkulieren. Die Kalkulation basiert auf Parametern, die gegebenenfalls jederzeit aktuellen Bedingungen angepasst werden können. Der Betreiber der Lösung definiert, ob der Kalkulator als internes Tool verwendet wird, allgemein zugänglich ist (in diesem Fall muss sich ein Benutzer zunächst registrieren und ein Konto anlegen), oder ob er seine Leistungen nur bestimmten Anwendern ermöglichen möchte (definierte Passwortvergabe für ausgewählte Kunden).

Der Ablauf, von der Anfrage über die Angebotserstellung, über die folgende Auftragsfreigabe bis hin zur Auslieferung, wird dann über einen Webshop abgewickelt und im Kundenkonto protokolliert. Da abgearbeitete Aufträge systemseitig nicht entfernt werden, können Nachbestellungen – auch in abweichenden Mengen – jederzeit erfolgen.

 Die SPI GmbH, ein Softwareentwickler aus Ahrensburg, der sich seit Jahren mit der Entwicklung von Standard- und Individuallösungen speziell für die blechverarbeitende Industrie befasst, zeigt seine Blechabwicklungssoftware und den webbasierten Online-Kalkulator auf der Blechexpo in Stuttgart: Lösungen für Blechfertiger, die ihre internen Prozesse verschlanken und die Fertigung auch kleiner Losgrößen effizienter bearbeiten wollen.

Unter www.youtube.com/channel/UCZ142WZsOUWiO520XBtiZyQ findet man eine Messevorschau.

Blechexpo Stand 1011-1

Zahlen & Fakten

»Wir machen aus Ihrer Idee Software.« Das ist in einem Satz das Angebot der SPI GmbH aus Ahrensburg, die in ihren verschiedenen Geschäftsfeldern seit 1980 IT-Lösungen, Standardsoftware und Individualprogrammierung, für ganz unterschiedliche Branchen liefert. Die zunehmende Komplexität der Märkte stellt auch ein IT-Haus vor ständig neue Herausforderungen. Dabei steht das Thema Industrie 4.0 in den von SPI bedienten Sektoren in den kommenden Jahren ganz oben auf der Agenda. Auch nach 37 Jahren definiert sich die SPI als ein dynamisches Unternehmen, ein junges, wachsendes Team mit derzeit 35 Menschen, das noch mehr guten Leuten ein attraktives und flexibles Arbeitsumfeld böte.

Erschienen in Ausgabe: 06/2017