Schadstoffemissionen in Industrie senken

Die EU-Kommission hat ein Maßnahmenpaket vorgestellt, um eine CO2-Reduzierung für alle Industriebereiche in Europa zu beschleunigen. Die neuen Vorschläge sind Teil eines umfangreichen Maßnahmenprogramms mit einer verbindlichen Zielvorgabe, bis 2030 Emissionen in der EU um mindestens 40 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken. Experten empfehlen, sich jetzt mit dem Einsparpotenzial von Energie und Schadstoffemissionen in der Prozessindustrie zu befassen.

07. Oktober 2016

Unter den Branchen, die am Emissionshandel teilnehmen, sind vor allem in der Baubranche erhebliche Emissions-Einsparpotenziale möglich: Gebäude verursachen 40 Prozent des Energieverbrauchs und mehr als ein Drittel des CO2-Austoßes in der EU.

Während Neubauten weniger als fünf Liter Heizöl pro Quadratmeter jährlich benötigen, verbrauchen ältere Gebäude im Schnitt 25 Liter; manche Gebäude sogar bis zu 60 Liter. Gegenwärtig sind in der EU etwa 35 Prozent der Bestandsgebäude über 50 Jahre alt. Eine verbesserte Energieeffizienz von Gebäuden könnte den Energieverbrauch in der EU um fünf bis sechs Prozent und die Emissionen um etwa fünf Prozent senken.

Was die Industrie von der Baubranche lernen kann

In puncto Reduzierung von Energieverbrauch und CO2-Emissionen verfolgen Prozessindustrie und Bausektor gemeinsame Ziele: Beide Sparten suchen nach zukunftsfähigen Lösungen, die durch Minimierung der Wärmeverluste den Energiebedarf senken. In der aktuellen Studie "Klimaschutz mit kurzen Amortisationszeiten – Energie- und CO2-Einsparpotential von Industrie-Dämmungen in der EU” der European Industrial Insulation Foundation (EIIF) wird das Einsparpotential in der Prozessindustrie dargestellt.

Der gemeinnützigen Organisation zufolge hängen die Energie- und CO2-Einsparmöglichkeiten von einer optimierten Dämmung in industriellen Anlagen ab. Allerdings wird dieses Einsparpotenzial trotz kostengünstiger Umsetzung und kurzer Amortisationszeit nicht ausgeschöpft.

Der Bericht behandelt verschiedene Fallstudien, in denen Tipcheck-Energiebilanzen durchgeführt wurden. In einer französischen Chemiefabrik verursachten 30 Ventile und 35 Speichertankdächer, die nicht gedämmt waren, einen jährlichen Wärmeverlust von 12.600 Megawattstunden. Eine Investition von 100.000 Euro erzielte im ersten Jahr eine Ersparnis von 405.000 Euro und in den darauffolgenden Jahren von 505.000 Euro.

Zentrales Thema der Studie ist die Messung des Einsparpotenzials für Energie- und Emissionsreduktionen in der EU. Die EIIF schätzt, dass sich rund 620 Petajoule des jährlichen Energiebedarfs einsparen und der Ausstoß von CO2 allein dadurch verringern ließen, wenn Fabriken europaweit optimierte Dämmlösungen und -systeme nutzen würden, indem zum Beispiel freiliegende Oberflächen gedämmt und beschädigte Isolierungen repariert würden.

Das jährliche Einsparpotenzial entspräche dem Jahresenergieverbrauch der gesamten niederländischen Industrie, während das jährliche CO2–Einsparpotential dem CO2-Ausstoß von 18 Millionen Mittelklasse-Fahrzeugen mit einer jährlichen Fahrleistung von 12.500 Kilometer gleichzusetzen wäre.

Tipcheck-Ingenieure zeigen Einsparpotenziale auf

Paroc hat mehrere Tipcheck-Ingenieure ausgebildet, die als Berater Energiesparpotenziale aufzeigen. Tipcheck ist eine Zusatzqualifikation für Dämmspezialisten, die bei der Bewertung der Dämmsysteme bestehender Anlagen sowie bei der Planung von Neu- oder Umbauprojekten beratend zur Seite stehen und aufzeigen, wie durch den Einsatz von Dämmlösungen Energiekosten gespart werden können.