„Sauberkiste“

Das Abgasfreie und gleichzeitig abwasserfreie Beizen in einer „Rotainer“-Beizanlage erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Kein Wunder, denn die „Sauberkiste“ bietet zahlreiche Vorteile.

08. Juni 2007

»Wir beizen jetzt in einer überdimensionalen Spülmaschine! «, so ein begeisterter Anwender der Rotainer-Beiztechnik. Der Bediener wählt nur das gewünschte Beizprogramm und startet die Anlage, nachdem er das Beizgut eingelegt hat.

Alle Prozesse wie Beizen, Spülen und Passivieren laufen dann völlig automatisch ab. Das abgasfreie und abwasserfreie Beizen in einer Rotainer-Beizanlage erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Viele Edelstahlbeizer schätzen es, unabhängig von behördlichen Genehmigungen oder Überprüfungen ihrer täglichen Arbeit nachgehen zu können. Dabei ist es völlig nebensächlich, wie groß die Beizanlage ist, da alle Prozesse im mit Polypropylen ausgekleideten Arbeitsraum automatisch ablaufen. Auch kleine Automatik-Anlagen erzielen SPS-gesteuert zuverlässig optimale Oberflächenergebnisse, ohne dass der Bediener mit gefährlichen Chemikalien in Berührung kommt. Beim Rotationsbeizen ist keine Absaugung notwendig aufgrund des Gaspendelverfahrens mit direkter Luftwäsche im Beizraum als letztem Arbeitsgang. Die Beizqualität ist hervorragend, vergleichbar mit dem Tauchbeizen.

Genehmigungsfrei

Da die Beizsäure nur sehr sparsam dosiert wird, reicht ein Vorratsbehälter von weniger als 1.000 Liter aus, um das gesamte System zu versorgen. Somit ist keine Genehmigung der Anlage nach BImSchG erforderlich.

Da der Verbrauch an Beizsäure sehr gering ist, verringern sich auch der Verbrauch an Neutralisationsmitteln in der Abwasseranlage und der zu entsorgende Filterkuchen erheblich. Durch die Kreislaufführung der Spülwässer kommt der Rotainer mit einem minimalen Verbrauch an Frischwasser aus. Wer keinen Platz in seiner Produktionshalle für eine Beizkabine erübrigen kann, stellt sich einfach einen beheizbaren 20- bis 40-Fuß-Container auf den Hof.

Breite und Höhe der Beizraummaße liegen jeweils bei 2.800 x 2.800 mm, die Länge variiert zwischen 5.800 mm beim 20- Fuß-Container und 11.600 mm beim 40-Fuß-Container. Zur Beschickung des Beizcontainers ist ein Schienensystem aus recyceltem Kunststoff mit Rollwagen installierbar.

Gut verteilt

Feste sowie variable und rotierende Düsen verteilen die Beizsäure auf die eingelegten Edelstahlbauteile.

Eine Programmautomatik kann mehrere Bearbeitungsschritte zeitgesteuert ablaufen lassen, beispielsweise Vorwaschen mit Entfettungsmitteln, Zwischenspülen, Beizen, Passivieren und Endspülen. Diese Technik gewährleistet eine hohe Arbeitssicherheit sowie ein kontrolliertes Beizen mit gleichbleibender Qualität. Der Hersteller, die Firma Siedentop, setzt generell salpetersäurefreie Beizmedien zum Beizen der Teile ein. So bleiben Anlagenkomponenten lange haltbar. Auch Zusatzeinrichtungen zur Luftabsaugung und -reinigung gehören der Vergangenheit an, denn die direkte Luftwäsche im Beizraum ist mittels einer Gaspendelleitung in den letzten Arbeitsgang integriert. Da der Bediener überhaupt nicht mit Beizsäuren in Berührung kommt, entfallen aufwändige Säureschutzkleidungen. Das spart neben Zeit auch Kosten. Durch die Containerbauweise sind Aufstellung und Montage der Rotainer-Anlagen ohne größere Baumaßnahmen auch im Freien möglich. Damit eignen sie sich auch für das Beizen auf Baustellen.

Ganz neu auf dem Markt sind die automatischen Kleinteilbeizanlagen der Beizanlagenprofi s aus Wittingen/Zasenbeck.

Kleinteilbeizen

Laut Hersteller ist sie ideal geeignet für Hersteller von überschaubar kleinen Edelstahlbauteilen. Je nach Bauart kommt eine kleine Tauchwanne oder ein Mini-Sprühraum zum Einsatz. Die Anlagen sind einfach in der Handhabung.

Beispiel Tauchwanne: Der Bediener legt die Werkstücke in die Wanne und startet das Automatikprogramm. Von unten füllt und entleert sich die Wanne mit Beizsäure, später mit Spülwasser und Passivierung - je nach gewähltem Programm. Nach Ende des Programms spritzt der Bediener die sauberen Teile lediglich mit Hochdruckwasser ab. Beispiel

Mini-Sprühraum: Der Bediener legt die Werkstücke in den Beizraum ein und positioniert die Düsen, wenn nötig. Danach schließt er das Tor und startet das gewünschte Programm. Abschließend auch hier das Abspritzen mit Hochdruckwasser.

Bei beiden Modellen sorgt eine ausgefeilte Technik mit Vorlagebehältern für Beize, Spülwasser, Pumpen zur Kreislaufführung der Medien, der Programmsteuerung sowie einer automatischen Chargen-Neutralisationsanlage für einen reibungslosen Ablauf.

Erschienen in Ausgabe: 04/2007