Sauberes Abwasser

Technik

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29. August 2017
Bei der Schneidarbeit per Wasserstrahl fallen eine Menge Fest- und Schwebstoffe an – auch Partikel unter 5 μm Korngröße, die bisher wirtschaftlich kaum ausgefiltert werden konnten. Bildquelle: Woma
Bild 1: Sauberes Abwasser (Bei der Schneidarbeit per Wasserstrahl fallen eine Menge Fest- und Schwebstoffe an – auch Partikel unter 5 μm Korngröße, die bisher wirtschaftlich kaum ausgefiltert werden konnten. Bildquelle: Woma)

In der Werkhalle des BHT Technikcenters im pfälzischen Frankenthal ist ein permanentes Zischen zu hören. Die beiden Schneidköpfe der Wasserstrahlschneidanlage des Lohnbetriebs arbeiten sich unüberhörbar durch die einen Zentimeter dicke Stahlplatte und schneiden die vom Kunden gewünschte Werkstückform aus. Dabei fallen, was nicht überrascht, eine Menge Fest- und Schwebstoffe an, die über das Abwasser in die Kanalisation gelangen könnten – aber nicht dürfen. Das Abwasser muss deshalb für eine umweltgerechte Entsorgung gereinigt werden. Hierfür schreibt der Gesetzgeber seit 2010 strengere Grenzwerte vor.

Je nach kommunaler Regelung liegen die Grenzwerte für Feststoffe in der Regel bei 15 ml/l. Beispiele sind Abrasivsand aus Granat, Schneidpartikel und Reste der zu bearbeitenden Werkstoffe (Dichte > 1 g/cm³). Werden sie nicht entfernt, kann es zu Ablagerungen und Verstopfungen in der Kanalisation kommen. Für Schwebstoffe gilt eine Obergrenze von 50 mg/l. Nur wenn diese Werte eingehalten werden, kann eine behördliche Genehmigung zum Betrieb der Wasserstrahlschneidanlagen erteilt werden.

Mussten bis 2009 die Grenzwerte bei mindestens einer von drei Proben erfüllt werden, muss seit 2010 jede Probe den Anforderungen entsprechen. Für Lohnschneidebetriebe wie den BHT Technikcenter bedeutet das, dass bestehende Anlagen jederzeit kontrolliert werden können.

Will Günther Gruber, der Betriebsleiter des Unternehmens, eine neue Anlage in Betrieb nehmen, muss ein entsprechender Nachweis erbracht werden. Zu beachten ist hierbei, dass ein Ableiten ohne Genehmigung rechtswidrig ist und damit strafbar sein kann.

Durch die Reinigung seines Abwassers vermeidet der Betrieb eine empfindliche Bestrafung. Bei einem Schweizer Lohnschneidebetrieb gab es bei der Abwasserkontrolle Beanstandungen, woraufhin der Betrieb vorübergehend stillgelegt, die Abwassergebühren erhöht und eine Geldbuße ausgesprochen wurden.

Mit den üblichen Absaug- und Absetzsystemen konnten die Vorschriften bisher häufig nur schwer eingehalten werden, da einige der Schadstoffe nicht erfasst wurden. Vor allem Schwebstoffe gelangten oft ungefiltert in die Kanalisation. Mit einer Größe von 0,5 bis 30 µm benötigen sie länger als 72 Stunden, um sich abzusetzen. Bei einer Größe unter 5 µm spricht man sogar von gelösten Stoffen, zum Beispiel von gelösten Schwermetallen aus Stahllegierungen. Sie sind noch schwieriger aus dem Abwasser zu entfernen. Ein hoher Schwebstoffgehalt beeinträchtigt die Lichtdurchlässigkeit und damit die Entwicklung von Flora und Fauna im Wasser.

Eine neue Technik der Woma GmbH aus Duisburg sorgt jetzt dafür, dass auch sehr feine Partikel im Abwasser ausflocken und herausgefiltert werden können. Das Abwasserreinigungsgerät WTA Eco ist bei BHT seit Anfang des Jahres im Einsatz. BHT testet als Referenzkunde des Duisburger Unternehmens die Anlage im laufenden Betrieb. Die Anlage hat seitdem jede Woche 10.000 Liter verunreinigtes Abwasser gefiltert. Günther Gruber zieht ein positives Fazit: »Wir erfüllen die gesetzlichen Vorschriften dank der Anlage zu 100 Prozent, es laufen weder Öle und noch gelöste Schwermetalle in die Kanalisation. Das ist gut für die Kanalisation und den Umweltschutz.«

Auch Alexander Reger, Anwendungstechniker bei Woma, ist überzeugt: »Wir sind dankbar, dass wir bei BHT die Möglichkeit haben, die Anlage auf Herz und Nieren zu testen. Wir können feststellen, dass sich unsere Technik bewährt hat. Daher haben wir die Anlage für den Vertrieb freigegeben.«

So funktioniert es

Beim Wasserstrahlschneiden fallen im Abwasser Fest- und Schwebstoffe sowie Öl und Abrasivmittel an. Die Feststoffe lassen sich mit einer Absauganlage oder durch Ruhenlassen des Wassers in einem Absetzbecken einfach entfernen. Das in einer Emulsion mit dem Wasser gelöste Öl und die Schwebstoffe konnten bislang jedoch nicht herausgefiltert werden. Die Abwasserreinigungsanlage von Woma wird nach der Absaugvorrichtung und dem Absetzbecken installiert. Das Abwasser wird aus dem Absetzbecken gesaugt und in der WTA Eco mit einem Flockungsmittel versetzt, das Schwebstoffe und Öl bindet. In einen nachgeschalteten Sandfilter bleiben die Verunreinigungen restlos hängen.

Erschienen in Ausgabe: 05/2017