Saubere Luft ohne Wärmeverlust

Wo geschweißt, geschliffen oder geschnitten wird, entstehen gesundheitsgefährdende Stäube. Diese sollen direkt und vollständig entfernt werden. So will es der Gesetzgeber. Das gilt nicht nur für große Produktionsbetriebe, sondern auch für kleine Reparaturwerkstätten wie Martin Sicking.

19. April 2019
Saubere Luft ohne Wärmeverlust
Große Anbaugeräte wie diese Baggerschaufel werden bei Sicking instand gesetzt. Der Absaugarm kann nah an die zu schweißende Stelle herangeführt und flexibel bewegt werden. (Bild: Teka)

Das Geschäft brummt im münsterländischen Familienbetrieb. Während Traktoren und Bagger zur Wartung und Reparatur vom Hof in die Betriebshallen fahren, rattern schon die nächsten Fahrzeuge auf das Betriebsgelände. Die Instandsetzung von Land- und Baumaschinen ist ein wichtiges Standbein, der Verkauf von Landmaschinen, Gartengeräten und Kommunaltechnik ein weiterer Betriebszweig des vor mehr als 60 Jahren gegründeten Unternehmens mit 16 Mitarbeitern.

»Gerade zur Erntezeit herrscht Hochbetrieb bei uns. Wenn die Maschinen im Einsatz sind, kommt es zwangsläufig auch zu Ausfällen, die schnell behoben werden müssen«, so Jan Sicking, der im vergangenen Jahr den Meister als Mechaniker für Land- und Baumaschinentechnik absolviert hat und in den väterlichen Betrieb eingestiegen ist. Vorteil des Betriebs ist, dass alle Bereiche unter einem Dach sind.

»Der Grundstein für gute Arbeit sind fachlich bestens ausgebildete Mitarbeiter, die ihr Handwerk verstehen und flexibel auf vielfältige Probleme reagieren können«, betont der 25-Jährige. Um weiterhin auf diesen Grundstein bauen zu können, legt Martin Sicking einen großen Stellenwert auf eine fundierte Ausbildung. Wie in fast jeder Branche ist auch hier der Fachkräftemangel Thema: »Uns geht es da wie den meisten Handwerksbetrieben. Es wird immer schwieriger, gute Leute zu finden. Daher werden die Nachwuchskräfte immer wichtiger«, meint Sicking.

Arbeitschutz für Mitarbeiter

Moderner Arbeitsschutz gehört für das Unternehmen unbedingt dazu: »Wir wollen unsere Mitarbeiter bei uns im Betrieb halten. Sie sollen sich wohlfühlen. Dazu gehört auch, dass sie sich keine Gedanken um ihre Gesundheit machen müssen«, so Sicking weiter. Daher stellte sich für Vater und Sohn im Rahmen einer Betriebsmodernisierung die Frage, wie Mitarbeiter besser vor Schadstoffen aus der Luft geschützt werden können, ohne die vorhandene Wärme im Winter aus der Halle blasen zu müssen. Anfang 2017 erhielten sie mit der stationären Absaug- und Filteranlage vom Typ ›Ecocube‹ die passende Antwort. Anders als Schlauchabsaugungen zur Abgasabführung entfernt die Absaug- und Filteranlage von Teka luftgetragene Schadstoffe nicht nur punktgenau, sondern filtert die Schadstoffe aus der Luft und führt die gereinigte Luft bei Bedarf zurück.

Mitarbeiter Michael Brockherde ist in der Schlosserei grade damit beschäftigt, eine Baggerschaufel zu schweißen. Er und seine Kollegen setzen vor allem stark beanspruchte Anbaugeräte wie Pulverisierer oder Frontlader instand. Funken fliegen, Qualm steigt auf. Doch die gräulichen Rauchwaden haben keine Chance, sich in der 300 Quadratmeter großen Schlosserei auszubreiten. Eine Haube an einem sechs Meter langen Absaugarm nimmt sie, wie von den Berufsgenossenschaften empfohlen, direkt an der Entstehungsstelle auf.

Über zwei weiteren Handarbeitsplätzen schweben ebenfalls Absaughauben mit an der Wand befestigten Armen, die sich flexibel hin und her bewegen lassen und die beim WIG-, Elektroden oder Schutzgasschweißen entstehenden Rauche aufnehmen. Ein paar Meter weiter entfernt eine Untertischabsaugung die beim Schneiden an einem Handplasmatisch entstehenden schädlichen Partikel. Über eine Rohrleitung gelangen sie zum Herzen des Systems: der modular aufgebauten Ecocube.

In kurzer Zeit einsatzbereit

Die Anlage mit einem Ventilatorvolumenstrom von 7.000 Kubikmeter pro Stunde lässt sich in kürzester Zeit montieren und ist platzsparend in einer Ecke der kleinen Halle untergebracht. Die schadstoffhaltige Luft wird in die Filtersektion geführt. Hier lagern sich die Schadstoffpartikel an der Oberfläche der Nano-Filterpatronen mit einem Abscheidegrad von nahezu 100 Prozent ab, bevor sie automatisch per Druckluftstoß gelöst und im Staubsammelbehälter gesammelt werden.

Ein weiter Vorteil: Die Filteranlage ist vom Institut für Arbeitsschutz der Deutschen gesetzlichen Unfallversicherung mit dem W3-Prüfsiegel für die höchste Schweißrauchabscheideklasse ausgezeichnet. Es besagt, dass selbst Rauch- und Staubpartikel von hochlegierten Stählen zu mehr als 99 Prozent aus der Luft gefiltert werden und diese nach dem Reinigungsprozess wieder in den Arbeitsraum zurückgeführt werden darf.

»Früher war im Winter alles zu«

»Früher war hier im Winter alles zu. Wenn zwei Schweißer eine Schneide erneuerten, sah man nicht viel. Das ist jetzt mit der Absauganlage nicht mehr der Fall«, beschreibt Jan Sicking die positive Entwicklung. »Die Luft ist deutlich besser geworden«, bestätigt Mitarbeiter Michael Brockherde. Auch das Thema Energieeinsparung war ein wichtiger Punkt für die Entscheidung zugunsten der Anlage. Die gereinigte Luft wird ohne Wärmeverlust zurückgeleitet: »Wir können jetzt im Winter Türen und Tore überwiegend geschlossen halten und behalten die Wärme in der Halle, ohne schmutzige Luft einatmen zu müssen«, so Brockherde. »Die Ecocube ist für fast alle Aufgaben im Bereich der Filtration von Rauchen und Stäuben einsetzbar, findet auch in der kleinsten Werkstatt Platz und schont mit ihrer energiesparenden Arbeitsweise den Geldbeutel«, zählt Teka-Geschäftsführer Simon Telöken die Vorzüge der Anlage auf.

Ein zusätzlicher Anreiz für die Investition in die Absaugung war für Martin und Jan Sicking die staatliche Förderung durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Im Fall von Martin Sicking betrug sie zehn Prozent der Gesamtinvestition. »Im April wurde die Absauganlage installiert und im Juni hatten wir bereits den Zuwendungsbescheid auf dem Tisch. Bürokratische Hürden konnten wir dank Unterstützung von Teka gut meistern«, lobt Sicking.