Saubere Luft aus schlanken Schläuchen

„bwcon“ zeichnet neuartige Luftfilter der AWS Group aus

26. Mai 2008

Die AWS Group AG erhält den Sonderpreis des Landes Baden-Württemberg als innovativstes Unternehmen für einen neuen Ansatz zur Filterung von Schadstoffen aus der Luft. Die Erfindung sieht aus wie eine Kreuzung aus Strohhalm und Strickstrumpf – doch das unscheinbare biegsame Röhrchen könnte künftig einen wichtigen Beitrag zur Luftreinhaltung und zum Schutz des Klimas leisten. Die dünnen Strickschläuche sind das Herz von neuen Luftreinigern, die aus der Umgebung Lösemittel, Fett oder Feinstaub filtern oder die Luft fein dosiert befeuchten. Innovativ an den Filterschläuchen des Leonberger Unternehmens ist das patentierte Strickverfahren, das die Schläuche porös macht und ihnen gleichzeitig Stabilität verleiht. Schickt man eine bestimmte Chemikalie durch die Schläuche, nimmt diese durch die Poren Schadstoffe aus der Luft auf und transportiert sie durch den Schlauch ab. Auch die Umkehrung funktioniert: Fließt Wasser durch den Schlauch, gibt dieser Feuchtigkeit an die Luft ab – so fein dosiert, wie es bisher mit herkömmlichen Wasserverneblern nicht möglich war. Wie groß der Fortschritt ist, beweisen die AWS-Filter bei organischen Lösemitteln, wie sie zum Beispiel beim Lackieren in die Luft gelangen. Die Schläuche reduzieren den Schadstoffgehalt von 1,5 Gramm auf 0,05 Gramm pro Kubikmeter Luft. Im Gegensatz zur heute üblichen thermischen Nachverbrennung mit Erdgas kommen die AWS-Filter ohne Verbrennung aus und benötigen nur ein Viertel der Energie. Zudem werden die Schadstoffe in einer Destille abgetrennt und können wieder verwendet werden, etwa als Lösemittel in Farben. Die Reinigungschemikalie wird bei diesem Prozess nicht verbraucht und gelangt in den geschlossenen Kreislauf zurück. AWS-Filter gibt es in beliebiger Größe: Containergroße Anlagen mit kilometerlangen Schläuchen reinigen seit kurzem die Luft in der Werkshalle, wo der Riesen-Airbus A380 lackiert wird. Die größte Anlage filtert 43.000 Kubikmeter Luft pro Stunde und holt pro Jahr bis zu 100 Tonnen Lösemittel aus der Luft.