Rundumpaket

Universalbearbeitung dicker Platten in einem Arbeitsgang

Stanzen, Bohren, Markieren und Brennschneiden von mittleren und dicken Platten in einem einzigen Arbeitsgang bietet eine neue automatische CNC-Anlage aus Italien.

19. März 2001

Die „Tipo B20“ von Ficep, Gazzada Schianno (I), ist eine automatische CNC- Anlage zur Bearbeitung von großen Platten mit einer Breite von bis zu 2.000 mm und einer Standardlänge von 6.000 mm (mit Zusatzausrüstung sind auch größere Längen bearbeitbar).

Mit dieser Reihe, die hauptsächlich auf das Stanzen, Bohren und Brennschneiden ausgerichtet ist, kann Ficep auch den Anforderungen „neuer“ Einsatzgebiete entsprechen wie der Land- und Baumaschinenindustrie, des Bergbaus, der Energieversorgung und der Petrochemie, vor allen Dingen jedoch deren Zulieferer.

Die Tipo B20 ist eignet sich zum Stanzen, Bohren, Ankörnen, Markieren und Brennschneiden - auch nach Schnittbild - von Platten großer Dimension und Dicke in nur einem einzigen Arbeitsgang durch autogenes oder Plasmabrennen. Die Möglichkeit, mehrere Arbeitsgänge automatisch auszuführen, reduziert die Bearbeitungs- und Materialbewegungskosten. Die geradlinigen oder Konturplatten werden mit großer Bearbeitungspräzision, in den gewünschten Mengen und mit wirtschaftlichen Kosten gefertigt.

Die hydraulische Stanzeinheit ist mit einem Werkzeug mit acht anwählbaren Stempeln und einem automatischen Niederhalter ausgestattet. Es können somit bis zu acht verschiedene Stanzdurchmesser angewählt werden, wobei jeder Stempel auch bei Maschinenhöchstleistung eingesetzt werden kann.

Die Querpositionierung der Einheit erfolgt über Kugelrollspindel und CNC-Servomotor. Das Stanzwerkzeug läuft innerhalb der Stanzeinheit, wobei der angewählte Stempel direkt auf die Achse des Hydraulikzylinders (hydraulischen Stanzkopfes) bewegt wird. Der maximal stanzbare Durchmesser beträgt 46 mm. Die acht Matrizen laufen hingegen unabhängig von den Stempeln in der Basis der Anlage und werden elektronisch zentriert. Die Stanzkraft des Stanzkopfes beträgt 1.100 kN und erlaubt folgende Stanzungen:

Stahl mit einer Zugfestigkeit von 400 N/mm2 und einem Durchmesser von 35 bei einer Dicke von 25 mm

Stahl mit einer Zugfestigkeit von 500 N/mm2 und einem Durchmesser von 33 bei einer Dicke von 20 mm

Eine besondere Eigenschaft dieser Anlage besteht in der Möglichkeit, aus einer Platte mit Maßen von bis zu 2.000 mm x 6.000 mm Platten nach Schnittbild herzustellen, wobei mittels einer speziellen Fördervorrichtung für bearbeitete Teile mit Maßen von bis zu 600 x 600 mm die geschnittenen Platten automatisch entladen werden können.

Das Plasmabrennschneidsystem schafft Platten bis 20 mm Dicke. Der Brenner ist auf der Abfuhrseite des Rahmens montiert; zur seitlichen Positionierung wird die gleiche Achse des Stanzkopfes benutzt, mit der der Brenner mechanisch verbunden ist. Das System sieht die Möglichkeit einer unteren Führung zur Aufnahme der Rauchabzugsanlage vor. Die Tipo B20 kann mit einem Plasma- oder mit einem Sauerstoffbrenner oder beiden gleichzeitig mit gesteuerter Vorauswahl ausgestattet werden. Auf diese Weise können die verschiedenen Eigenschaften der beiden Brennschneidsysteme in Funktion der Dicken und der zu schneidenden Materialien optimal genutzt werden.

Dieses System wird durch eine spezifische Nestingsoftware zur Optimierung des betroffenen Arbeitsbereiches ergänzt, die auch berücksichtigt, ob der Schnitt mit einem Sauerstoff- oder Plasmabrenner ausgeführt wird.

Die Anlage kann als Zusatzausrüstung eine Vertikalbohreinheit mit einer Bohrspindel und einem 11-kW-Motor aufnehmen und kann in diesem Fall daher auch mit einem automatischen System zur Reinigung und Förderung der Späne vor dem Brennschneidvorgang ausgestattet werden. Der Bohrkopf kann auch mit einem automatischen Werkzeugwechsel (ATC) mit bis zu acht Arbeitsstationen versehen werden.

Gesteuert werden drei Achsen von einer Ficep-CNC der Serie „Fenice“.

Ficep

Ficep wurde 1930 als „Fabbrica Italiana Cesoie e Punzonatrici“ (italienische Scher- und Stanzmaschinenfabrik) gegründet. Im Laufe des nun mehr als 65jährigen Bestehens des Unternehmens hat sich das ursprüngliche Produktionsprogramm von einfachen manuellen Scheren und Stanzmaschinen zu automatisierten Maschinen und Anlagen für die Stahlbau- und die Schmiedeindustrie gewandelt.

Ficep ist ein bedeutender Anbieter von Anlagen für die Bearbeitung von Flacheisen und Profilen für den Stahlbau und einer der wenigen Hersteller, der eine vollständige Auswahl von Maschinen und Anlagen für die Bearbeitung der drei wesentlichen Elemente, die ein Stahlbaugefüge bilden (Platte, Winkel und Träger), anbieten kann.

Die Maschinen und Anlagen für das Gesenkschmieden stellen den zweiten wichtigen Fertigungszweig von Ficep dar: Automatisierten Schmiedeanlagen für Stahl, Messing, Aluminium und so weiter, vom Scheren bis zum Schmieden des Endstückes durch eine automatische Bewegung. Die vollständige Automatisierung des Scherzyklus, die auch mit den Optionen Wiegevorrichtung, Temperaturkontrolle und Bewegung der gescherten Abschnitte bis zum Laden der folgenden Operation ergänzt werden kann, kennzeichnen die von Ficep gefundenen Lösungen.

1998 hat Ficep einen Umsatz von etwa 95 Mio. DM realisiert, davon zirka 85 Prozent aus dem Export, und im fünften Jahr hintereinander seinen Umsatz erhöht.

Tipo B20

Automatische CNC-Stanz- und -Brennschneidanlage für die Bearbeitung großer Platten

Maximale Standardlänge der Platte 6.000 mm

Maximale Breite 2.000 mm

Stanzleistung 1.100 kN

Maximale Stempelanzahl 8

Maximaler Stempeldurchmesser mit Standardwerkzeug 46 mm

Minimaldicke der Platte 5 mm

Maximaldicke der Platte (Stanzen) 25 mm

Maximaldicke der Platte (Bohren) 40 mm

Maximaldurchmesser Bohren 40 mm

Leistung Spindelmotor 4 kW o. 11 kW

Anzahl der Brenner (Plasmaschnitt) 1

Minimaldicke Plasma-Brennschneidsystem 5

Maximaldicke Plasmabrennschneidsystem 20

Anzahl der Brenner (Autogenes Brennen) 1

Minimaldicke Autogenes Brennschneidsystem 5

Maximaldicke Autogenes Brennschneidsystem 40

Maximale Markierleistung pro Zeichen 80 kN

Anzahl Markierzeichen 36

Manipulation

Alle Serienmodelle setzen sich aus Modulelementen zusammen, welche die Zusammenstellung jeder Anlage nach den jeweiligen Kundenwünschen erlauben. Der Grundkörper kann mit einem Drehmodul (270°) kombiniert werden. Die Querfördereinheit „Shuttle“ dient dazu, den Manipulator senkrecht längs der CNC- programmierbaren Hübe oder einer fixen Basis zu bewegen. Dem Horizontalarm können ebenfalls zusätzliche Module zur Steuerung der Zangendrehung hinzugefügt werden, die zum Laden der Rohlinge unter der Presse in Vertikalposition unerläßlich sind, wobei das Teil um 90° oder 180° gedreht werden kann. Die Zange kann für jeden Rohling speziell ausgeführt werden.

Erschienen in Ausgabe: 12/1999