Rundum sorglos

WIRE - Messen und Prüfen

Erweiterte Messoptionen, neue Möglichkeiten der Datengenerierung, überarbeitetes Bedienkonzept – mit der neuen Version der Softwareplattform Bendingstudio bietet Aicon viele neue Features zur Erleichterung der Biegeteilfertigung.

09. März 2016

Von der Zeichnung bis zum fertigen Bauteil – mit dem Bendingstudio können Kunden alle Arbeitsschritte unkompliziert und lückenlos abdecken. »In der neuen Version bieten wir die Technik des Bendingstudios in neuer Performance – ein Rundum-sorglos-Paket«, erläutert Günter Suilmann, Vertriebsleiter Tubeinspect bei Aicon 3D Systems.

»In Kombination mit unseren leistungsfähigen optischen 3D-Messsystemen erhalten Anwender perfekte Lösungen für ihre Messaufgaben.« Zulieferer im Automobil- und Aerospace-Sektor arbeiten heutzutage oft standortübergreifend, Strukturen sind dezentralisiert, die Verantwortung für Teilbereiche ist auf verschiedene Abteilungen oder Werke verteilt. Trotzdem müssen Daten ohne Zeitverzögerung ausgetauscht und Arbeitsabläufe aufeinander abgestimmt werden. Hier hilft Bendingstudio.

Ein neues Bauteil soll gefertigt werden. Der Produktionsplaner erhält einen CAD-Datensatz für die Komponente. Mit Hilfe des neuen CAD-Wizards im Bendingstudio generiert er daraus die biegefähige Rohrgeometrie für die Biegemaschine. Dann legt der Planer Toleranzen, Prüfkriterien und das Tubeinspect-Messsystem als Prüfmittel im Prüfplan fest und überträgt die Daten an die Fertigung.

Auf Fehler überprüft

Das Bauteil wird gefertigt und vor Ort auf seine Maßhaltigkeit überprüft. Ist ein Teil fehlerhaft, werden die Korrekturdaten an die Biegemaschine gesendet. Die Messergebnisse können für statistische Auswertung und Messbericht an die zentrale Qualitätssicherung weitergegeben werden.

Das neue Kern-Feature der Software, der Datendienst, bildet die gemeinsame Basis für eine vernetzte Zusammenarbeit. Bei einer Installation von Bendingstudio an mehreren Arbeitsplätzen haben die Anwender gemeinsamen Zugriff auf dieselben Inhalte. Die gespeicherten Daten können von mehreren Anwendern genutzt werden und sind standortübergreifend einsetzbar. Alle Nutzer können beispielsweise Bauteildaten und zugehörige Prüfpläne erzeugen, abrufen oder verändern. Das neue Modul optimiert Arbeitsabläufe: Die Arbeitsvorbereitung findet abseits der Produktion statt, der Ablauf dort wird nicht gestört. Das spart Zeit und Kosten.

Der CAD-Wizard ermöglicht dem Nutzer, aus dem CAD-Datensatz eines Bauteils eine biegefähige Geometrie für die Biegemaschine zu generieren. Dank des neuen Bedienkonzepts können Biegedaten jetzt auch aus komplexen Datensätzen für ein Gesamtbauteil bequem und zuverlässig extrahiert werden. Die Funktion ist auch für Einsteiger einfach bedienbar: Der Wizard führt Schritt für Schritt durch den Prozess.

Das vollständig überarbeitete Bedienkonzept ist noch übersichtlicher und leichter handhabbar. Das Einrichten der Prüfpläne und das Messen sind jetzt voneinander getrennt. Der Vorteil: Der Anwender sieht nur noch die für seine Aufgabe relevanten Informationen. Das Einrichten von Bauteilen (Arbeitsvorbereitung) ist in die Anwendung ›Bauteileditor‹ integriert. Diese neue Anordnung optimiert Messung und Auswertung.

Neben der strukturellen Neuerung bietet die neue Version 3.0 erweiterte Messmöglichkeiten. Das Messsystem, zum Beispiel Tubeinspect oder Moveinspect, liefert von nun an lediglich die Messdaten. Die Software übernimmt die Auswertung und Ermittlung des gemessenen Rohrverlaufs sowie den Soll-Ist-Vergleich auf Grundlage des Biegemodells.

Dem Benutzer werden die einzelnen Arbeitsschritte visualisiert, und bei Bedarf kann er gezielt eingreifen. In der Regel läuft die Auswertung vollautomatisch ab, manuelle Eingriffe sind transparenter. Zum Reverse Engineering werden Rohrgeometrien dreidimensional erfasst. Für die Extraktion der Biegedaten bietet Bendingstudio verschiedene Werkzeuge, die entweder automatisch oder interaktiv Daten ableiten.

Bendingstudio 3.0 bietet darüber hinaus neue Optionen insbesondere für sehr lange und komplexe Leitungen mit sehr vielen Biegepunkten – etwa lange Bremsrohre –, die im Tubeinspect durch Nachsetzen mittels Mehrfachmessung geprüft werden. Die Funktion, Auswertungen von Teilmessungen zu bearbeiten oder zu wiederholen, ist verbessert. Der Anwender kann getätigte Messungen löschen oder die Parameter der Auswertung nachträglich ändern.

Auch kann er beim Zusammenfügen von Teilmessungen anhand von Überlappungsbereichen die Verknüpfungsbereiche bearbeiten und die Verknüpfungspunkte interaktiv auswählen. Ist eine Gesamtmessung nicht erfolgreich, können weitere Messungen nachträglich hinzugefügt, fehlerhafte Messungen gelöscht oder Einzelmessungen mit geänderten Parametern neu ausgewertet werden. Der Anwender muss das Bauteil also nicht mehr komplett neu messen.

Besonders wartungsarm

Die Systeme der neuen Tubeinspect-P-Serie sind mit neuester Kamera- und LED-Beleuchtungstechnik sowie einer präzisen und langzeitstabilen Glasreferenz ausgerüstet und besonders wartungsarm. Tubeinspect P8 eignet sich für Rohre oder Drähte mit einer End-zu-End-Länge bis zu einem Meter, Tubeinspect P16 misst 2,50 Meter lange Werkstücke. Längere Rohre und Drähte können in Sequenzen durch Nachsetzen geprüft werden. Beide Geräte sind unempfindlich gegenüber Erschütterungen und problemlos in der Produktion einsetzbar.

Neben dem spezialisierten Rohr- und Drahtmesssystem bieten auch die Moveinspect-Systeme Lösungen für den Rohrbereich. Beide Produktlinien lassen sich hervorragend mit der Softwareplattform Bendingstudio kombinieren.

Christoph Dold, Produktmanager Tubeinspect, bringt es auf den Punkt: »Mit Bendingstudio ist Aicon gut gerüstet für Industrie 4.0, da die Software nicht nur in der Fertigung eingesetzt wird, sondern die verschiedenen Arbeitsbereiche effizient miteinander verknüpft und so einen schnellen und zuverlässigen Produktionsablauf ermöglicht.«

Tube Halle 5, Stand E33und Halle 6, Stand D42

Erschienen in Ausgabe: 02/2016