Rückstandsfrei ist nicht gleich rückstandsfrei

Verflüchtende Metallbearbeitungsmittel im Trend

Im einstmals Nischenbereich der verflüchtenden Metallbearbeitungsmittel, als Ersatz für herkömmliche Kühlschmierstoffe, gibt es mittlerweile zahlreiche Anbieter. Die ,,richtige“ Wahl wird immer schwieriger, zumal wenn das Produkt bestimmte Anforderungen erfüllen muß. Auf den ersten Blick könnte man glauben, daß alle Rückstandsfrei-verdunstenden Produkte dasselbe sind. Genau in diesem Punkt gilt es die Qualitätsunterschiede zu prüfen.

08. Januar 2004
Die Friolube AG stellt Hochleistungsprodukte für alle Bereiche der spanlosen und spanabhebenden Industrie her.
Bild 1: Rückstandsfrei ist nicht gleich rückstandsfrei (Die Friolube AG stellt Hochleistungsprodukte für alle Bereiche der spanlosen und spanabhebenden Industrie her.)

Oftmals hört man Aussagen wie ,,das ist sowieso alles das Gleiche“, oder betreffend der Rückstandsfreiheit ,,das Mittel verflüchtigt vollständig“, oder ,,da bleibt absolut nichts zurück“. Aber: ist das auch tatsächlich so? Eindeutig und nachweislich nicht! Nach der Definierung des Gesetzgebers dürfen bei diesen Produkten nach dem Abdampfen bis zu 20 Prozent der Inhaltsstoffe zurückbleiben. Bei Rückständen in der Größenordnung weiß der Anwender natürlich woran er ist, da diese immer sichtbar sind. Wie sieht es aber bei den Produkten aus, bei denen nichts zurückbleiben darf?

Bei vielen im Markt befindlichen Produkten verbleiben Rückstände von 0,5 bis zu 5 Prozent, welche aber ohne entsprechende Untersuchungen nicht erkennbar sind. Oftmals schwankt auch die Prozentzahl je nach Charge des Abfüllers. Natürlich sind diese Produkte in bestimmten Einzelfällen ausreichend, zumal wenn Abdunstgeschwindigkeiten und die Belastungen für die Anwender in Ordnung sind. Werden aber Stückzahlen beziehungsweise Ausschußquoten erfaßt, wenn etwa prozeßbedingt nicht gereinigt wird, ist eine sorgsame Auswahl unter den Anbietern beziehungsweise der Vielzahl von Mitteln sicher empfehlenswert. Leider gibt es nur wenige Anbieter, die die Rückstände definitiv angeben und die Einhaltung dieser Werte auch garantieren.

Eine der Ausnahmen ist die Friolube AG aus Balsthal, Schweiz. Das Unternehmen bietet zwei Produktreihen an, in denen die Rückstände klar definiert sind. Die Produktreihe „Friocut LF“ kann man als 100 Prozent rückstandsfrei einstufen. Ermittelt und geprüft werden die Rückstände nach modernsten Methoden. Zahlreiche Laborfreigaben von namhaften Unternehmen bestätigen die technischen Angaben der Friolube AG durchweg. Zu den Prüfmethoden gehören auch die Ftir-Spektroskopie mit gekoppelter Gaschromatographie-Massenspektroskopie. Von dieser Produktlinie sind mittlerweile vier Mittel mit unterschiedlichen Abdunstzeiten im Markt etabliert.

Manchmal geht& pos;s nicht ohne EP

Der Trend geht in der Regel zu immer schnelleren Abdunstzeiten. Da auch die Schmierkraft der Mittel unterschiedlich ist, braucht man Alternativen. Weiterhin spielt die Auftragsart eine erhebliche Rolle, die Auftragsmengen haben natürlich den größten Einfluß auf die Abdunstzeit. Ziel ist natürlich auch immer so wenig Flüssigkeit wie möglich freizusetzen. Dieses ist bei mittlerweile vielen Anwendern hinsichtlich der gesetzlich festgelegten Grenzwerte für die Freisetzung derartiger Mittel besonders wichtig.

Was tun, wenn die Schmierkraft nicht ausreicht? Die Schmierkraft der ,,LF-Mittel“ ist laut Hersteller grundsätzlich als sehr gut einzustufen. Für die Einzelfälle, in denen die Schmierkraft nicht ausreicht, geht es nicht ohne entsprechende EP-Additive (EP=Extreme Pressure), was aber gleichzeitig auch Rückstände bedeutet. Für diese Anwendungen bietet das Unternehmen aus Balsthal die „Friocut TR-S Reihe“ an. Von dieser Produktreihe gibt es zur Zeit drei Produkte mit 5-, 10- und 20 Prozent Rückstände. Hier wird garantiert, daß die Prozentwerte immer konstant sind, was dem Anwender Prozeßsicherheit bietet. Schwankungen der Ausschußquoten, bedingt durch die Qualität des Schmiermittels, können praktisch ausgeschlossen werden. Zudem entsprechen die Produkte der FDA-Verordnung zur Herstellung von Lebensmittelverpackungen. Die Rückstände sind nach dem Abdunsten des Lösemittels trocken und die gefertigten Teile verkleben nicht. Bei hohen Temperaturen in einer Nachbearbeitung (Schweißen) bilden sich keine Verkokungsrückstände.

Erschienen in Ausgabe: 11/2003