"Rückhalt" für die Qualitätssicherung

Eine Vorrichtung - vier Werkstückaufnahmen

In der Qualitätssicherung werden unterschiedliche Systeme und Verfahren zur Prüfung der Maßhaltigkeit von Einzelteilen und Zusammenbauten eingesetzt. Im Vorrichtungsbau wird unter anderem zwischen Meisterböcken, Cuben, Datenkontrollmodellen und Lehren unterschieden. Die Vorrichtungsarten können schnell und präzise mit dem Alufix Baukasten erstellt werden.

12. August 2002

Mit Hilfe der im Catia-Standard arbeitenden Software „Alufix Experte“ wird die Konstruktion der Vorrichtungen unterstützt, so daß kompliziert geformte Teile entsprechend der spezifischen Meßaufgaben optimal fixiert werden. Für die Prüfung von Limousinen-Türen fertigte Witte, Bleckede, eine Umriß- und Bündigkeitslehre. Hierauf wurde geprüft inwieweit sich die Werkstückmaße innerhalb der vorgegebenen Toleranz bewegen. Auf dieser Vorrichtung können vier PKW-Türen einzeln und zusammen aufgenommen und gemessen werden. Es werden etwa Falzkontur, Verdrehung, Scharnieranschraubflächen und Vorspannung der PKW-Türen geprüft. Dazu werden unterschiedliche Komponenten des Alufix-Baukastens zum Einsatz, nämlich Sandwich-Platten, Alufix-Light-Quader, Abstimmblöcke, Posifix. Der Grundkörper besteht aus zwei rechtwinklig in Form eines umgedrehten Ts plazieren Sandwich-Platten. Davon dient eine als Grundplatte, während die zweite zusammen mit Alufix-Adaptionen der Werkstückaufnahme dient. Die Belastbarkeit beträgt 500 Kilogramm pro Quadratmeter. Die vertikale Sandwichplatte ist in Teilbereichen mit einem Raster zur Aufnahme der Werkstückadaptionen versehen. Die Adaptionen bestehen aus Komponenten des Alufix-Systems und speziell gefertigten Paßstücken. Aus dem Repertoire an Einzelkomponenten werden mit Hilfe der Konstruktionssoftware Alufix-Experte die für die Werkstückfixierung geeigneten Adaptionen erstellt. In diesem Fall kamen Alufix-Komponenten mit dem Raster 40 zum Einsatz. Gewählt wurden zur Gewichtseinsparung die aus stranggepreßten hochfestem Aluminium hergestellten Quader „Alufix-Light“ 80 x 80 mm. An diese Quader werden Abstimmblöcke zum Toleranzausgleich montiert. Hieran schließt sich die in mehrere Segmente aufgeteilte Anschlußkontur zur Aufnahme der Türen an. Diese theoretische Umriß- und Bündigkeitskontur wurde anhand der Werkstückdaten in CAD konstruiert und in Form eines generierten NC-Programms an die Bearbeitungszentren zur Fräsbearbeitung übertragen.

Schwenkbare B-Säule

In den Konturrahmen werden die Werkstücke zur Prüfung der Maßhaltigkeit eingelegt. Die Umriß- und Bündigkeitslehre besteht aus einer zweiteiligen Formkontur welche die B-Säule theoretisch darstellt, damit je nach Bedarf Fahrer- und/oder Fondtür einzeln fixiert werden können. Wird nur eine Tür gehalten wird die entsprechende B-Säulenkontur nach innen geschwenkt. Zur Prüfung der Paßgenauigkeit von Fahrer- und Fondtür zueinander werden beide B-Säulenkonturen nach innen geschwenkt. Von außen werden die Werkstücke durch Teileanlagen, die an dem Konturrahmen angebracht sind, gehalten. Von innen sorgen Werkstückspanner für die korrekte Position der Bauteile. Sowohl Fahrzeug- als auch Vorrichtungskonstruktion arbeiten mit einem dreidimensionalen Bezugssystem. Dieses Fahrzeugkoordinatennetz entspricht einer räumlichen Aufteilung des Fahrzeugs in Würfel, deren Kantenlänge 100 mm beträgt. Entsprechend bewegen sich sowohl Außenabmessungen der Profile als auch die Lochreihen der Rasterbohrungen in X-, Y- und Z-Ebene des Netzplanes. Beplankungs-, Spann- und Referenzpunkte liegen auf engstem Raum zusammen. An der Umlaufkontur einer einzelnen Tür befinden sich etwa 30 Meßpunkte wobei am Fensterschacht zusätzlich eine Konturnachbildung mit weiteren Meßpunkten liegt. Die Meßpunkte sind auf der Umlaufkontur gekennzeichnet. Mittels eines Spaltmeßgerätes werden Stichprobenmessungen während der Serienfertigung durchgeführt. Auf der gegenüberliegenden Vorrichtungsseite ist die Meßaufnahme spiegelbildlich gestaltet. Somit können auf dieser Vorrichtung - je nach Bedarf - ein, zwei, drei oder vier Türen gehalten werden.

Erschienen in Ausgabe: 04/2002