Rohrschnitt ohne Kompromisse

Laserschneidmaschinen trimmen Rohre und Profile auf Maß

Das Schneiden von Rohren und Profilen mit dem Laserstrahl hat sich in jüngerer Zeit zu einem interessanten Markt entwickelt, der zunehmend nach Maschinen fragt, die genau für diese Anwendung konzipiert werden. Ein Schweizer Hersteller stellt seinen Kunden gleich drei Rohrschneidanlagen zur Verfügung, die vor allem durch ihre Universalität glänzen. Ob kleine oder große Rohre, die Schneidanlagen stellen eine Fertigungslösung ohne Kompromisse dar und deckt ein überaus breites Teilespektrum ab. Blechbearbeitungsbetriebe, deren Alltag durch Flexibilität bestimmt wird, wissen das zu schätzen.

22. Dezember 2003

Die drei „Bytube“-Varianten 3204 beziehungsweise 6504 und die Bytube S, der Bystronic Laser AG, Niederönz, unterscheiden sich zunächst in ihrer Größe. Das gut zugängliche Magazin auf der Beladeseite kann Rohrlängen von 2.500 bis 6.500 mm aufnehmen. Es können zunächst Rohr- beziehungsweise Hüllkreisdurchmesser zwischen 20 und 170 mm automatisch bearbeitet werden. Alle drei Varianten sind mit einem 3-kW-CO2-Laser ausgerüstet, der Stahl bis 12 mm, Inox bis 8 mm und Aluminium bis 6 mm Dicke ohne Probleme schneiden kann. Die Variante „Bytube S“ arbeitet mit einem feststehenden Laserstrahl und bietet sich in erster Linie für das Schneiden von kleineren Rohr- oder Profilteilen, wie Fittings oder Rohrbögen an.

Universell und schnell

Ein Höchstmaß an Universalität bieten die Versionen 3204 und 6504, die sich im wesentlichen durch die Dimensionen des Schneidbereiches unterscheiden, ansonsten aber die gleichen Ausstattungsmerkmale haben. Über den Automatikbetrieb hinaus, offerieren diese Anlagen die Möglichkeit, im sogenannten Flexbetrieb auch größere Durchmesser (bis 320 mm) abzuarbeiten. Der gut zugängliche Schneidbereich kann bei manueller Beladung Rohre und Profile bis 3 m beziehungsweise 6 m Länge aufnehmen. In diesen Fällen wird mit einem Gegenhalter gearbeitet. Verzichtet man auf diesen, können auch Überlängen bearbeitet werden. Daß darüber hinaus eine separate Schneidtischeinheit in den Arbeitsbereich gebracht werden kann, erhöht die Flexibilität nochmals: Somit ist es möglich Flachbearbeitung durchzuführen. Der Arbeitsbereich kann hierbei maximal 400 x 3.250 respektive 400 x 6.500 mm betragen. Ausschnitte in großen Teilen, etwa Trägerprofile, die zu groß für Flachbettanlagen sind, können auf der „Bytube“ ohne Probleme durchgeführt werden.

Weniger Verschnitt und mehr Präzision

Mit durchdachten Antriebs- und Steuerungs- und Absaugkonzepten ist auf der Bytube Rohr- und Profilbearbeitung in hoher Qualität möglich. Die Rohre gelangen im Hybridbetrieb mittels Kettenförderer aus dem Magazin in den Bereich des Greifers. Eine Hubeinheit mit automatischem Durchmesserausgleich hebt das Rohr dann in die Höhe des Greifers der das Rohr schließlich spannt. Der Greifer sorgt für Vorschub und Drehbewegung und bringt das Rohr durch eine Lünette in den Schneidbereich der Maschine. Durch die Verwendung der Lünette für Rundrohre kann die Restrohrlänge kürzer gehalten werden.

Ähnlich ist die Reihenfolge beim Schneiden von Rechteckrohren. Allerdings wird das Rohr durch eine angetriebene Lünette im Schneidbereich in Drehrichtung bewegt. Diese angetriebene Drehachse nahe der Bearbeitungsstelle ist dann der „Master“ und der Greiferantrieb der „Slave“. Die Bearbeitungsgenauigkeit ist somit auch bei stark verdrillten Rechteckrohren optimiert.

Saubere Trennung

Im Schneidbereich befindet sich eine zusätzliche Achse, auf der eine Vorrichtungsplattform angebracht ist. Dort läßt sich eine Abstützung installieren, falls die zu schneidenden Teile eine kritische Länge überschreiten. Somit wird ein „Durchhang“ vermieden. Die Achse bewegt sich während der Bearbeitung automatisch in die Mitte des Teils.

Mehrer Funktionen hat die sogenannte Lanze, die ebenfalls auf der Plattform installiert werden kann. Einerseits verhindert sie, daß das Rohrinnere während des Schneidvorganges mit Schlacke verschmutzt wird. Von Vorteil ist auch, daß durch die Lanze abgesaugt werden kann. Sie ist aber auch Entladeeinheit: Nach dem Abtrennen des Teils liegt dieses auf der Lanze auf und entlang der A-Achse kann das Teil an vier verschiedenen Positionen abgelegt werden, etwa in bereitgestellte Container.

Abgesaugt wird bei der Bearbeitung direkt am Schneidkopf, von Greiferseite durch das Rohr und schließlich durch die Lanze. Eine automatische Schweißnahterkennung sorgt dafür, daß die CNC weiß, wo diese liegt und das Teil zum Schneiden entsprechend positioniert werden kann. Schließlich will man nicht unbedingt die Schweißnaht in der Schnittgeometrie haben. Eine automatische Detektion der tatsächlichen Rohrlänge per Lichtschranke ist ebenfalls standardmäßig integriert.

Die Stärke der Bytube ist ihre Flexibilität: Flexbetrieb bei großen Rohren oder kleine Stückzahlen in der Tagschicht und der mannarme automatisierte Betrieb für die zweite Schicht. Derzeit können die Magazine maximal 12 Rohre aufnehmen, was bereits für eine längere Zeit Automatikbetrieb ausreicht. Ziel ist jedoch auch hier eine automatische Rohmaterialzuführung direkt aus dem Lager.

Erschienen in Ausgabe: 10/2003