Robotik fördert soziale Fertigungsstrukturen in China

Fertigungsbetriebe in Asien – gleich welcher Branche – stehen vor der Herausforderung, die Entlohnung der Mitarbeiter sozialverträglich zu gestalten und zugleich die Wettbewerbsfähigkeit preislich nicht zu gefährden. Robotik ist hierbei ein Teil der Lösung.

07. Dezember 2016

Der asiatische Hersteller von Steckverbindungen GSN Electronics geht seit Ende 2012 neue Wege: Im ersten Schritt wurde die Fertigung dahingehend entwickelt, dass sie sowohl allen gesetzlichen Anforderungen entspricht (was in China keine Normalität ist) als auch eine menschenwürdige Entlohnung der Mitarbeiter gewährleistet.

Living Wage und Minimum Wage

In China gibt es das Konzept des „Living Wage“, das deutlich über das staatliche „Minimum Wage“ hinausgeht und im Wesentlichen eine Entlohnung der Mitarbeiter meint, bei der diese auf einer 40-Wochenstunden-Basis ihren Lebensunterhalt menschenwürdig bestreiten können.

Ein weiteres Beispiel ist die gesetzliche Maximierung der Wochenarbeitsstunden auf 58 Stunden. Viele Betriebe – gleich welcher Branche – übersteigen diese Stundenzahl massiv, bei teilweise menschenunwürdigen Löhnen und Arbeitsbedingungen. GSN geht hier neue Wege, auch wenn bessere Arbeitsbedingungen zunächst mehr Kosten verursachen.

Diese Mehrkosten lassen sich durch zwei Vorgehensweisen kompensieren. Zum einen wird ein wesentlicher Teil der Dividende zur Finanzierung sozialer Belange im Unternehmen zur Verfügung gestellt. Zum anderen sorgt die Fokussierung auf eine flexibel einsetzbare Automation der Produktion dafür, dass immer mehr einfache Bewegungsabläufe in der Produktion von Maschinen getätigt werden. Die Robotik reduziert hierbei den Leistungs- und Zeitdruck für Produktionsmitarbeiter.

Roboter bilden Bewegungsabläufe ab

Bislang war dieser Trend derart gestaltet, dass man für einzelne Steckverbinder jeweils einen eigenen Vollautomaten gefertigt hatte. Die rasante Entwicklung in der Robotik bietet die Möglichkeit, unabhängig vom jeweiligen Produkt, Bewegungsabläufe durch Roboter prozesssicher abzubilden.

In der Folge werden auch einfachere, manuelle Aufgaben in Zukunft von programmierten Automaten übernommen werden. GSN setzt zum Beispiel für Steckverbinder der neuesten Generation adaptive Automaten ein,  deren Umrüstung auf die verschiedenen Polzahlen so kosteneffizient ist, dass sich deren Einsatz bereits ab mittleren Stückzahlen rechnet.

Preisliche und soziale Herausforderungen

GSN sieht in der Kombination aus hohem Automatisierungsgrad und einer menschenwürdigen Entlohnung der Mitarbeiter in China den richtigen Weg, um für sowohl preisliche als auch soziale Herausforderungen gerüstet zu sein.