Robotern unter die Arme gegriffen

Zwei Drehbewegungen der Hochleistungsbürste vereinfachen die Roboterbahn

Höhere Ausbringung und reproduzierbare Qualität waren die Hauptgründe, warum die Rohrbogen AG aus dem schweizerischen Pratteln einem Roboter das Werkstück- Handling und einem Entgrat-System mit Hochleistungsbürsten die Entgratung überließ - ohne eine elektrische Verknüpfung.

28. Januar 2002

Nach dem Sägen der Rohre auf Fixlänge und vor dem Biegen mußten die Werkstücke von jeher an einer Stirnseite entgratet werden, denn Grate beschädigen den Biegedorn und machen ihn schnell unbrauchbar. Zudem beeinträchtigen sie die Maßhaltigkeit. Nun erfüllt bei dem Schweizer Unternehmen eine Roboterzelle diese Aufgabe und hat damit die manuelle Entgratung mit einem Senker abgelöst. Eingesetzt werden der vertikale Knickarm-Roboter „IRB 1400“ von ABB und das Entgrat-System „Turnamat“ von RSA, Lüdenscheid.

Gerade der Turnamat war für das geforderte Automatisierungskonzept ideal, greift er dem Roboter doch buchstäblich unter die Arme. Nicht der Roboter dreht das Werkstück um 360°, damit die Hochleistungsbürste alle Innen- und Außenkanten sauber verrundet, sondern das Entgrat-System beherrscht zwei Drehrichtungen. Zusätzlich zur Rotation der Hochleistungsbürste dreht sich deren Antriebseinheit um die eigene Achse. Die Bahn des Roboters ist damit wesentlich vereinfacht. Gegebenenfalls auftretende Wiederholungenauigkeiten haben keinen Einfluß auf das Entgratergebnis, und die Lastenauslegung konnte geringer ausfallen. Auch eine aufwendige Sensorik zur Verknüpfung von Roboter und Entgrat-System ist nicht notwendig. Das Werkstück muß während des Entgratvorgangs weder abgelegt noch gespannt werden und ist definitiv nach drei Sekunden von allen Graten befreit. Nach dieser festen Zykluszeit führt der Roboter das Werkstück einer Reinigungsanlage zu, legte es anschließend zur Weiterverarbeitung in eine Transportkiste ab, und noch während des Trennvorgangs greift er an der Säge zum nächsten Rohr.

Nach Angaben des Unternehmens konnte mit dieser Lösung sogar ein Kapazitätspuffer geschaffen werden, statt einen zweiten Arbeitsplatz einrichten zu müssen. Auch die Entgratqualität ist eindeutig verbessert. Wo bisher ein Senker einen Sekundärgrat erzeugte und das Ergebnis nicht gleichbleibend war, verrundet jetzt der Turnamat die Rohrkanten stets sauber und reproduzierbar.

Erschienen in Ausgabe: 11/1999