Revolution am Bau

Technik

Die Konkurrenz am Bau ist extrem hart. Das gilt auch auf dem Materialsektor. Deshalb könnte ein neues Verfahrern von Baust zur Herstellung von Bauprofilen manchem ihrer Produzenten entscheidende Vorteile bieten.

08. Juni 2011

Der andauernd sehr starke Wettbewerb im Bauelementemarkt zwingt die Hersteller permanent, den Markt mit Innovationen zu bedienen. Abgrenzungen zu anderen Herstellern anhand von Entwicklungen individueller Methoden sowie deren kontinuierliche Verbesserung sind existenziell für die Wettbewerbsfähigkeit der Fertigungsindustrie auch in dieser Branche.

In der Produktion von Bauprofilen, zum Beispiel für den Trockenbau oder die Elektro- und Sanitärinstallation, macht inzwischen eine bereits in vielen Bereichen etablierte, aber erstaunlicherweise in der Metallverarbeitung noch relativ unbekannte Technik von sich reden, die das weit verbreitete Hubstanzverfahren in bestimmten Bereichen der Metallprofilherstellung ablösen könnte.

Rotation statt auf und ab

Hubstanzen stoßen bauartbedingt ab einer bestimmten Bandlaufgeschwindigkeit an ihre Grenzen. Damit werden sie häufig zum Nadelöhr des gesamten Profilierungsprozesses. Das Auf und Ab der Hubstanzen widerspricht dem fließenden Prozess der Profilierungsanlagen.

Die Rotationsstanztechnik basiert hingegen genau wie die Walzanlage auf einem Rollensystem. Das gleiche Grundprinzip führt dazu, dass beim Rotationsstanzen die gleichen Bandgeschwindigkeiten gefahren werden können, wie sie die Profilwalze erreicht. Das Nadelöhr Stanze ist damit eliminiert.

Baust, Langenfeld, ist in Europa ein Vorreiter der Rotationsstanztechnik. Zunächst zur Randlochung von Endlospapieren im Druckbereich entwickelt, wurden schnell die Vorteile für andere fließend und quasi endlos gefertigte Produkte deutlich.

Heute werden Baust-Rotationsstanzen unter anderem bereits in der Kunststoffprofilfertigung und für die Herstellung von Metallprofilen eingesetzt.

Rotationsstanzen als Lösung

Die von der Baust Stanztechnologie entwickelten Rotationsstanzen erreichen in der Bearbeitung unterschiedlichster Endlosmaterialien, wie Metall, Kunststoff oder Papier, Produktionsgeschwindigkeiten bis 200 Meter pro Minute. Mit hoher Geschwindigkeit können Metallprofile bis drei Millimeter Materialstärke bearbeitet werden.

Ein weiterer positiver Effekt: Selbst bei dieser hohen Geschwindigkeit ist der Energiebedarf aufgrund der laut Baust effizienteren Technik deutlich geringer als mit anderen Stanzverfahren. – ein Aspekt, der sich angesichts der steigenden Energiepreise in jeder Investitions- und Betriebskostenkalkulation bemerkbar machen dürfte.

Weitere Vorteile dieser Technik reichen von wesentlich geringer wirkenden Kräften auf Material, Maschine und auch den Hallenboden, deutlich reduzierte Rüstzeiten bei einem Produktwechsel bis hin zu einer unkomplizierten Integration der Stanze in eine vorhandene Profilierungslinie.

Übermäßige Lärmbelästigung oder Erschütterungen, wie man sie typischerweise von Hubstanzen kennt, sind von Rotationsstanzen nicht zu erwarten. Die Integration einer Rotationsstanze in existente Produktionslinien erfordert aufgrund ihrer kompakten Abmessungen und der geringen Grundfläche in der Regel keine größeren zusätzlichen Baumaßnahmen.

Branchenunspezifisch einsetzbar

Das Rotationsprinzip ist in den unterschiedlichsten Branchen einsetzbar. Es wird bereits in der Elektroindustrie für die Herstellung von Kabelführungen, in der Bauindustrie für unterschiedlichste Bau- und Trockenprofile sowie in der Regal- und Lagertechnik genutzt. Baust kann, vor allem auch aufgrund der heterogenen Kundenschicht, die sich der Maschine bedient, individuelle Konzepte anbieten.

Die von Baust maßgeblich mitentwickelte Rotationsstanztechnik sei, so der Hersteller, herkömmlichen Hubstanzen schon in puncto möglicher Produktionsgeschwindigkeit und damit in der Stückleistung um das Fünf- bis Sechsfache überlegen. Damit wäre es eine ernst zu nehmende Konkurrenz.

Baust wie Baustelle?

Die Stanztechnik ist eines der vier Tätigkeitsgebiete von Baust. Spezialfach ist die Rotationsstanztechnik für die Bearbeitung von Rollenmaterialien. Namhafte Industrieunternehmen aus dem In- und Ausland setzen inzwischen dieses Verfahren ein. Die Rotationsstanztechnik wird vor allem in der Blech-, Druck- und Papier- sowie in der Kunststoff-Industrie genutzt – vor allem dort, wo größere Serien regelmäßig produziert werden.

Erschienen in Ausgabe: 03/2011