Reststreifen statt Restgitter

Die Abläufe an modernen Stanzmaschinen sind heute weitgehend ausgefeilt, schnell, prozesssicher und häufig automatisierbar. Bis auf wenige Ausnahmen: Das Restgitter etwa ist eine Gefahr für die Prozesssicherheit, da sich Teile darin verhaken können. Zudem ist das Entladen des Gitters ein eigener Arbeitsgang, bei dem entweder ein Maschinenbediener die unhandlichen Reste in einen Container befördern muss oder Geräte zum Entnehmen und zum Zuge kommen. Das kostet Zeit – und zu viel Material.

19. November 2010

Trumpf hat nun eine Alternative vorgestellt: Die restgitterfreie Bearbeitung, die seit der Euroblech auf der High-End-Maschine Trupunch 5000 sowie auf der neuen Generation der Trupunch 3000 erhältlich ist.

Diese neue Methode setzt ganz auf gemeinsame Trennschnitte. Allerdings müssen diese nicht wie bisher aufwändig selbst programmiert werden, sondern sind für jede mögliche Geometrie bereits in der Maschinensoftware hinterlegt. So lässt sich die Tafelbelegung optimieren und für die nötigen „Befreiungshübe“ vorbereiten. Die Teile werden zunächst reihenweise abgearbeitet und anschließend vor dem Ausschleusen freigestanzt. Bei Bedarf werden die Teile und Reststücke mit einem Austrenn-werkzeug mit abgesetztem Abstreifer gedreht, um über die Rutsche ausgeschleust werden zu können. Auch der Reststreifen wird vollständig zerkleinert. Die Bearbeitungszeit pro Teil bleibt dabei unverändert.

Das neue Verfahren hat viele Vorteile: Allen voran steigert es die Materialeffizienz um durchschnittlich 10 Prozent. Da das Material bei der Stanzbearbeitung den mit Abstand größten Part der Teilekosten darstellt, lassen sich schnell viele tausend Euro einsparen. Und jede Menge Herstellungsenergie, da weniger Blechtafeln gebraucht werden. Damit entspricht die Entwicklung der generellen Trumpf-Linie, mit Ressourcen so sparsam wie möglich umzugehen.

Auch Platz spart die restgitterfreie Bearbeitungsstrategie, da diverse Peripheriegeräte für die Schrottzerkleinerung und -entsorgung entfallen. Scherenhubtische, Restgitterpaletten und -entnahmegreifer gehören der Vergangenheit an, da das nicht benötigte Material direkt auf der Maschine zerkleinert, mittels Teileweiche aussortiert und zusammen mit den Stanzbutzen sortenrein auf einem Schrottförderband gesammelt wird. Im Endeffekt landet alles, was von einem bestimmten Material übrig bleibt, klein, übersichtlich und gut transportabel in einem einzigen Container, was die Logistik um ein Vielfaches einfacher macht.