Rekordjahr für italienische Hersteller

2018 erzielte die italienische Werkzeugmaschinenindustrie mit einer zweistelligen Wachstumsrate in fast allen Wirtschaftsindikatoren das bisher beste Ergebnis. Für 2019 erwartet der Branchenverband Ucimu Stabilität.

01. August 2019
Rekordjahr für italienische Hersteller
Massimo Carboniero, Präsident von Ucimu-Sistemi per Produrre. (Bild: Ucimu)

Die italienische Herstellerindustrie hatte 2018 mit einer zweistelligen Wachstumsrate in fast allen Wirtschaftsindikatoren ein Rekordjahr. 2019 wird es jedoch zum ersten Mal nach fünf Jahren aufgrund von Unsicherheiten am Markt einen Stillstand geben.

Abschlussdaten 2018

Wie aus den von Ucimu erarbeiteten Abschlussdaten hervorgeht, hat sich 2018 die Produktion von Werkzeugmaschinen, Robotern und Automationssystemen bei 6.775 Millionen Euro mit einem Plus von 11,3 Prozent gegenüber 2017 eingependelt. Das Ergebnis wurde sowohl vom positiven Verlauf der Lieferungen seitens der Hersteller auf dem Inlandsmarkt bestimmt (+15,2 Prozent; 3.112 Millionen), als auch vom Export (+8 Prozent; 3.663 Millionen Euro).

Die Hauptabsatzmärkte waren Deutschland (+15,1 Prozent; 394 Millionen), die USA (+11,5 Prozent; 354 Millionen), China (-0,4 Prozent; 341 Millionen), Polen (+41,7 Prozent; 229 Millionen), Frankreich (+6,7 Prozent; 227 Millionen), Spanien (+7,9 Prozent; 144 Millionen), Russland (+11,9 Prozent; 100 Millionen) und die Türkei (+2,6 Prozent; 90 Millionen).

Prognosen für 2019

Für den Verlauf der italienischen Werkzeugmaschinenindustrie ist 2019 Stabilität zu erwarten, so Ucimu. Insbesondere dürfte die Produktion das Wachstum verlangsamen. Der Export wird einen Wert von 3.900 Millionen Euro erreichen, 6,5 Prozent mehr als 2018. Der Import wird sich auf 2.100 Millionen einpendeln, +2,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Massimo Carboniero betont: »Wir sind froh, wenn sich diese Prognosen am Ende des Jahres bestätigen.«

Maßnahmenpaket bezüglich 4.0

Massimo Carboniero sagt: »Super- und Hyperabschreibungen haben ihre Wirkung nicht verfehlt: Die Hersteller haben alte Maschinen ersetzt und sind dazu angespornt worden, Maschinen und Anlagen miteinander zu vernetzen.« Weiter meint er: »Jetzt benötigen wir eine weitere Wende. Wir brauchen ein Maßnahmenpaket bezüglich 4.0, damit kleine und mittelständische Unternehmen lang- und mittelfristige Investitionen planen können.« Carbaniero verlangt ein Maßnahmenpaket, das frei von jährlichen Erwartungen ist.

Nachwuchs fördern

Neue Technologien bringen neue Aufgaben und berufliche Qualifikationen. Aus diesem Grunde verlangt der Ucimu-Präsident, dass bezüglich die Maßnahme für den Steuererstattungsanspruch zur Schulung 4.0 überarbeitet wird. Zurzeit ist der Steuererstattungsanspruch auf die Kosten des in Ausbildung stehenden Personals berechnet. Den Hauptanteil der Schulungskosten bilden allerdings die Ausbilderkosten: Dieser Betrag muss in die Berechnung mit einbezogen werden.

»Besondere Beachtung verdient die Jugend, der wir Arbeitsmöglichkeiten und berufliche Weiterbildungen bieten müssen. Trotz einer Jugendarbeitslosigkeit von mehr als 30 Prozent haben Werkzeugmaschinenhersteller große Schwierigkeiten, Nachwuchs zu finden. Die Regierung muss daran arbeiten, dass die Präsenz der technischen Hochschulen ausgedehnt wird – gerade in größeren industriellen Ballungszentren.«

Internationalisierung und Messen

Massimo Carboniero fügt hinzu: »Die Internationalisierung ist zwingend erforderlich. Ein wichtigster Kanal sind Messen. Deshalb begrüßen wir den Entschluss der Regierungsbehörden, einen Steuererstattungsanspruch für die italienischen Unternehmen vorzusehen, die an ausländischen Veranstaltungen teilnehmen.«

Ucimu ist aber auch der Meinung, dass es sinnvoll wäre, mehr Mittel für die Einladung ausländischer Besucher zu internationalen Messen, die in Italien stattfinden, zur Verfügung zu stellen. So hätten die ausstellenden KMUs internationale Kontakte zugesichert.