Reif für die Insel

Titel/Ergonomie

Wer möchte sich nicht gerne auch während der Arbeit so richtig wohlfühlen? »Inseln schaffen« – so heißt das Motto der Voestalpine Stamptec GmbH, die ihre Werkhallen mehr und mehr mit den flexiblen Arbeitsinseln (ABI) von Apfel ausstattet. Apfel, Spezialist für Betriebseinrichtungen, trifft mit seinen Lösungen den Nerv der Zeit: individuelle und gut organisierte Arbeitsplätze inmitten einer umtriebigen Umgebung.

07. Mai 2014

Bei Voestalpine wird im Dreischichtbetrieb gestanzt, gepresst und geschweißt. Mehr als hundert der insgesamt 500 Beschäftigten teilen sich eine von mehreren weiträumigen Werkhallen am Standort Dettingen/Erms. Dort bearbeiten sie auf zahlreichen Schuler- und Kaiser-Pressen sowie Stanzautomaten bis 11000 kN Stanz- und Umformteile sowie Baugruppen, Sicherheits- und Aufprallschutzkomponenten für die Automobilindustrie. Namhafte Kunden wie Daimler, BMW, VW und Audi stellen höchste Anforderungen an Präzision und Qualität der produzierten Teile, die sich alle unter der Außenhaut der Fahrzeuge befinden.

Um ihrer Rolle als ein führender Partner der Automobilindustrie mit hochqualifizierten Mitarbeitern gerecht zu werden, legt Voestalpine in der Produktion höchsten Wert auf Qualität und Produktivität.

Bessere Kommunikation – optimaler Qualitäts-Check

In täglich fixen Terminen werden OEE-Kennzahlen über die Maschinen veröffentlicht und anschließend in einem kurzen Steh-Meeting durchgesprochen. Mit OEE-Kennzahlen messen die Mitarbeiter die Wertschöpfung der jeweiligen Anlagen. Früher dauerten diese täglichen Besprechungen eine Dreiviertelstunde und fanden in der ›Teppichetage‹ in den Büroräumen über der Werkhalle statt. »Heute halten wir die Meetings direkt in der Werkhalle ab, inmitten fünf Apfel-Arbeitsinseln, die in einem Halbkreis angeordnet sind. In der Mitte ist ein Stehtisch platziert, um den sich die Meeting-Teilnehmer versammeln.

Hier finden wir viel schneller Lösungen und sind locker in zehn Minuten mit der Besprechung durch«, erklärt Franz Divjak, Werkleiter bei Voestalpine. Bei den Mitarbeitern kommt diese offene Art der Kommunikation gut an. Die fünf Arbeitsinseln tragen den Namen ›Stampfloor‹, eine Voest-spezifische Abwandlung des ›Shopfloors‹. Der Name ist auf einem Schild gut sichtbar an einer ABI angebracht. Der Stampfloor befindet sich an einem zentralen Ort in der Produktionshalle, den jeder Mitarbeiter in kurzer Zeit erreicht. Direkt an den ABIs, die aus einem Lochblech mit kombinierter Quadrat- und Rundlochung gefertigt sind, werden die wichtigsten und tagesaktuellen Kennzahlen für die Fertigung ausgehängt. Sie sind damit für alle Mitarbeiter stets sichtbar und präsent.

Produktionsleiter Christian Schneider ist überzeugt, dass die ABI-Lösung messbare Vorteile bietet: »Wir profitieren alle von einer verbesserten Kommunikation, Information, Ausbringung und Qualität. Allein im Februar konnten wir so unsere Produktivität um zehn Prozent steigern.« Keine Frage, dass sich damit die Arbeitsinseln von Apfel in kürzester Zeit amortisieren. Voestalpine richtet gerade den zweiten Stampfloor in der Abteilung ›Rohbau und Montage‹ ein.

Die Bauteile, die einer besonderen Qualitätskontrolle unterzogen werden, können direkt am Stampfloor auf den dafür vorgesehenen ausklappbaren Ablageflächen der Arbeitsinseln zur Begutachtung abgelegt werden. Dort werden sie einem Qualitäts-Check unterzogen, dessen Ergebnisse wiederum in die OEE-Kennzahlen einfließen.

Bei der täglichen Besprechung werden Maßnahmen definiert, Verantwortungen zugewiesen und Termine vereinbart. So lassen sich Qualitätsprobleme nachhaltig und unter Einbeziehung aller betroffenen Mitarbeiter vermeiden. Das entspricht genau den Zielen von Voestalpine – nicht nur im Werk Dettingen –, die sich am hohen Standard der Null-Fehler-Quote der Automobilindustrie messen lässt.

Produktionsbetriebe wie Voestalpine kennen sie, die immer wiederkehrenden Aufgaben, für die es eigentlich nicht wirtschaftlich ist, einen eigenen Arbeitsplatz einzurichten. Besonders in der Nähe einer Maschine entstehen vielfältige Tätigkeiten, für die eine Ablagemöglichkeit für das benötigte Material häufig fehlt.

Jeden Standardarbeitsplatz individuell gestalten

Bei Voestalpine hat man eine Lösung gefunden: Jede größere Maschine erhält eine Arbeitsinsel von Apfel, die dank des modularen Konzepts individuell ausgestattet werden kann. Diesen auf die Maschine zugeschnittenen Arbeitsplatz teilen sich drei bis sechs Mitarbeiter im Dreischichtbetrieb.

Die ABI besteht aus einem Rahmengestell aus 3-mm-Stahlblech mit zwei Standfüßen, die fest am Boden verschraubt sind. Der Rahmen hat es allerdings in sich. Er kann so vielseitig bestückt werden, dass er für nahezu jede Arbeitsanforderung optimale Bedingungen bereitstellt. Mit wenig Aufwand und einer Investition, die nur einen Bruchteil eines herkömmlichen Arbeitsplatzes beträgt, lässt sich ein multifunktionaler Arbeitsplatz realisieren, der je nach Bedarf Büro und Werkbank miteinander vereint und sogar als Computer-Workstation ausgerüstet werden kann.

Maschinenarbeiter von Voestalpine nutzen die ABI beispielsweise dafür, kleineren Werkzeugen, die sie für den großen Werkzeug- oder Coilwechsel benötigen, einen festen Platz zu geben. Sogenannte Schattenboards zeichnen die Kontur eines Werkzeugs in Blech nach und werden am Rahmen der ABI befestigt. So sieht der Mitarbeiter auf einen Blick, welches Werkzeug oder welcher Gegenstand an welche Stelle der ABI gehört. Kurze Rüst- und Zugriffszeiten sorgen für maximale Produktivität und reibungslose Abläufe. Das steigert die Motivation und Zufriedenheit der Mitarbeiter. Jede ABI ist eine individuelle Anfertigung, die den Bedürfnissen des Mitarbeiters genau entspricht und ihm einen enormen Zeitvorteil verschafft.

Den vorhandenen Raum optimal nutzen

Dabei benötigt die Apfel-ABI nur eine äußerst geringe Stellfläche. Mit einer minimalen Tiefe von nur 140 mm passt sie in jede noch so kleine Nische, in jeden Durchgang oder an die Wand. Die Breiten von 1040 mm für die kleinste bis 2000 mm für die größte der drei angebotenen Versionen zeugen von einem durchdachten Konzept. Bei Voestalpine sind die Arbeitsinseln, die als Maschinenarbeitsplatz dienen, mit ausklappbaren Tischplatten für die Bereitstellung von Arbeitsmitteln ausgestattet. Zusatzmodule wie Dokumentenhalter, Schattenboards oder Kabeltrommeln befinden sich je nach persönlichem Bedarf am Rahmengestell. Ein Beschriftungsfeld mit Wunschtext macht die ABI einzigartig und schon von Weitem erkennbar. So lassen sich Produktionszonen festlegen, Bereiche abtrennen oder Anlaufpunkte kennzeichnen. Das umfangreiche Sortiment der Apfel GmbH umfasst insgesamt rund 100 Original-Anbau- und -Einrichtungsmodule für jeden Verwendungszweck. Auf Anfrage erstellt Apfel ein individuelles Konzept.

Cleaning Points für ein Maximum an Sauberkeit

Neben dem Stampfloor und den Maschinen-Arbeitsplätzen nutzt Voestalpine die ABI auch als sogenannten ›Cleaning Point‹. Insgesamt sechs Reinigungsstationen verteilen sich auf die großen Werkhallen. Dafür ist jeweils eine ABI 1125 im Einsatz, deren Lochblech nach unten erweitert wurde. Dadurch besteht die Möglichkeit, über die gesamte Höhe der ABI Reinigungsutensilien zu befestigen, die für die Sauberkeit in der Werkhalle unverzichtbar sind. Auch hier zeichnen Schattenboards typische Gegenstände wie Kehrschaufeln, Handbesen oder Reinigungsmittel nach. So fällt es den Mitarbeitern leicht, Ordnung zu halten und auf Gegenstände für die Reinigung ohne lange Suchzeiten zugreifen zu können. »Wir planen noch eine Erweiterung«, verrät Werkleiter Franz Divjak. »In Zukunft möchten wir die ABI auch als Notfallstation nutzen.« Dort werden Verbandsmaterial und Erste-Hilfe-Utensilien untergebracht sein. Damit leistet die ABI auch einen entscheidenden Beitrag zu mehr Sicherheit in der Produktionsumgebung.

Ziel von Voestalpine ist es, der Fabrik ein einheitliches Erscheinungsbild zu geben. Die Arbeitsinseln von Apfel als immer wiederkehrende Orientierungspunkte in der Produktionshalle sind dafür wie geschaffen. »Wir möchten die Werke abholen und immer mehr Leute ins Boot holen«, so Franz Divjak.

Das Erscheinungsbild der Werkhallen soll im nächsten Schritt auch auf andere globale Standorte ausgerollt werden. Von den Vorteilen der ABIs profitiert nicht nur die weltweite Belegschaft von Voestalpine. Vom kleinen Handwerksbetrieb bis zum großen Produktionsunternehmen sind sich alle Anwender einig: Mit der ABI von Apfel macht das Arbeiten Spaß, denn sie trifft die Anforderungen der Betriebe genau auf den Punkt.

Hintergrund

Seit über 25 Jahren realisiert Apfel professionelle Betriebseinrichtungen. Ergebnisse dieser langjährigen Erfahrung sind ausgereifte Produkte für alle Bereiche eines Produktionsbetriebs, vom Konstruktionsbüro über den Arbeitsplatz in der Fertigung bis zur Abfallwirtschaft. Ziele aller Apfel-Entwicklungen sind die Optimierung von Betriebsabläufen, die Erhöhung der Lagerkapazität und Effizienz sowie die Minimierung von Zugriffszeiten. Allen Produkten von Apfel gemeinsam sind solide Materialien und gewissenhafte Verarbeitung. Um diese Qualitätsansprüche zu sichern, erfolgen Fertigung, Montage und Versand der Produkte ausschließlich in den eigenen Produktionsstätten im nordbadischen Dossenheim, unweit von Heidelberg.

Erschienen in Ausgabe: 03/2014